«Wir haben Bock, die Sommerbar-Besucher wachzurütteln»: Mit Aendael und Kids of Adelaide kommt die Livemusik zurück in die Region

Seit dem 18. Juni lädt die Sommerbar vor dem «Toggenburgerhof» zum Verweilen ein. Dieses Wochenende treten hochkarätige Acts auf.

Sascha Erni
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Kids of Adelaide aus Stuttgart treten am Samstagabend in Kirchberg auf.

Kids of Adelaide aus Stuttgart treten am Samstagabend in Kirchberg auf.

Bild: PD

«Eigentlich wollten wir etwas Grösseres machen», sagt Simon Thalmann vom Verein Sommerbar Bazenheid. Geplant war ein Public Viewing zur Europameisterschaft, aber dann kam die Pandemie. «Also haben wir stattdessen etwas im kleineren Rahmen angedacht und beim ‹Toggenburgerhof› die Synergien genutzt.» Vom 18. Juni bis 11.Juli, jeweils Donnerstag bis Samstag, begrüsst das Sommerbar-Team auf dem Hotelparkplatz seine Gäste. (Diese Zeitung berichtete)

Das erste Wochenende hat die Sommerbar nun bereits gemeistert, Simon Thalmann zeigt sich enthusiastisch. «Besonders der Freitagabend lief sehr gut, wir sind wirklich zufrieden», so Thalmann. Jetzt wird ein Gang hochgeschaltet: Am Samstag treten mit Kids of Adelaide und Aendael gleich zwei hochkarätige Acts in der Sommerbar Bazenheid auf und bringen so die Livemusik zurück in die Region.

«Grundsätzlich ist es schon keine coole Zeit gewesen»

Aendael ist das Projekt von Andrin Künzle. Der Leadsänger und Gitarrist lebt in Ebnat-Kappel, seine aktuellen Mitstreiter Kevin Akermann (Drums) und Florian Sturzenegger (Bass) in St.Gallen. Aber Aendael kommt weit herum, selbst in der Slowakei hat die Band gespielt, tritt aber auch immer wieder in der Region auf, etwa letztes Jahr am Muuz Uzwil und dem Wiler Beizenfestival. 2020 jedoch startete schlecht. «Wir spielten vor der Coronakrise noch drei, vier Konzerte und hofften, dass in der Open-Air-Saison mehr Auftritte möglich werden», erinnert sich Künzle. «Aber, na ja.»

Andrin Künzle von Aendael lebt in Ebnat-Kappel.

Andrin Künzle von Aendael lebt in Ebnat-Kappel.

Bild: PD

Die Band hätte die letzten Wochen an der Vorproduktion für eine neue EP arbeiten sollen, nun hat sich das alles auf August verschoben. Langsam läuft es nun laut Andrin Künzle wieder an. «Grundsätzlich ist es schon keine coole Zeit gewesen», sagt er nachdenklich. Finanziell sei die Situation zumindest für ein Bandmitglied spürbar, aber musikalisch seien sie gut über die Runden gekommen.

«Wir haben Bock, rauszugehen und am Samstag die Sommerbar-Besucher wachzurütteln.»

Andrin Künzle lacht und verspricht einen energiegeladenen Auftritt – falls es regnen sollte, statt als Open Air, als Gig im Saal des «Toggenburgerhofs».

Chance für kleinere Veranstaltungen?

Alte Bekannte von Künzle sind die zwei Musiker von Kids of Adelaide, die am Samstag ebenfalls in Kirchberg auf der Bühne stehen werden. Bereits am Muuz-­Festival sind die beiden Bands gemeinsam aufgetreten. Severin Specht und Benjamin Nolle trafen sich als Strassenmusiker in Stuttgart und haben sich seit Gründung der Band im Jahr 2012 zu einem der etabliertesten Indie-Projekte Deutschlands gemausert. Kids of Adelaide spielen ihre Mischung aus Rock, Folk und Balladen auch immer wieder in der Schweiz, traten sowohl am Open Air St. Gallen als auch beim Wiler «Rock am Weier» oder dem Gurtenfestival auf. Der Auftritt am 27. Juni wird wegen der Pandemie der erste 2020er-Gig in der Schweiz sein. Corona, der Musik-Killer? Andrin Künzle winkt ab. «Vielleicht tut es der kleineren Szene gar nicht so schlecht», sagt er. «In Folge wird man sich in den nächsten sechs bis zwölf Monaten wohl eher auf lokale Veranstaltungen konzentrieren, statt auf die grossen Festivals. Das könnte für die Musikszene auch einen positiven Einfluss haben.»

Konzert: Kids of Adelaide, Aendael, 27. Juni 2020 ab 19 Uhr in der Sommerbar Kirchberg. Tickets und weitere Informationen: www.sommerbar-kirchberg.ch.