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«So schnell kann Willy nicht wieder ersetzt werden» – Voltige Lütisburg trauert um das erfolgreichste Wettkampf-Pferd der Schweiz

In der ersten Aprilwoche musste der 24-jährige Hannoveraner-Schimmel Will be Good, genannt Willy, eingeschläfert werden. Willy war das nach Titeln- und Medaillengewinnen bisher erfolgreichste Pferd von Voltige Lütisburg.
Urs Nobel
Martina Büttiker und Willy beim Training in der Halle in Lütisburg-Station. (Bild: Urs Nobel)

Martina Büttiker und Willy beim Training in der Halle in Lütisburg-Station. (Bild: Urs Nobel)

Wenn man sich für ewig von Familienangehörigen verabschieden muss, ist das eine emotionale Angelegenheit und schmerzt. Aber auch das loslösen von Tieren, in diesem Fall von Willy, einem der Pferde von Voltige Lütisburg, führte zu Tränen und Schmerz.

Der Hannoveraner-Schimmel Willy war während 13 Jahren ein Familienmitglied und führte seine Voltis zu unzähligen Erfolgen. Zu Titeln sowie Medaillengewinnen an Welt- und Europameisterschaften, zu Schweizer Meistertiteln und Turniersiegen im In- und Ausland. An Titeln und Siegen gemessen war «Willy» das erfolgreichste Pferd, welches je für den Schweizer Pferdesportverband an Wettkämpfen im Einsatz stand.

Das Pferd verkaufen stand nie zur Debatte

Wäre der Hannoveraner-Schimmel ein Springpferd gewesen und hätte seine Erfolge in jener Disziplin erzielt, hätte man ihn für einen Betrag in Millionenhöhe verkaufen können. Von solchen Zahlen kann man jedoch im Voltigesport nur träumen. «Wir hätten zwar Willy dazumal, als er sich im besten Alter befand, auch zu einem guten Preis verkaufen können», sagt Monika Winkler-Bischofberger, die Verantwortliche Sport bei Voltige Lütisburg. Eine sechsstellige Summe hätte jedoch niemand für ein Voltigepferd bezahlt. Und überhaupt, das war für Voltige Lütisburg und die Familie Bischofberger nie ein Thema. «Das hätte unserer Einstellung zum Pferd und dem Voltigesport auch keineswegs entsprochen.»

Viele Mitglieder und Freunde von Voltige Lütisburg reisten noch einmal extra nach Zürich, um vom Schimmel würdig Abschied zu nehmen. Dabei kamen bei den Anwesenden nochmals unzählige Erinnerungen auf. Unvergessen bleibt die Geschichte, wie die Familie Bischofberger Willy anschaffen konnte. Voltige Lütisburg suchte ein junges, günstiges Pferd, welches ihnen Hoffnungen machte, es zu einem Voltigepferd ausbilden zu können. Aus der Region Dortmund (D) wurde den Toggenburgern das Ross Silvantus angeboten. Der braune Hannoveraner-Wallach wurde gekauft und gehört heute noch zum Team der Lütisburger Voltigepferde.

Gleichmässiger Galopp, aber mit einer Macke

Bei der Besichtigung in Deutschland wurde Monika Winkler-Bischofberger aber auch auf Will be Good aufmerksam. Der Schimmel hatte bereits ein halbes Jahr Ausbildung hinter sich und bestach durch seinen gleichmässigen Galopp. Aber er hatte eine Macke. Er wollte unter keinen Umständen in einen Pferdeanhänger steigen. «Versuchen wir es halt mit dem Transporter», zeigte sich Kurt Bischofberger kämpferisch. So reiste der Vater mit seiner Tochter mit dem Lastwagen nach Dortmund und wollten das Glück versuchen. Der Handel kam zustande – unter einer Bedingung: «Bezahlt wird nur, wenn wir den Schimmel in den Transporter kriegen.»

Kurt Bischofbergers Erfahrung obsiegte schliesslich über den sturen Pferdekopf. Will be Good wurde – mit grosser Mühe zwar – aber erfolgreich eingeladen und in seine neue Heimat gefahren. Dort wurde aus Will be Good die Kurzform Willy und der Hannoveraner-Schimmel zeigte sich infolge der nächsten 13 Jahre mitverantwortlich für die bisher grössten Erfolge von Voltige Lütisburg. Und dort ist man sich einig: «So schnell kann Willy nicht wieder ersetzt werden.»

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