Zweiter Sieg in Serie – die Bütschwiler Frauen schlagen Dank eines Tores von Nicole Scherrer in der 89. Minute Wittenbach mit 1:0.

Die Toggenburgerinnen sind in der 2. Liga vorerst nicht vom Weg abzubringen und nehmen nach dem zweiten Spieltag Position 1 in der Tabelle ein.

Beat Lanzendorfer
Drucken
Teilen
Hier versetzt Nicole Scherrer ihre Gegenspielerin, kurz vor dem Abpfiff schoss sie dann den entscheidenden Treffer.

Hier versetzt Nicole Scherrer ihre Gegenspielerin, kurz vor dem Abpfiff schoss sie dann den entscheidenden Treffer.

Bild: Beat Lanzendorfer

In Bütschwil scheint es den Leuten nichts auszumachen, wenn sie im Regen stehen. Trotz widriger äusserer Bedingungen fand das Spiel der Frauen zwischen Bütschwil und Wittenbach nämlich statt. Und wer den Weg auf die Breite auf sich nahm und den Einheimischen die Daumen drückte, brauchte sein Kommen nicht zu bereuen.

24 Tore in vier Ernstkämpfen

Das Team um Trainer Hanspeter Schlittler setzte seine Erfolgsserie mit dem 1:0-Sieg fort und gewann seit der Wiederaufnahme des Wettspielbetriebs seinen vierten Ernstkampf.

Zweimal hatte sich die Mannschaft gegen Unterklassige im Cup durchgesetzt, zweimal gewann sie in der Meisterschaft. Das Aussergewöhnliche daran: In diesen 360 Minuten resultierten 24 Tore.

Bernadette Hangartner, die Torhüterin, brauchte im selben Zeitraum nicht einmal hinter sich zu greifen. Am Sonntag musste sie ihre Qualitäten aber mehrmals aufblitzen lassen, um ihre Serie der Ungeschlagenheit wahren zu können.

Hangartner kann sich mehrfach auszeichnen

Besonders in Halbzeit 1 wurde sie von Wahsel und Tgetgel mehrmals mit Fernschüssen auf die Probe gestellt, hielt ihren Kasten aber sauber. Die heikelste Situation hatte sie kurz nach der Pause zu überstehen. Bruderer schlug aus zwanzig Metern einen Freistoss Richtung Tor, den Hangartner nach vorne abprallen liess, den Nachschuss von Tgetgel wehrte sie dann in extremis ab.

Die Gastgeber wollten dem Gegner zwar von Beginn weg ihr Spiel aufzwingen, was aber nicht immer wunschgemäss gelang. So sollte es rund zwanzig Minuten dauern, bis die gegnerische Torhüterin erstmals eingreifen musste.

Immer dann, wenn Bütschwil sein Glück über die Aussenpositionen suchte, wurde es vor dem Wittenbacher Tor gefährlich. Jene Szene, als Brändle über rechts durchlief und auf Thalmann ablegte, hätte die Führung verdient gehabt. Der Ball sprang aber lediglich an den Pfosten und von dort ins Spielfeld zurück.

Dann stand Nicole Scherrer zweimal im Mittelpunkt. Kurz vor und unmittelbar nach der Pause vergab sie zwei sogenannt Hundertprozentige als sie allein vor Torhüterin Hutter auftauchte, denn Ball aber nicht an dieser vorbeibrachte.

Die grossen Brocken kommen alle noch

Zeigte sie in jener Phase noch Nerven, demonstrierte sie kurz vor dem Abpfiff ihre Kaltschnäuzigkeit. Nach einem Foul legte sie sich den Ball aus zwanzig Metern zurecht und zirkelte ihn flach an der Mauer vorbei ins Tor. Es hatte lange gedauert, bis Bütschwil seiner Favoritenrolle gerecht wurde, dafür war der Jubel über den spät geschafften Sieg umso grösser.

Trainer Hanspeter Schlittler war nach dem Schlusspfiff zufrieden, mahnte aber zur Vorsicht: «Wenn das Tor zu einem derart späten Zeitpunkt fällt, ist der Sieg glücklich. Ich denke, wir haben uns die drei Punkte aber verdient, weil wir entschlossener auftraten.»

Ihm war aber auch bewusst, «dass uns die richtig grossen Brocken alle noch bevorstehen.» Am Sonntag interessierte dies seine Spielerinnen jedoch nicht sonderlich, sie zeigten sich über den optimalen Saisonstart glücklich, besetzt die Mannschaft mit den sechs bisher gewonnenen Punkten doch den Leaderthron in der 2.Liga.

Hier ist das Matchtelegramm zu finden.