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Zeltainer-Eigenproduktion feiert in Unterwasser Premiere: Neonazi wird zur rechte Hand der Pfarrerin

Am Donnerstagabend ist das Theaterstück «Adams Äpfel» im Zeltainer in Unterwasser das erste Mal aufgeführt worden.
Rudolf Steiner
Neonazi Adam (Rolf Studerus) konfrontiert Dorfpfarrerin Ivana (Vroni Gubler) mit ihrer Vergangenheit. (Bild: Rudolf Steiner)

Neonazi Adam (Rolf Studerus) konfrontiert Dorfpfarrerin Ivana (Vroni Gubler) mit ihrer Vergangenheit. (Bild: Rudolf Steiner)

Rabenschwarz und skurril ist das Stück «Adams Äpfel» des dänischen Filmregisseurs Anders Thomas Jensen, welches das Kleintheater Zeltainer in Unterwasser als Eigenproduktion aufführt. Darin verirrt sich der Neonazi Adam (Rolf Studerus) in die kirchliche Wohngemeinschaft von Pfarrerin Ivana (Vroni Gubler) und konvertiert schlussendlich zur rechten Hand Ivanas.

Die Probleme sind vorprogrammiert. Adam zieht einer WG mit zwei anderen Neonazis hinzu, um von der Pfarrerin Ivana resozialisiert zu werden. Beim Einzug erhält Adam von Ivana eine Bibel, mit der er nichts anfangen kann. Zudem ersetzt er das Kruzifix an der Wand durch ein Hitlerporträt. Ivana stellt ihm voller Sarkasmus und als Mittel zum Zweck die Aufgabe, einen Apfelkuchen zu backen und den dazu auserwählten Apfelbaum zu pflegen. Adam beginnt widerwillig mit seiner Aufgabe. Der Apfelbaum wird jedoch zunächst von Krähen in Beschlag genommen, dann von Würmern befallen und brennt schliesslich nach einem Blitzschlag ab. Nur ein paar Äpfel bleiben übrig.

Ein Apfelkuchen zur Versöhnung

Adam fühlt sich durch Ivana herausgefordert und setzt alles daran, den Glauben der Pfarrerin zu brechen. Kurz gelingt ihm das auch, indem er Ivana auf ihre Schicksalsschläge anspricht und ihr beibringt, dass diese alle Gottes Plan waren. Durch Nachforschungen hatte er herausfinden können, dass sie als Kind vergewaltigt wurde, einen behinderten Sohn hat und sich ihr Mann umbrachte. Sie selbst leidet an einem Gehirntumor.

Etwas später jedoch bereut Adam die Konvertierung Ivanas, als er sieht, was für einen positiven Einfluss die Pfarrerin hatte. Deshalb backt er mit dem letzten unversehrten Apfel einen Apfelkuchen und möchte Ivana im Spital besuchen, denn der Pfarrerin wurde zuvor von einem Neonazi in den Kopf geschossen. Sie überlebt den Vorfall und ihr Tumor verschwindet durch den Kopfschuss auf wundersame Weise. Zum versöhnlichen Schluss geniesst sie mit Adam, ihrem mittlerweile bekehrten neuen Mitarbeiter, den Apfelkuchen.

Regisseur Daniel Koller aus Unterwasser hat Jensens Originalfilmversion teilweise adaptiert und umgeschrieben. So wurde aus dem Pfarrer Ivan die Dorfpfarrerin Ivana und aus dem Arzt Dr. Kolberg die Ärztin Kolberg (Cilgia Kobelt). Ihm ist es gelungen, das Laienensemble in Dutzenden Proben zu einer beeindruckenden Einheit zusammenzuschweissen. Für weitere Interessenten und Theaterfreunde besteht die Möglichkeit, die Groteske «Adams Äpfel» noch an weiteren vier Vorstellungen in den nächsten Tagen im Zeltainer in Unterwasser mitzuerleben.

Laienschauspieler beeindrucken

Die meisten Schauspieler stehen in «Adams Äpfel» nicht das erste Mal auf der Bühne, mehrere haben bereits in den beiden vorangehenden Eigenproduktionen des Zeltainers («Schweizermacher», «Der Besuch der alten Dame» oder «Silberfüchsen» )mitgespielt. So hat Hauptdarstellerin Vroni Gubler schon als Monster beim «Besuch der alten Dame» mitgespielt. Auch Hauptdarsteller Rolf Studerus als Neonazi Adam hat Theatererfahrung aus dem «Armen Mann im Tockenburg» der Bühne Thurtal.

Noch vier mal

Weitere Theatervorstellungen: am Sonntag 11. August um 18.30 Uhr, am 15., 16. und 17. August um 20 Uhr.

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