Interview

Wintersport während der Coronazeit – regionaler Tourismus und Sportfachhandel sind gefordert

Während Toggenburg Tourismus Angebote ohne Bergbahnen zusammenstellen, leidet der Sportfachhandel. Zwar ist die Bevölkerung bereit Geld für Outdooraktivitäten auszugeben, aber die Umsätze im Vereins- und Teamsportbereich gehen stark zurück.

Christiana Sutter
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Toggenburg Tourismus stellt Angebote zusammen, bei denen keine Bergbahn genutzt werden muss. Im Bild: Eine Schneeschuhwanderung bei Wildhaus.

Toggenburg Tourismus stellt Angebote zusammen, bei denen keine Bergbahn genutzt werden muss. Im Bild: Eine Schneeschuhwanderung bei Wildhaus.

Bild: Christiana Sutter

Der Winter steht vor der Tür. Ob wir ihn mit sportlichen Tätigkeiten geniessen können, hängt nicht nur vom Schnee ab. Auch die aktuelle Situation gibt es zu bedenken. Toggenburg Tourismus hat sich diesbezüglich auch Gedanken gemacht. «Es sind bereits vermehrt Anfragen für Angebote eingegangen, für welche keine Bergbahn genutzt werden muss», sagt Marco Zweifel, Produkt-Eventmanager Winter von Toggenburg Tourismus. Frühzeitig hat er eine E-Mail an diverse Anbieter verschickt und angefragt, was für Angebote sie für diesen Winter haben.

Die gemeldeten Angebote werden auf der Website von Toggenburg Tourismus im Shop aufgeschaltet. Dort können die Angebote direkt gebucht oder angefragt werden. Das abwechslungsreiche Angebot reicht von geführten Schneeschuh- und Skitouren, über Langlauf- und Lawinenkurse. Mit Clean & Safe haben sich die touristischen Leistungsträger ein Gesundheitssystem für die Gäste aufgebaut, welches Sicherheit in der Ferienregion ermöglichen soll.

Wie der sportliche Winter aussieht, wird auch von der Pandemie bestimmt.

Wie der sportliche Winter aussieht, wird auch von der Pandemie bestimmt.

Bild: Christiana Sutter

Die Schweizer Bevölkerung wandert am liebsten

Auch die Sportartikelbranche macht sich Gedanken dazu, wie Herr und Frau Schweizer durch diesen Winter kommen. Dazu befragte diese Zeitung den Bichwiler Peter Bruggmann mit Toggenburger Wurzeln. Er ist Präsident des Verbandes Sportfachhandel Schweiz ASMAS und Geschäftsführer von sportbiz.ch, der Kommunikationsplattform von ASMAS.

Im Frühling verkündete Bundesrat Ueli Maurer, dass die Schweizer im Sommer in der Schweiz Ferien machen sollen. Wo haben Sie diesen Sommer Ferien gemacht?

Peter Bruggmann: In meiner Freizeit war ich vor allem in der Ostschweiz im Toggenburg und Appenzellerland wandernd und bikend unterwegs. In den Ferien im Wallis und Jura.

Peter Bruggmann, Präsident des Verbandes Sportfachhandel Schweiz ASMAS

Peter Bruggmann, Präsident des Verbandes Sportfachhandel Schweiz ASMAS

Bild: Christiana Sutter

Wie sehen Sie den Winter 2020/2021?

Die Schweiz ist eine grossartige Winterdestination, die viel Abwechslung zu bieten hat. Es gibt keine Gründe, keine Ferien in der Schweiz zu machen.

Welches sind die beliebtesten Sportarten der Schweizer Bevölkerung? Stellt der Sportfachhandel hier eine Tendenz fest?

Die beliebteste Sportart ist mit über 60 Prozent das Wandern. Eine Tendenz zeigt, dass allgemein das Interesse an Outdooraktivitäten steigt. Das geht aus einer Umfrage heraus, die im Auftrag der ASMAS und des Verbands Schweizer Sportartikelfabrikanten, Importeure und Agenten (SPAF) Ende Oktober durchgeführt wurde.

Die Menschen wollen sich Draussen bewegen. Vor allem Sportarten, die individuell ausgeübt werden können, sind sehr beliebt. Sei es Running, Wandern, Biken aber auch Wassersport. Eine Tendenz zeigt sich für diese Sportarten auch im Winter ab, vor allem im Unterland. Dort werden die klassischen Sommersportarten mit dementsprechender Ausrüstung auch im Winter ausgeübt. In den Schneeregionen sind die beliebtesten Sportarten Schneeschuhlaufen, Winterwandern, Langlauf und Skitourenfahren.

Ist der Schweizer bereit Geld für Outdoorsportarten auszugeben?

Im Moment sicher. Denn es sind Gelder frei, die nicht für Auslandreisen eingesetzt werden. Dieses Geld wird jetzt in der Schweiz ausgegeben. Trotzdem leidet der Sporthandel unter dieser Krise. Umsätze im Vereins- und Teamsportbereich gehen stark zurück, da Teamsportarten im Amateurbereich kaum möglich sind. Auch die Absage der Schneesportlager beeinflusst den ganzen Winter Tourismus und den Sportfachhandel.

Freuen Sie sich auf den Winter?

Logisch, das ist meine Jahreszeit, ich bin ein begeisterter Schneesportler und habe schon sehr viele Wintersportarten ausprobiert. Ich freue mich auf die Möglichkeit, viele verschiedene Wintersportarten auszuüben. Sport stärkt das Immunsystem und lässt uns vom Alltag abschalten.