Zwischenbilanz der Fussballer: Von den sechs Toggenburger Vereinen kann beim Unterbruch der Meisterschaft nur der FC Bütschwil zufrieden sein

Zwei Teams dürfen mit dem Aufstieg liebäugeln, zwei sind im gesicherten Mittelfeld, vier hingegen sind akut abstiegsgefährdet – die Analyse nach der unterbrochenen Meisterschaft fällt für die Toggenburger Vereine zwiespältig aus.

Beat Lanzendorfer
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Auf solche Szenen müssen die Anhänger des runden Leders für mehrere Monate verzichten. Die unterbrochene Meisterschaft der regionalen Fussballer wird frühestens im März 2021 fortgesetzt.

Auf solche Szenen müssen die Anhänger des runden Leders für mehrere Monate verzichten. Die unterbrochene Meisterschaft der regionalen Fussballer wird frühestens im März 2021 fortgesetzt.

Bild: Beat Lanzendorfer

Fussball gehört zu den Kontaktsportarten, die nach dem Bundesratsentscheid vom 28. Oktober auf Stufe Amateure nicht mehr ausgeübt werden dürfen. Ausser in der 4. und 5. Liga, die gerade noch rechtzeitig ihre letzten Vorrundenspiele absolvierten, mussten die Aktivteams die laufende Meisterschaft unterbrechen.

Nun ist es an der Zeit, eine Bilanz der vergangenen Monate zu ziehen. Von den acht Toggenburger Teams, die einer Analyse unterzogen werden, konnte nur die 1. Mannschaft des FC Bütschwil überzeugen, die im Herbst in zwölf Partien ungeschlagen blieb. Alle anderen blieben hinter den Erwartungen zurück.

Wann es wieder losgeht, steht aktuell in den Sternen. Geplant wäre ab Mitte März (2. Liga Inter) respektive Ende März/Anfang April (ab 2. Liga regional).

2. Liga Inter: Die Bazenheider Bilanz fällt nicht gut aus

Bazenheid-Trainer Raffael Spescha spricht von einer «von schweren und langwierigen Verletzungen geprägten Vorbereitungszeit mit dem Gewinn des Bazenheider Cups als Highlight».

Raffael Spescha, Trainer FC Bazenheid.

Raffael Spescha, Trainer FC Bazenheid.

Bild: Beat Lanzendorfer

Nach dem guten Start mit sieben Punkten aus vier Spielen kam im weiteren Verlauf ein mickriger Zähler aus fünf Partien hinzu. Spescha begründet dies mit weiteren Verletzungen, die zu einer Ausdünnung des Kaders geführt hätten. Nun hofft er, dass sich beim Rückrundenstart einige Langzeitverletzten wieder zurückmelden. Dies ist nötig, Bazenheid überwintert unmittelbar vor den Abstiegsplätzen.

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2. Liga: Wattwil Bunt muss sich in der Rückrunde steigern

«Für unsere Mannschaft war die Vorrunde schwierig, weil wir ständig sechs bis acht Verletzte zu beklagen hatten», sagt Trainer Jan Rüeger. Für die weitere Entwicklung hatte dies den Vorteil, dass einige junge Spieler zu vielen Einsatzminuten kamen. Kurzfristig konnte die Mannschaft daraus aber noch keinen Nutzen ziehen, blieb sie doch mit zehn Punkten weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Jan Rüeger, Trainer FC Wattwil Bunt.

Jan Rüeger, Trainer FC Wattwil Bunt.

Bild: Beat Lanzendorfer

Rüeger begründet dies mit Eigenfehlern, mit der sich das Team einige Male selber um den verdienten Lohn brachte. Weil die Reserve auf die Abstiegsplätz nur zwei (Eschenbach) respektive drei Zähler (Wängi) beträgt, wird im nächsten Frühjahr eine Steigerung nötig.

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3. Liga: Ebnat-Kappel ist ähnlich schlecht wie vor einem Jahr

Die Saison wurde mit einem Paukenschlag lanciert. Ebnat-Kappel rettete trotz 1:3-Rückstands einen Punkt beim 3:3 gegen Aufstiegsfavorit Flawil. Im weiteren Verlauf gab es viele Hochs und Tiefs. Die Mannschaft lieferte oftmals eine gute Leistung ab, brachte häufig aber einen Vorsprung nicht über die Zeit. Das junge Team konnte die vorhandene Qualität meist nicht über neunzig Minuten abrufen.

Jürg Stadelmann, Trainer FC Ebnat-Kappel.

Jürg Stadelmann, Trainer FC Ebnat-Kappel.

Bild: Beat Lanzendorfer

Vor einem Jahr hatte die Mannschaft nach elf Spielen fünf Punkte, jetzt sind es nach acht deren drei – Ziel nicht erreicht. «Jetzt gilt es zu analysieren, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und in der Rückrunde die nötigen Punkte einzufahren», sagt Trainer Jürg Stadelmann. Wenigstens gibt es mit Netstal und Münchwilen noch zwei Teams, die ähnlich schlecht unterwegs sind. Zwei aus diesem Trio müssen absteigen, die übrige Konkurrenz ist zu weit weg.

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3. Liga: Neckertal-Degersheim bleibt hinter den Erwartungen

Neckertal-Degersheim gehörte vor einem Jahr zu den grossen Überraschungen und lag bei Halbzeit auf Position 3. Auch wenn noch zwei Spiele fehlen, mit 13 Punkten kann der letztjährige Wert (22) nicht erreicht werden. «Unsere Zielvorgabe war ein Platz im gesicherten Mittelfeld, den haben wir im Moment inne. Mit dem siebten Platz dürfen wir zufrieden sein, allerdings gab es einige Niederlagen, die für mich als Trainer nicht akzeptabel sind», sagt Trainer Markus Danuser.

Markus Danuser, Trainer FC Neckertal-Degersheim.

Markus Danuser, Trainer FC Neckertal-Degersheim.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die vielen Gegentore – nur Münchwilen und Netstal kassierten mehr Tore – hätten nebst der schlechten Chancenauswertung eine bessere Klassierung verhindert. Die Mannschaft hat noch Luft nach oben.

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4. Liga: Bütschwil ist der Überflieger der Vorrunde

Selbst alteingesessene Fans mögen sich nicht daran erinnern, wann Bütschwil letztmals eine ähnlich überragende Vorrunde hingelegt hat. Die Mannschaft hat sieben Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr auf dem Konto.

Ruedi Eisenhut, Trainer FC Bütschwil.

Ruedi Eisenhut, Trainer FC Bütschwil.

Bild: Beat Lanzendorfer

Der Vorsprung auf Verfolger Kirchberg beträgt ebenfalls sieben Zähler. Kann die Mannschaft die Qualität halten, ist kaum damit zu rechnen, dass sie sich die Butter noch vom Brot nehmen lässt. Nach zweijährigem Unterbruch zweifeln nur noch die grössten Pessimisten an der Rückkehr in die 3. Liga.

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4. Liga: Kirchberg hat noch Steigerungspotenzial

Nach vier Runden – davon zwei Niederlagen, ein Unentschieden und ein Sieg – war die Saison fast schon gelaufen. Die zwei Nuller resultierten dabei ausgerechnet in den Derbies gegen Bazenheid und Bütschwil. Team und Staff haben sich danach zum Ziel gesetzt, die zweite Hälfte der Vorrunde erfolgreicher zu gestalten, sprich fünf Siege einzufahren. Diese Zielsetzung wurde erreicht. Mit dem gewonnenen Spitzenkampf in Niederwil sorgte die Mannschaft für einen versöhnlichen Abschluss der Vorrunde.

Domenico Esposito, Trainer FC Kirchberg.

Domenico Esposito, Trainer FC Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Mit sechs Punkten Rückstand auf Leader Bütschwil sind die Chancen auf den angestrebten Aufstieg noch intakt. Es braucht jedoch einen Kraftakt des Teams und etwas Schützenhilfe, sonst wird es erneut nichts mit dem ersehnten Aufstieg und der Rückkehr in die 3.Liga.

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Bütschwiler Frauen (2. Liga): Guter Start – durchzogenes Ende

Nach fünf Spielen führten die Bütschwiler Frauen die Tabelle mit elf Punkten an. Der gute Saisonstart war allerdings ein Trugschluss, hat doch Trainer Hanspeter Schlittler stets betont, dass diese Saison dem Aufbau diene und er nicht damit rechne, dass seine Mannschaft ganz vorne mitspielen werde.

Hanspeter Schlittler, Trainer FC Bütschwil Frauen.

Hanspeter Schlittler, Trainer FC Bütschwil Frauen.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die zweite Saisonhälfte brachte dann die Erkenntnis, weshalb seine Warnungen nicht einfach so herbeigeredet waren. Plötzlich lief es nicht mehr und die Mannschaft wurde mit nur noch einem Punkt aus drei Begegnungen bis auf Platz 6 durchgereicht. Ganz an die Spitze dürfte es in der Rückrunde nicht mehr reichen.

Weil das Team aber erneut im Halbfinale des Ostschweizer Cups steht, bietet sich Ende März 2021 gegen Uzwil erneut die Gelegenheit, zum wiederholten Mal ins Endspiel vorzustossen, in dem die Frauen schon zweimal den Siegerpokal in die Höhe stemmen durften.

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Ebnat-Kappler Frauen (2. Liga): Eine weitere schwierige Saison

Die Ebnater Frauen müssen sich seit einigen Jahren nach der Decke strecken, konnten den Abstieg in die 3. Liga aber bisher immer verhindern. Nach dem Cupsieg gegen Linth-Schwanden (4:2) waren die Hoffnungen gross, dass auch in der Meisterschaft bessere Zeiten anbrechen – es kam anders. Von den sieben Spielen konnte die Mannschaft lediglich eines gewinnen – ausgerechnet das Derby gegen Bütschwil.

Sead Karalic, Trainer FC Ebnat-Kappel Frauen.

Sead Karalic, Trainer FC Ebnat-Kappel Frauen.

Bild: Beat Lanzendorfer

Dazu Trainer Sead Karalic: «Wir haben einen schmalen Kader, es steckt aber viel Potenzial in der jungen Mannschaft. Noch braucht es etwas Geduld, ich bin mir sicher, dass sie sich weiterentwickelt, dann kommen auch die Resultate.

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