Toggenburger Talflucht

Übrigens…

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Die Bergbahnen im Toggenburg können überhaupt nicht miteinander. Sie müssen aber, findet die Regierung. Und dreht deshalb den Geldhahn zu. Das kommt nicht gut an. Nun ist das Toggenburg eine ausgesprochene SVP-Hochburg. «Staatsgelder» sind hier ein Schimpfwort – es sei denn, man nennt sie «Direktzahlungen».

Die Toggenburger Begehrlichkeiten sind trotzdem nur konsequent. Denn der Region laufen die Jungen davon. Wegen fehlender Perspektiven. Im Tal gibt es keine Pharmaindustrie, keine internationalen Software-Multis, nicht einmal drahtloses Internet auf jeder Kuhweide. Und erst recht kein Skigebiet mit kombiniertem Sessellift- und Kafi-Luz-All-You-Can-Drink-Abo.

Gerade die SVP betont immer wieder, dass Hilfe vor Ort geleistet werden muss. Nur so lässt sich die Wirtschaftsmigration erfolgreich bekämpfen. Deshalb muss die Regierung den Geldhahn so rasch wie möglich aufdrehen. Damit nicht noch mehr junge Toggenburgerinnen und Toggenburger für eine bessere Zukunft aus ihrem Tal flüchten müssen. So haben sie immerhin eine Perspektive als Anbügler im Wildhauser Oberdorf. (jw)