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«Wir hätten schliessen müssen»: Gasthaus Rotsteinpass im Toggenburg muss sich Wasser per Armee-Heli liefern lassen

Die anhaltende Trockenheit setzt den Bergwirten zu. Vor allem in den Kantonen St.Gallen und Appenzell Innerrhoden versorgt das Militär die Bergregionen mit Wasser. So auch der «Rotsteinpass», das sich 8000 Liter Wasser liefern lassen musste.
Jonas Manser

Auch die Berge bleiben von der Trockenheit nicht verschont. Auf Regenwasser angewiesene Berggasthäuser sind daher gezwungen ungewohnte Massnahmen zu ergreifen. Für einige heisst es sogar: Wasser per Helikopter bestellen oder den Betrieb schliessen. Albert Wyss, Wirt des Berggasthauses Rotsteinpass, stand vor eben dieser Entscheidung.

Er verfolgte den Wetterbericht über Monate hinweg gespannt, denn die Wasserreserven seines Berggasthauses auf rund 2124 Metern über Meer neigten sich langsam dem Ende zu. Doch der erlösende Regen kam einfach nicht. Schliesslich war alles Wasser aufgebraucht. «Wir hätten unser Berggasthaus schliessen müssen», sagt der Wirt. Es war höchste Zeit zum Handeln. Wyss greift zum Telefon, plant für zehn Tage, bis es schliesslich klappt: Er kann sich per Militärhelikopter Wasser liefern lassen.

8000 Liter Wasser per Armee-Helikopter

Der Militärhelikopter auf dem Chüeboden in Unterwasser. (Bild: Christiana Sutter)

Der Militärhelikopter auf dem Chüeboden in Unterwasser. (Bild: Christiana Sutter)

Es versammeln sich Schaulustige auf dem Chüeboden in Unterwasser. Von dort aus steigt der Helikopter der Armee in die Höhe und beliefert den Rotsteinpass mit 8000 Litern Wasser. «Das sollte für eine Weile reichen. Irgendwann muss es einfach regnen», so Wyss. Er erinnert sich: «So schlimm war es nur im Rekordsommer 2003.» In diesem Sommer habe sein Vater auch Wasser per Helikopter anfliegen lassen müssen. Damals, bei einem kommerziellen Transportunternehmen, habe er zirka 1 Franken pro Liter Wasser gezahlt.

Weniger prekär sieht die Lage bei der Zwinglipasshütte aus: «Wir haben glücklicherweise noch Wasser für mehrere Wochen», sagt Hüttenchef Hans Egli. Sie hätten im vergangenen Jahr umgebaut und dabei das Volumen des Wassertanks verdreifacht.

Langanhaltende Trockenperioden wie in diesem Jahr sind problematisch für Berggasthäuser wie die Zwinglipasshütte oder den Rotsteinpass. Sie sind komplett auf Regenwasser angewiesen: «Wenn es nicht regnet, haben wir keinen Tropfen Wasser», so Egli.

Gesuche an Armee vor allem aus der Ostschweiz

Die Helikopter der Armee sind im Dauereinsatz. «Die Gesuche kommen vor allem aus den Kantonen St.Gallen und Appenzell Innerrhoden», sagt Armeesprecher Stefan Hofer auf Anfrage. Das Militär fliege, wenn gewisse Voraussetzungen gegeben sind. So müssten Truppen verfügbar sein und die zivilen Unternehmen dürften dabei nicht übermässig konkurrenziert werden, so Hofer.

Dieser Sommer sei aber aussergewöhnlich. Derartig viele Anfragen würden sie nicht jeden Sommer kriegen. Wegen der Trockenheit mussten sie das letzte Mal 2015 fliegen, als die Westschweiz davon heimgesucht wurde.

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