Tote Schafe bei Thundorf: Die Zeichen lassen auf einen dritten Wolf im Thurgau schliessen

Ein neuer Wolf ist im Kanton. Vor ihm waren schon die Wolfsrüden M75 und M93 unterwegs.

Janine Bollhalder
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200 Jahre war der Wolf im Thurgau ausgestorben. Dann ist es soweit: Im Frühjahr 2017 wandert der Wolfsrüde M75 durch den Kanton . Er ist zuvor in den Kantonen Tessin und Graubünden negativ aufgefallen und galt deswegen als Problemwolf.

Ende Februar kam er aus dem Appenzellischen in den Thurgau und riss Schafe in der Region Hohentannen und anfangs März in Uesslingen. M75 wanderte weiter in den Kanton Zürich und dann zurück nach Graubünden. Für den Wolfsrüden italienischer Abstammung wurde am 22. März eine Abschussbewilligung erteilt, welche aber ungenutzt blieb. Es wird vermutet, dass M75 während seines Aufenthalts in der Schweiz über 50 Schafe riss.

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Ende November 2018 tauchte wieder ein Wolf im Thurgau auf. Der Rüde M93 tötete am Ottenberg bei Berg vier Schafe und verletzte vier so schwer, dass sie erlegt werden mussten. Auch er stammte von einer italienischen Population. M93 wurde erstmals genetisch nachgewiesen im Oktober 2018 in Graubünden. Nach seinem Besuch im Thurgau wanderte er nach St.Gallen ab.

Hinweis: Dass die erlegten Tiere einem Wolf zur Beute gefallen sind, wird mittels einer DNA-Analyse des Speichels festgestellt. Das M im Namen der Wölfe seht für Male, englisch: männlich. Die Weibchen werden mit dem Buchstaben F benannt.

Alle genetisch nachgewiesenen Wölfe in der Schweiz und ihre Auftrittsorte sind hier einsehbar.

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