Interview

«Wir wollen nicht moralisierend sein»

Projektleiter Markus Aepli vom Energietal Toggenburg möchte die Jugendlichen früh mit Energiethemen in Berührung bringen und Lösungen aufzeigen.

Michael Hehli
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Markus Aepli, Projektleiter Jugendsolarwoche bei «»Energietal Toggenburg»

Markus Aepli, Projektleiter Jugendsolarwoche bei «»Energietal Toggenburg»

Markus Aepli arbeitet seit vier Jahren als Projektleiter Jugendsolarwoche beim Verein Energietal Toggenburg. Früher war er Werklehrer. «Bildung war mir schon immer sehr wichtig», bemerkt er. Im Energiesektor arbeitet er seit 1985. Seit über 30 Jahren ist er Mitglied der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie.

Was sollen die Schülerinnen und Schüler lernen?

Markus Aepli: Die Schülerinnen und Schüler sind eine sehr wichtige Gruppe, da sie die zukünftigen Entscheidungsträger im Toggenburg sind. Das Energietal Toggenburg wurde vor zehn Jahren mit dem Ziel gegründet, bis 2034 energieautark zu sein. Das bedeutet, dass das Toggenburg gleich viel Energie produzieren wird, wie es verbraucht. Ziel der Jugendsolarwoche ist, die Jugendlichen sehr früh mit Energiethemen in Berührung zu bringen und Lösungen aufzuzeigen.

Was beeindruckt die Jugendlichen jeweils am meisten?

Das hängt von den bearbeiteten Modulen ab. Teil der Jugendsolarwoche ist der Versuch zu erklären, was eine Kilowattstunde ist. Wir wissen wie lang ein Meter, wie schwer ein Kilogramm ist; die Kilowattstunde ist uns jedoch kein Begriff. Das ist etwas, was den Schülerinnen und Schülern jeweils geblieben ist. Wenn wir von Energie und Kilowattstunden sprechen, dann ist es wichtig, die Masseinheit zu verstehen.

Denken Sie, dass das Gelernte hängen bleibt und die Schülerinnen und Schüler künftig ihr Verhalten bezüglich Energieverbrauch ändern?

Wir hoffen, dass davon etwas hängen bleibt. Wir wollen mit der Jugendsolarwoche aber kein schlechtes Gewissen produzieren. Wir wollen den Klassen nicht moralisierend vorschreiben, was sie zu tun haben. Ziel ist, ihnen die Fakten aufzuzeigen. Ich denke, aufgrund dieser Fakten passen sie ihr Verhalten langfristig schon an. Ob sie nun beispielsweise mehr oder weniger in die Ferien gehen, ist schwer zu sagen. Das ist ja nicht allein ihre Entscheidung. Aber wenn das Thema nur schon in der Familie diskutiert wird, haben wir bereits etwas erreicht.