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Kleines Paradies: Im Kloster in
Alt St.Johann trifft Moderne auf Mittelalter

Bereits die Mönche im Mittelalter bewirtschafteten den Garten des Klosters St. Johann im Thurtal. Heute wachsen dort 200 verschiedene Kräuter- und Heilpflanzen.
Sabine Schmid
Der Klostergarten ist öffentlich zugänglich, es können auch Führungen gebucht werden. (Bild: Sabine Schmid)

Der Klostergarten ist öffentlich zugänglich, es können auch Führungen gebucht werden. (Bild: Sabine Schmid)

Wann genau das Kloster St. Johann im Thurtal gegründet wurde, ist nicht bekannt. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde es erstmals in einer Urkunde erwähnt. Das Kloster war von Bränden betroffen und erlebte während der Reformation turbulente Zeiten. Um etwa 1630 schliesslich zogen die Mönche thurabwärts und gründeten das Kloster Neu St. Johann. Die Hinterlassenschaft der Mönche in Alt St. Johann ist noch heute sehenswert: die ehemalige Klosterkirche, die heute als Pfarrkirche genutzt wird, das Propsteigebäude und der Schaugarten, der zu einem kleinen Paradies geschaffen wurde.

Viele Heilpflanzen im Garten

Gärten gehören seit dem Mittelalter zu einem Kloster. Die Mönche und Nonnen haben dort Gemüse angepflanzt, damit sie unabhängig von der Aussenwelt leben konnten. Ein grosser Teil des Gartens war immer auch den Heilpflanzen vorbehalten. In vielen Klöstern konnten die Mönche schreiben und vervielfältigten antike Schriften, in denen Heilpflanzen und deren Wirkung beschrieben waren. So eigneten sich die Mönche Wissen an, das sie weiterpflegten und auch weitergaben. Über Klöster entstand auch ein Handel von südeuropäischen und orientalischen Kräutern. So kamen beispielsweise fremdländische Pflanzen wie Liebstöckel und Fenchel hierher.

Kleines Paradies: Kloster St. Johann

Im öffentlich zugänglichen Schaugarten in Alt St. Johann wird die Verbindung von Nutz- und Heilpflanzen noch immer gepflegt. Nahe beim Eingang dominieren die Kräuter, die verwendet und im eigenen Kräuterladen verkauft werden. 200 verschiedene Pflanzen sind im Garten zu finden. Im hinteren Teil wachsen in Beeten auch Nutzpflanzen. Ergänzt wird die Anlage durch ein Wasserspiel und einen Sitzplatz, wo die Besucher ihren Gedanken freien Lauf lassen können. Der Garten kann auch für diverse Anlässe genutzt werden. Übrigens, wie viele Klostergärten, hat auch derjenige in Alt St. Johann einen geometrischen Grundriss mit einem bepflanzten Rondell im Zentrum.

Hinweis

Führungen im Klostergarten Alt St. Johann auf Anfrage bei Gisela Seiler, 071 994 26 83, schaugarten@sanktjohann.ch.

Wo sind ihre kleinen Paradiese?

Talauf, talab existieren im Toggenburg zahlreiche kleine Paradiese. Die Redaktion des «Toggenburger Tagblatts» beschreibt in dieser Sommerserie die eigenen, welche sind Ihre? Lassen Sie es uns wissen unter facebook.com/toggenburgertagblatt oder per E-Mail an redaktion@toggenburgmedien.ch.

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