Viehschau Nesslau: Kuh Zalome lässt die Herzen höher schlagen

Die Gemeindeviehschau in Nesslau ist die grösste der Region Ostschweiz. Mit Zalome, sie gehört Willi Schafflützel, wurde die letztjährige Erst-Melk-Champion zur «Miss Nesslau» gekürt.

Adi Lippuner
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«Miss Nesslau», Kuh Zalome, mit der Besitzerfamilie Schafflützel, Melanie, Patrick, Willi und Regula (von links). (Bild: Adi Lippuner)

«Miss Nesslau», Kuh Zalome, mit der Besitzerfamilie Schafflützel, Melanie, Patrick, Willi und Regula (von links). (Bild: Adi Lippuner)

Für Braunviehzüchter aus der näheren und weiteren Umgebung ist die Gemeindeviehschau in Nesslau ein «Muss». Bei einer Auffuhr von 1110 Tieren, wie dies am Mittwoch der Fall war, sind zahlreiche Kühe, welche das Herz der Züchter ein paar Takte schneller schlagen lassen, dabei. Allen voran war dies die Kuh Zalome der Familie Schafflützel vom Stockacker in Krummenau. Der Experte Christian Schneider fasst zusammen:

«Diese Miss lässt keine Wünsche offen. Bei ihr stimmt einfach alles, von der perfekten oberen Linie bis zu sämtlichen Merkmalen der Braunvieh-Zuchtziele.»

Bereits am Morgen um acht Uhr fand sich viel Publikum in Nesslau ein. Entlang der Hauptstrasse und beim Abzweigen zum Schauplatz waren die Plätze begehrt. Die Auffuhr vieler Bauernfamilien erfolgte sennisch, einige hatten ihre weissen Apppenzeller Ziegen oder die einheimische Rasse Toggenburger dabei.

Die Bauernfamilien und ihre Helfer tragen an diesem Tag die traditionelle Tracht. Die Männer entweder das rote Brusttuch oder der Senn in Marschrichtung links die «Gäle», also die gelbe Hose. Bei den Frauen und Mädchen ist es die blaue Werktags-Tracht.

Über tausend Tiere und elf Experten

Passend zur Grösse der Viehschau mit über eintausend Tieren wurden elf Experten aufgeboten. Johann Roth, Robert Bodenmann, Christian Schneider, Martin Hochreutener, Roland Ehrbar, Willi Loop, Walter Jost, Andreas Kurath und Konrad Bodenmann sowie die Jungviehexperten Martin Gubelmann und Samuel Stricker hatten beim vormittäglichen Einstellen der einzelnen Abteilungen und der Vergabe der Spezialpreise am Nachmittag alle Hände voll zu tun. Unterstützt wurden sie von einer grossen Schar Vorführer, die bei einzelnen Tiere ihre ganze Kraft einsetzten mussten, denn nicht alle Tiere wollten sich wie gewünscht im Ring bewegen.

Bei der Auffuhr am Morgen sind auch die Jüngsten der Familie dabei. (Bild: Adi Lippuner)

Bei der Auffuhr am Morgen sind auch die Jüngsten der Familie dabei. (Bild: Adi Lippuner)

Damit eine so grosse Schau reibungslos klappt, gibt es einiges an Vorbereitungsarbeiten zu bewältigen. Markus Wickli, Präsident der Gemeindeviehschau, würdigte deshalb bei seiner Begrüssung die vielen Helferinnen und Helfer, die für den traditionellen Anlass im Einsatz stehen. «Die Bauernfamilien, die mit grossem Aufwand sennnisch zur Schau fahren, dies ganz zur Freude des Publikums, verdienen Dank und Anerkennung», sagte Wickli.

Konstante Leistungen über mehrere Jahre

Fachkundig betrachten die Landwirte die Tiere der verschiedenen Abteilungen. (Bild: Adi Lippuner)

Fachkundig betrachten die Landwirte die Tiere der verschiedenen Abteilungen. (Bild: Adi Lippuner)

Die nachmittäglichen Höhepunkte mit der Vergabe der Spezialpreise ist vor allem für das fachkundige Publikum, die Züchter und ihre Familien, eine spannende Angelegenheit. Doch auch die nicht-bäuerliche Bevölkerung lässt sich den Festtag der Landwirte mit der traditionellen Auffuhr und dem Geschehen im Ring nicht entgehen. Dementsprechend dicht gedrängt sassen und standen Gross und Klein am Ring, um die Kommentare der Experten aus nächster Nähe zu erleben.

Geehrt wurden auch die Besitzer von 100'000er-Kühen, also Tiere, die bisher über 10'000 Kilogramm Milch gaben. Es sind dies Hansueli Tischhauser mit Jana und Willi Schafflützel mit Troja. «Es macht einfach Freunde, solche Kühe im Ring zu sehen, denn nur wenn die Bauernfamilie gut zu den Tieren schaut, sind konstante Leistungen über mehrere Jahre möglich», erläutert der Experte Johann Roth.