TOTE TIERE: Auch für Menschen gefährlich: Hasenpest grassiert im Bodenseeraum

Am Bodenseeufer werden momentan immer wieder tote Hasen aufgefunden. Grund dafür: Hasenpest. Das Landesamt Bodenseekreis warnt nun Spaziergänger die toten Tiere nicht anzufassen - da sich die Krankheit auch auf Hund und Mensch übertragen lässt.

Ines Biedenkapp
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Die Hasenpest verläuft für die Tiere meist tödlich. (Bild: Keystone)

Die Hasenpest verläuft für die Tiere meist tödlich. (Bild: Keystone)

Hundehalter am Bodensee haben derzeit Angst mit ihrem Tier spazieren zu gehen. Grund dafür: Hasenpest. Vor allem auf deutscher Seite treten vermehrt Fälle der Krankheit, auch Tularämie genannt, auf. Jäger vom Bodenseekreis bekommen wegen der toten Tiere nun vermehrt Anfragen.

Die tödliche Krankheit kann auch für Menschen zur Gefahr werden. Im Thurgau zeichnet sich jedoch ein anderes Bild ab - dieses Jahr sind noch keine Fälle der Krankheit nachgewiesen worden. Michael Vogel von der Jagd- und Fischereiverwaltung Thurgau rät Spaziergängern dennoch zu Vorsicht im Umgang mit toten Wildtieren. Findet man einen toten Hasen, solle man dies am besten melden. «Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen kann man ein totes Tier der örtlichen Jagdaufsicht melden, oder sich direkt an die Jagd- und Fischereiverwaltung wenden», gibt Michael Vogel an. Gemäss Meldung des Landratsamts Bodenseekreis sollten Hundehalter darauf achten, dass ihre Lieblinge nicht zu nah an die verendeten Tiere kommen, da sich die Krankheit vom Hund und damit auch auf den Menschen überträgt. Zuletzt wurde die Krankheit in den Jahren 2008, 2009, 2012 und im Dezember 2017 sowie Februar 2018 bei Feldhasen am Bodensee nachgewiesen. Im Thurgau erreichte die Hasenpest im Jahre 2015 ihren Höhepunkt.
 

Hasenpest tritt immer wieder auf

Vergangenes Jahr wurden in der Schweiz insgesamt 130 Fälle von Tularämie beim Menschen festgestellt, zwei von Ihnen kamen aus dem Thurgau. Dabei kann man einen Anstieg der Krankheitsfälle erkennen. Im Vergleich: 2008 hatten sich 13 Personen infiziert. 

Der Krankheitsverlauf ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig. Es hängt davon ab, wo und wie viele Erreger in den Körper gelangen. Unbehandelt kann die Krankheit bei fünf bis 15 Prozent der Infizierten zum Tode führen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt. Am gefährlichsten ist die Krankheit, wenn diese die inneren Organe befällt. Die Sterblichkeitsrate kann mit einer Behandlung durch Antibiotika auf unter zwei bis gar Null Prozent gesenkt werden. Weitere Informationen stehen auf der Homepage der BAG. 

Hasenpest kann mit Antibiotika behandelt werden

Die Hasenpest, auch Tularämie genannt, wird durch ein Bakterium namens Francisella tularensis verursacht. Betroffen sind vor allem kleinere Säugetiere wie Hasen und Kaninchen, aber auch Nagetiere wie Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen.

Da die Hasenpest hochgradig ansteckend ist und sich teilweise auf den Menschen überträgt, ist die Krankheit seit 2004 in der Schweiz meldepflichtig. Die Übertragung von Tier auf Mensch erfolgt meist durch Zecken- oder Mückenstiche. Auch der Kontakt mit kranken Tieren, etwa bei Jagd oder Schlachtung, kann zu einer Erkrankung führen. In der Regel machen sich die ersten Symptome innerhalb der ersten drei bis fünf Tage bemerkbar. Hohes Fieber, Entzündungen der Eintrittstelle oder Lymphknotenschwellungen sind typisch für die Krankheit.

Ein Impfstoff ist in der Schweiz laut BAG nicht verfügbar, die Erkrankung kann aber mit Antibiotika behandelt werden. Damit sinkt die Sterberate auf unter zwei bis gar null Prozent. (ibi)