Top in High-Tech – auch morgen

Das Forschungs- und Innovationszentrum Rheintal startet im Winter 2012 und fokussiert auf vier Forschungsbereiche. Es wird gestaffelt aufgebaut und zunächst in Räumen der Hochschule für Technik Buchs untergebracht.

Regula Weik
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An der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs gehen bald auch Mitarbeitende des Forschungs- und Innovationszentrums Rheintal ein und aus. (Bild: Urs Jaudas)

An der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs gehen bald auch Mitarbeitende des Forschungs- und Innovationszentrums Rheintal ein und aus. (Bild: Urs Jaudas)

Buchs. Das Rheintal gehört zu den Top ten der Hochtechnologie-Standorte in Europa. Dies ist das Resultat einer Standortstudie in über 1200 europäischen Regionen. Und wie schätzt der St. Galler Volkswirtschaftschef Beni Würth das «Chancental» – so die Rheintaler Eigenwerbung – ein? «Das Rheintal bietet High-Tech vom Feinsten: Hier konzentrieren sich innovative Unternehmen, die in den Nano- und Mikrotechnologien wie auch in den Präzisionstechnologien ganz vorne mitreden.» Das habe dem Rheintal zu Recht die Bezeichnung «Precision Valley» eingebracht, sagt der Regierungsrat.

Vollbetrieb für 2018 geplant

Doch Würth weiss: Mit schönen Worten allein kann das Rheintal diesen Spitzenplatz nicht behaupten; dazu brauche es den Mut zu Neuem – etwa zum Forschungs- und Innovationszentrum Rheintal (IZR).

Dieses soll gegen Ende 2012 starten, zunächst in den bestehenden Räumen der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs (NTB). Ob dann die Arbeit bereits in allen vier Forschungsbereichen (Mikro- und Nanosystemtechnik, Energietechnik und Produktionsmesstechnik) aufgenommen wird, ist noch offen. Bereits entschieden ist, dass das IZR gestaffelt aufgebaut wird. Bei Vollbetrieb – er ist für 2018 geplant – rechnet Würth mit 50 Mitarbeitenden; dannzumal dürfte auch die räumliche Kapazität des NTB gesprengt sein und ein Erweiterungsbau ein Thema werden.

Rückhalt in der Wirtschaft

Zunächst steht für die St. Galler Regierung – der Kanton trägt das Zentrum gemeinsam mit dem Fürstentum Liechtenstein – ein anderes Ziel im Vordergrund. «Durch die Intensivierung der High-Tech-Forschung am Standort Buchs wird die Innovationskraft der Betriebe gefördert», sagt Würth. Der Rückhalt in der Wirtschaft sei denn auch der erste und wichtigste Erfolgsfaktor für das IZR – «ohne diesen müssen wir es gar nicht erst versuchen».

Ein Unternehmer, der die Idee mitträgt, ist Michael Hilti, Verwaltungsrat der Hilti Aktiengesellschaft in Liechtenstein – «weil auch wir ständig überlegen und diskutieren, wie wir die Innovation stärken können und wo wir kompetente Partner für diese Fragen finden». Er ist überzeugt, dass sich durch die Zusammenarbeit des NTB Buchs mit den vier Forschungspartnern – Empa, ETH Zürich, Centre Suisse d'Electronique et de Microtechnique SA und Universität Liechtenstein – «neue Möglichkeiten für die Wirtschaft auftun». Und dass dadurch neue Forschungsaufträge, auch aus dem EU-Raum, ins Rheintal geholt werden können.

Drei Säulen zur Finanzierung

Das hoffen auch die Initianten des IZR. Denn sein Erfolg hängt wesentlich vom Projektumfang ab – auch finanziell. Das Forschungs- und Innovationszentrum Rheintal soll nämlich mit Drittmitteln aus der Wirtschaft und der Forschung (Projekte) mitfinanziert werden. Die Grundfinanzierung – Würth rechnet mit 2,5 Millionen Franken – leisten der Kanton St. Gallen und das Fürstentum Liechtenstein; wer wie viel zahlt, ist noch nicht ausgehandelt. Klar ist: Es wird beidenorts Vorlagen ans Parlament geben. In St. Gallen dürfte das Geschäft Anfang 2012 in den Rat kommen.