Kantonsrat besucht das Toggenburg: Wo die Barren, Recke und Böckli herkommen

«High Hills und High Tech» war das Motto des diesjährigen Kantonsratsausflugs. Er führte die Parlamentarier ins Toggenburg.

Martin Knoepfel
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Robin T. Alder begrüsst die Gäste vor der Firma. Vorne rechts Regierungsrätin Heidi Hanselmann und Kantonsratspräsidentin Imelda Stadler. (Bild: Martin Knoepfel)

Robin T. Alder begrüsst die Gäste vor der Firma. Vorne rechts Regierungsrätin Heidi Hanselmann und Kantonsratspräsidentin Imelda Stadler. (Bild: Martin Knoepfel)

Das Toggenburg war gestern Nachmittag das Ziel der meisten Kantons- und Regierungsräte. Auf dem Programm stand der traditionelle Ausflug. Er findet alle zwei Jahre alternierend zu den Fraktionsausflügen statt.

Das Ziel des Kantonsratsausflugs ist jeweils die Heimatregion des Präsidenten oder der Präsidentin, diesmal der Lütisburgerin Imelda Stadler. Aufgeteilt in Gruppen liessen sich die Parlamentarier zuerst Unternehmen in der Region zeigen, bevor sie zum gemütlichen Teil auf den Chäserrugg fuhren.

Wegen des Wassers nach Kappel

Das «Toggenburger Tagblatt» schloss sich der Gruppe an, welche den Sportgerätehersteller Alder + Eisenhut AG in Ebnat-Kappel besichtigte. Robin T. Alder, der die Familienfirma in der vierter Generation leitet, empfing die Gäste und stellte das 127-jährige Unternehmen kurz vor. 1909 schloss es sich mit dem Flawiler Konkurrenten Eisenhut zusammen.

1913 wurde die Firma ins Toggenburg nach Kappel verlegt, wegen der Energiequelle Wasser, sagte Robin T. Alder. Erst wurden die Maschinen noch direkt von den Turbinen via Transmissionen angetrieben.

Auch Theaterbühnen kommen aus Ebnat-Kappel

2005 übernahm Alder + Eisenhut die in der Schweiz führende Bühnenbaufirma Eberhard aus Weesen mit damals 25 Mitarbeitern. 2008 wurde diese nach Ebnat-Kappel gezügelt.

Ein Teil der Mitarbeiter arbeitet flexibel für die Herstellung von Sportgeräten oder den Bühnenbau, je nach Auftragslage. Auch auch Bühnenvorhänge werden genäht. Im Moment sind Bühnenelemente für das Theater Baden in Arbeit. Zu erfahren war zudem, dass die Firma 2019 eine Bühne fürs Kongresshaus Zürich liefern kann.

Umzonung kurz vor "Torschluss"

2016 wurde ein neues Logistikgebäude an der Industriestrasse eingeweiht. Die Umzonung für den Neubau sei wenige Tage vor Inkrafttreten des revidierten Raumplanungsgesetzes rechtskräftig geworden, erinnerte sich Robin T. Alder. Seit zwei Jahren befindet sich auch das Fertigwarenlager in Ebnat-Kappel. Vorher war es in Wattwil angesiedelt.

Firma beschäftigt rund 140 Personen

In der Firma gebe es 13 verschiedene Berufe. Alder + Eisenhut sei ein Fertigungsbetrieb , sagte Robin T. Alder. Heute beschäftige die Firma rund 140 Personen und habe in der Schweiz einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Es gebe aber einheimische Konkurrenz. Die Käufer der Sportgeräte seien Kantone oder Gemeinden.

Vertreter der Firma führten die Besucher durch die verschiedenen Abteilungen, unter anderem durch die Malerei, die Schreinerei, die Näherei, die Schlosserei und das Fertigwarenlager.

Vor allem Eschenholz

Jährlich verarbeitet die Firma laut eigenen Angaben über 200 Tonnen Stahl und rund 350 Kubikmeter Holz. Wie auf der Führung zu erfahren war, handelt es sich zu rund 70 Prozent um Esche. Dazu kommen knapp 30 Prozent Fichten- und etwas Buchenholz. Das Holz kommt vor allem aus dem Thurgau, kleinere Mengen aus Österreich oder aus dem Toggenburg. Mit den Holzabfällen aus der Produktion wird geheizt.