Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Bergrennen Hemberg 2017: Engländer schrottete 2,5 Millionen teures Auto

Nachdem das Bergrennen im letzten Jahr von einem schweren Unfall überschattet wurde, lag die siebte Durchführung lange im Ungewissen. Der Veranstalter hat sich jedoch entschlossen, es auch heuer durchzuführen.
Michael Hug
Die Wetterzeichen für das Bergrennen Hemberg 2018 stehen gut. (Bild: Bilder: Michael Hug)

Die Wetterzeichen für das Bergrennen Hemberg 2018 stehen gut. (Bild: Bilder: Michael Hug)

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schaut OK-Chef Christian Schmid auf das Bergrennen 2017 zurück: «Es war ein grossartiges Rennwochenende – wenn der Unfall nicht gewesen wäre.» Der Unfall von Richard Hammond in seinem 2.5 Millionen Franken teuren Elektrofahrzeug überschattete das ganze Wochenende im Juni letzten Jahres. Obwohl der Fahrer selbst nur leicht verletzt wurde, erlitt das kroatische Prototypen-Auto Totalschaden.

Zurück blieb für die Organisatoren nebst dem Schrecken eine fünfstellige Summe an Kosten für Erste Hilfe und Abtransport sowie eine Busse vom Automobilsportverband. Ob das Bergrennen je wieder stattfinden würde, lag noch einige Monate in der Schwebe.

Einen Fast-Kollaps gab es im Jahr 2012

Nun findet es aber an diesem Wochenende zum siebten Mal nach der Neuauflage 2012 und 50 Jahre nach dem ersten Rennen wieder statt. Und bereits hat das «neue» Bergrennen in sechs Jahren fast soviel Aussergewöhnliches gesehen wie das «alte» in zwölf Jahren. An der Premiere 2012 gab es einen Ansturm von über 10'000 Fans, der die Organisation des Rennens fast zum Kollaps brachte. Es fehlte an allen Ecken und Enden – an Parkplätzen, Verpflegung, Verkehrsraum. Doch das Rennen wurde durchgezogen und ohne grosse Zwischenfälle zu Ende gebracht.

2013 kamen ein Drittel weniger Zuschauende

Ein Drittel weniger Zuschauende besuchte das Bergrennen 2013. Zu viele hatten dem Dorf Hemberg erbost über die chaotischen Zustände im Vorjahr den Rücken gekehrt. Doch alle 200 Fahrer blieben dem neuen Rennen in ihrem Rennkalender treu. Und es zeigte sich auch: Die Bevölkerung Hembergs steht hinter «ihrem» Bergrennen. Mit der Ausnahme eines einzigen Anstössers befürworten das Gewerbe und die meisten Einwohnenden den Anlass, der doch die Dörfer Hemberg und Bächli an zwei Tagen zum Ausnahmezustand zwingt.

2014 liess die Zahl der Zuschauenden nochmals etwas nach, aber seit 2015 zog sie wieder leicht an. «Damit lässt sich ein solcher Anlass gerade noch finanzieren», erläutert Christian Schmid, und betont: «Natürlich auch dank unseren treuen Sponsoren.» 2014 wurde zudem der Termin vom September in den Juni verlegt, womit das Rennen seither als erstes der Schweizer Bergrennen-Saison in den Rennkalender aufgenommen wurde.

Eine Flugshow und massives Gewitter

2015 wurde das vierte Bergrennen von zwei Aspekten geprägt: Der Flugshow der PC-7-Staffel der Schweizer Luftwaffe am Sonntagnachmittag und dem massiven Gewitter drei Stunden später, notabene kurz vor dem vorgesehenen Rennende. Der letzte Lauf konnte an diesem Tag nicht mehr durchgeführt werden. Die Zuschauenden wurden vom sintflutartigen Regen total überrascht.

2016 spielte dann das Wetter ganz und gar nicht mit. Der Regen vor dem Rennwochenende liess die Zahl der Fans um einen Fünftel zusammensacken. Erstmals musste das OK Plan B aus der Schublade ziehen. Das hiess: Parkplätze sperren und verlegen, die Zuschauenden mit Shuttle-Bussen abholen. Es kam ausserdem zu Unfällen aufgrund der nassen Rennstrecke, ein Fahrer musste mit mittelschweren Verletzungen ins Spital geflogen werden.

2017 dann das wettermässige Gegenteil. Sonne, wohin das Auge reichte. 7500 Fans kamen und sie sorgten mit ihrem Durst für viel Umsatz an den Verpflegungsständen. Wieder waren das gesamte Dorf und seine Einwohnenden auf den Beinen: Als Helfende, als Park- und Campierplatz-Zur-Verfügungsstellende oder als Zuschauende. Am Sonntag katapultierten die negativen News des verunfallten englischen TV-Stars den Namen Hemberg in die europäischen Nachrichten- und Sportmedien. Zumindest zwei Engländer waren von den Bildern aus dem Neckertal derart angetan und begeistert, dass sie heuer einen Flug in die Schweiz und ein Hotel buchten. Das Ehepaar fragte bei Christian Schmid persönlich um Tickets an.

Von der fehlenden Leitplanke

Der Hemberger Gemeindepräsident Christian Gertsch äussert sich im aktuellen Mitteilungsblatt von heute Donnerstag ebenfalls zum Bergrennen Hemberg und informiert die Bevölkerung über eine Leitplanke, die trotz Kostenbeitrag nicht erstellt werden konnte.

Aufgrund des Fahrzeugunfalls am letztjährigen Bergrennen habe sich der Gemeinderat Gedanken zum allgemeinen Schutz der Verkehrsteilnehmer und der unterhalb der Bächlistrasse liegenden Liegenschaften am Dorfeingang und deren Besitzer gemacht. Fachleute empfahlen dem Rat, ein Fahrzeugrückhaltesystem, eine Leitplanke, entlang der Bächlistrasse zu realisieren. Einen entsprechenden Kostenbetrag von 16000 Franken wurde darum ins Budget 2018 aufgenommen und von der Bürgerschaft bewilligt.

Trotz dieser Bemühungen um eine Lösung haben zum Bedauern des Gemeinderates und des Gemeindepräsidenten nicht alle betroffenen Grundeigentümer für den Bau der geplanten Leitplanke auf ihrem Grundstück die Zustimmung erteilt, steht im Mitteilungsblatt. Deshalb könne die Leitplanke nicht erstellt werden, und schon gar nicht mehr innert nützlicher Frist bis zur Durchführung des Rennens am kommenden Wochenende. Ob die gewünschte Leitplanke je erstellt werden könne, sei offen. Weiter steht im Gemeindeblatt, dass aufgrund der Auflagen zur Bewilligung für die Durchführung des Bergrennens die betreffende Strecke auf der Bächlistrasse nach dem Ziel in der Auslaufstrecke, die als Hammonds Corner bezeichnet werde, mit entsprechenden Massnahmen zu sichern sei. Weil nun seitens der Gemeinde keine Leitplanke erstellt werden könne, habe die Rennleitung für die Erstellung der Sicherheitsmassnahmen gemäss ihrem Konzept zu sorgen. (gem/lim)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.