Zu grosse Unfallgefahr: Bruedertöbeli-Höhle oberhalb von Bütschwil drohte einst die Schliessung

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Die Bruedertöbeli-Höhle im Wald oberhalb von Bütschwil und Ganterschwil ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel. (Bild:PD)

Die Bruedertöbeli-Höhle im Wald oberhalb von Bütschwil und Ganterschwil ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel. (Bild:PD)

Vor 100 Jahren

19. Juli: Nesslau. Gegenwärtig lässt die Gemeinde Amden in ihrem ausgedehnten Waldrevier «Toggenburgerseits» ein grosszügig angelegtes Waldwegnetz ausarbeiten und projektieren. Amden besitzt im Sulzbachtal noch eigentlichen Urwald, der noch unzugangbar ist und nicht benutzt werden kann. Im Anschluss an die Strasse Laad–Nesslau und an das Strassenprojekt Laad–Stein ist ein Wegnetz projektiert, welches die Abfuhr sowohl nach dem Toggenburg wie nach dem Linthgebiet vorsieht. Bereits sind die erste Bausektion vergeben. Der ganze Bau umfasst 10 Kilometer Weglänge. Die Anlage wird eine der interessantesten Waldweganlagen werden.

19. Juli: Ostschweiz. Eierabschlag. Das Eintreffen grosser Quantitäten polnischer Eier in der Schweiz durch die Vermittlung einer Anzahl Stickereiexportfirmen zeigt bereits seine Wirkung. Die Eierhändler aus dem Rheintale und dem Appenzellerlande verlangten bisher für das Stück frischer Eier noch 55 bis 60 Rp. Heute offerieren sie solche bereits zu 35 bis 40 Rp. möglicherweise tritt schon in den nächsten Tagen ein weiterer Abschlag ein.

Vor 50 Jahren

18. Juli: Bazenheid. Die rührige Kommission des Verkehrsvereins hatte zu einer Orientierung über die Schwimmbadangelegenheit ins Hotel Bahnhof eingeladen. An die vierzig Personen aus verschiedenen öffentlichen Körperschaften des ganzen Gemeindegebietes sowie der Industrie und aus Vereinen bekundeten ihr lebhaftes Interesse für diese kulturelle Angelegenheit. Kurt Episser, Präsident des Verkehrsvereins, orientierte in seiner kurzen Begrüssung über die Ausgangslage mit einem Fondskapital von 70000 Franken aus den beiden Dorffesten und der vorsorglichen Bodensicherung von 8000 Quadratmeter im Kaufrechtsvertrag.

Mit der Frage der Finanzierung entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, sowohl hinsichtlich der Art des Bades, des Einzugsgebietes, der Trägerschaft und der Beteiligung der öffentlichen Hand, der Betriebsrechnung und auch des Standortes, zumal sich auch der Trend für die Schaffung eines eigentlichen Sportzentrums bemerkbar machte. Die vom Vorstand vorgesehene Gründung einer Schwimmbachgenossenschaft konnte in Folge noch nicht verwirklicht werden.

Vor 20 Jahren

21. Juli: Ganterschwil. Bruedertöbeli-Höhle droht Schliessung. Keine Veranstaltung mehr ab Ende August in der Bruedertöbeli-Höhle, bis Ende Jahr müssen sämtliche Anlagen und Einrichtungen abgebaut sein: Der Gemeinderat hat mit diesem Entscheid in ein Wespennest gestochen. Kein Wunder: Die Bruedertöbeli-Höhle ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel, das sogar Besucher aus dem süddeutschen Raum anzieht. Der Entscheid fiel aber nicht aus eigenem Antrieb. Im April nahm der Chef des kantonalen Planungsamtes, Peter Flaad, einen Augenschein und kam zum Schluss, dass die Unfallgefahr zu gross sei.

Der Ganterschwiler Josef Hobi ist sozusagen der Vater der Bruedertöbeli-Höhle: Er hat sie seit 1986 schrittweise ausgebaut – allerdings ohne Bewilligung. Ein Raum mit 40 Sitzplätzen, eine WC-Anlage, ein Magazin, ein Küchenraum und ein Grottenaussenraum mit mehr als zehn Tischen und dazugehörigen Bänken sowie ein Warenlift sind sein Verdienst. Insgesamt können 100 Gäste bewirtet werden. Im Jahre 1996 aber wollte der Gemeinderat nicht mehr tatenlos zusehen: Er setzte eine Frist von zehn Jahren, um die bestehenden Anlagen abzubrechen. Würde das Szenario eines herabstürzenden Felsens eintreten, müsste die Gemeinde Ganterschwil allfällige Konsequenzen tragen. «Klagen in Millionenhöhe kämen auf uns zu, ganz abgesehen vom menschlichen Leid, das ein solches 
Unglück mitbringen könnte», sagt Gemeindeammann Othmar Gerschwiler.

Vor 10 Jahren

21. Juli: Krinau. Im Krinauer Schaufelberg bietet sich ein Bild, das eher an eine Explosion als an einen Blitzschlag erinnert. «So etwas habe ich noch gar nie zu Gesicht bekommen», sagt Fridolin Schlumpf, der Landwirt auf dessen Boden ein Blitz eingeschlagen hat. Er habe während seiner langjährigen Tätigkeit als Holzer schon viele Bäume gesehen, in die der Blitz eingeschlagen hatte. Das Besondere ist, dass das Holz der rund 24 Meter hohen Weisstanne richtiggehend durch die Luft geschleudert wurde. Ein grosses Stück des Stammes hat sich geradezu in den Boden gegraben, riesige Holzbrocken liegen auf der Wiese und noch rund 70 Meter vom Stumpf entfernt finden sich Rindenstücke und kleinere Holzteile. Den Grund für dieses explosionsartige Zerbersten der Tanne vermutet der Landwirt darin, dass die Tanne momentan voller Saft sei.

23. Juli: Leichtathletik. Selina Büchel vom KTV Bütschwil startet an der U20-Europameisterschaft zum Vorlauf über 800m. Mit der Selektion für die Titelkämpfe hat die Mosligerin ihr erstes Ziel bereits erreicht. Die Limite für die EM-Teilnahme betrug 2.09.50. Selina Büchel lief bei der Junioren-Gala in Mannheim 2.07.47.