Zweitwohnungen haben viel Potenzial und sorgen für Wertschöpfung

Es ist im Interesse der Besitzer von Ferienhäusern und Ferienwohnungen, dass diese belegt ist. Die Nachfrage ist momentan gross, die Tendenz zeigt noch aufwärts.

Sabine Camedda
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Wer seine Zweitwohnung vermietet, kann davon profitieren. (Bild: Susann Basler)

Wer seine Zweitwohnung vermietet, kann davon profitieren. (Bild: Susann Basler)

Der Tourismus in der Schweiz spült jedes Jahr viel Geld in die Kassen der Destinationen. Vermehrt buchen die Gäste aber nicht Hotelzimmer, sondern verbringen ihre Ferientage in Ferienwohnungen und Ferienhäusern. Im vergangenen Jahr wurden
folglich 7,5 Millionen mehr Übernachtungsgäste in Zweitwohnungen verzeichnet als 2017. Dies entspricht einer Zunahme von 2,9 Prozent.

«Das Potenzial, das Zweitwohnungen für eine Tourismusdestination hat, ist sehr gross», sagt Oliver Schmid. Der Tourismusfachmann ist Geschäftsführer der Berg & Bett AG in Wildhaus, die sich um die Vermietung von Zweitwohnungen kümmert.

In der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann stehen alleine 1300 Zweitwohnungen. Ein Teil davon werde von den Besitzern regelmässig genutzt, oder von ihnen direkt an Feriengäste vermietet, sagt Oliver Schmid. Eine Umfrage bei den Besitzern hat ergeben, dass die übrigen durchschnittlich acht Wochen im Jahr belegt sind und dass durchaus genügend marktfähige Objekte vorhanden wären.

«Mit Berg & Bett bringen wir diese Zweitwohnungen auf geeigneten Buchungsplattformen auf den Markt», sagt Oliver Schmid weiter. «Unser Ziel ist es, die Auslastung auf mindestens zwölf Wochen zu erhöhen.»

Diese höhere Belegung wirkt sich direkt bei der Einnahmenseite der Zweitwohnungsbesitzer aus. Die Fixkosten fallen zwar höher aus, wenn das Objekt bewohnt ist, machen aber nur einen kleinen Teil der Mieteinnahmen aus. Oliver Schmid rechnet, dass die Zweitwohnungen so viel abwerfen, damit die Besitzer laufend investieren und die Zweitwohnung so auf einem hohen Standard halten können.

Werden diese Instandhaltungsarbeiten an einheimische Handwerker vergeben, folgt daraus eine lokale Wertschöpfung. Zudem geben die Feriengäste in unserer Region auch Geld für Angebote wie die Bergbahnen, die Badis und das Minigolf aus.

Zudem gehen sie vor Ort einkaufen und gönnen sich ab und zu einen Restaurantbesuch. «Letztlich ist es also im Interesse vieler, wenn die Zweitwohnungen in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann gut belegt sind», folgert Oliver Schmid.