Zur Diskussion um die Zukunft des Spitals Wattwil: «Resignation nützt nichts»

Am Neujahrsbrunch des Vereins Region Toggenburg dominierte die Spitalfrage die Tischgespräche.

Urs M. Hemm
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Alois Gunzenreiner, Präsident des Vereins Region Toggenburg, informiert die Mitglieder anlässlich der Neujahrsbrunchs über die neuesten Entwicklungen in der Spitalfrage.

Alois Gunzenreiner, Präsident des Vereins Region Toggenburg, informiert die Mitglieder anlässlich der Neujahrsbrunchs über die neuesten Entwicklungen in der Spitalfrage.

Bild: Urs M. Hemm

Vor einem Jahr, am gleichen Anlass, habe er gesagt, das Jahr 2019 werde zu einem Schicksalsjahr für die Region – das habe sich bewahrheitet. Mit diesen Worten begrüsste Präsident Alois Gunzenreiner die Mitglieder des Vereins Region Toggenburg zu ihrem Neujahrsbrunch, der am Freitagmorgen in der «Krone» in Mosnang durchgeführt wurde. Mit den schicksalhaften Ereignissen meinte er einerseits die Abstimmungen über das Klanghaus Toggenburg sowie über den Campus Wattwil, die beide zu Gunsten des Toggenburgs ausfielen. Andererseits rief er den Anwesenden den 23. Oktober in Erinnerung, den Tag, als die St.Galler Regierung die beabsichtigte Schliessung des Spitals Wattwil bekannt gab.

Mehr als ein Wermutstropfen

«Nebst dem Verlust von etwa 300 Arbeitsplätzen wird durch diesen Entscheid die Gesundheitsversorgung im Toggenburg gefährdet und die Standortattraktivität sinkt», sagte Alois Gunzenreiner. Dies sei mehr als ein Wermutstropfen, nachdem man in der Region während der letzten Jahre mit grossem Engagement versucht habe, die Region weiter zu bringen und die Standortattraktivität zu festigen, was in grossen Teilen ja auch gelungen sei, sagte Gunzenreiner.

Resignation angesichts dieser Situation nütze jedoch nichts. «Wir müssen uns zu Wort melden, denn wer nichts sagt, hat stillschweigend seine Zustimmung gegeben.» Daher sei es sehr erfreulich gewesen, dass sich verschiedenste Kreise innerhalb der Vernehmlassungsfrist zur neuen Spitalstrategie der Regierung zu Wort gemeldet hätten.

«Leider muss aber bezweifelt werden, dass diese Bemerkungen auf fruchtbaren Boden fallen oder gar ernst genommen werden», sagte Alois Gunzenreiner. Denn die Regierung habe bereits damit begonnen, zweckfremde Nutzungen für das Spital Wattwil zu diskutieren und zu konkretisieren. Dies unbesehen von einer Auswertung der Vernehmlassungsbegehren und damit von einem offenen Ausgang der anstehenden Entscheide.

«Wenn die Regierung nicht die Vernehmlassungsfrist abwartet und sich bereits mit dem nächsten Schritt beschäftigt, ist ein Punkt erreicht, an dem im demokratischen und rechtsstaatlichen Ablauf, wie wir es uns gewohnt sind, etwas nicht mehr stimmt.» 

Angesichts dieser Entwicklung in der Spitalfrage sei es sicher vertretbar zu sagen, dass auch das Jahr 2020 zu einem Schicksalsjahr für das Toggenburg werde.

Trotzdem voller Zuversicht ins Jahr 2020

Ungeachtet der Spitalfrage blickt Alois Gunzenreiner auch voller Zuversicht auf das laufende Jahr. Ein Highlight werden dabei sicherlich die Feierlichkeiten zum 150-Jahr-Jubiläum der Toggenburgerbahn im August sein, welche gleichzeitig mit dem Wattwiler Fest stattfinden. «Zur Zeit der Eröffnung der Bahnlinie zwischen Wil und Ebnat-Kappel hatte das Toggenburg in etwa gleich viel Einwohner wie die Stadtregion», sagte Alois Gunzenreiner. Er sei überzeugt, dass das zweite Highlight im Jahr 2020, nämlich die Eröffnung der Umfahrung Bütschwil, sich positiv auf die Bevölkerungsentwicklung in der Region auswirken werde. «Ich bin aber ebenso davon überzeugt, dass wir uns nicht mehr an die Zahlen der Stadt annähern werden. Ich glaube aber auch nicht, dass wir das wollen.»

Zum Abschluss seiner Ansprache appellierte er an die Anwesenden, in ihren Bemühungen um die Region Toggenburg nicht nachzulassen.