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Wildhaus-Alt St.Johann: Zwei Kandidaten kämpfen um Sitz im Gemeinderat

Am 23. September wählen die Stimmbürger von Wildhaus-Alt St.Johann einen Nachfolger für den zurückgetretenen Gemeinderat Hermann Alpiger. Ingrid Abderhalden und Walter Hofstetter, beide wohnhaft in Wildhaus, stellen sich zur Wahl.
Sabine Schmid
Der gelernte Schreiner Walter Hofstetter (links) möchte in Wildhaus-Alt St. Johann ein Miteinander statt ein Gegeneinander. Ingrid Abderhalden (rechts) schätzt, dass sie zu Hause arbeiten und so Beruf und Familie gut miteinander verbinden kann. (Bilder: Sabine Schmid

Der gelernte Schreiner Walter Hofstetter (links) möchte in Wildhaus-Alt St. Johann ein Miteinander statt ein Gegeneinander. Ingrid Abderhalden (rechts) schätzt, dass sie zu Hause arbeiten und so Beruf und Familie gut miteinander verbinden kann. (Bilder: Sabine Schmid

Walter Hofstetter, CVP: Näher zueinander rücken

Walter Hofstetter bezeichnet sich als «Schaffer im Hintergrund». Zwar repräsentiert er als Präsident die katholische Kirchgemeinde Wildhaus und die Bürgermusik, dabei sieht er aber weniger seine Person als sein Engagement und vor allem das Resultat daraus im Vordergrund. Die Bürgermusik sei der einer der Vereine in Wildhaus, der mit seinen Unterhaltungen das Dorfleben aktiv mitgestalte, sagt Walter Hofstetter.

Die Gemeinde Wildhaus- Alt St. Johann gefällt dem gebürtigen Wildhauser sehr. «Die Bevölkerung hätte sehr viele Möglichkeiten für Freizeitgestaltung», findet er. «Aus touristischer Sicht dürfte aber noch ein Schritt nach vorne gemacht werden.» Einen solchen Schub könnte das Klanghaus Toggenburg sein. Vor allem aber sähe Walter Hofstetter es gerne, wenn das touristische Angebot in der Gemeinde zusammen auf einen Nenner gebracht und auch die Bevölkerung wieder näher zueinander rücken würde.

Aufmerksame Bürger, die besser hinschauen

Dies ist seine Motivation, um für den Gemeinderat zu kandidieren. «Wildhaus und Alt St. Johann sind politisch eine Gemeinde. Die aktuelle Diskussion der Bergbahnen reisst sie aber auseinander, es werden vereinzelt negative Stimmen gegen ein Dorf laut. Dabei müssen die Projekte gezielt miteinander verwirklicht werden», sagt er.

Seit der Gemeindevereinigung müssten sich die Bürger anders organisieren. «Aber der Ton ist gegenüber früher freundlicher geworden. Der Umgang zwischen den Bürgern und den Behörden ist fair, man bringt einander mehr Respekt entgegen». Noch etwas ist ihm gegenüber früher aufgefallen: «Die Bürger sind aufmerksamer geworden, schauen besser hin und wehren sich.» Er findet dies in einem gesunden Mass positiv und berechtigt.

«Potenzial nach oben» sieht Walter Hofstetter beim Angebot für die Jugendlichen. Sobald diese für ihre Freizeit auf den öffentlichen Verkehr angewiesen seien, werde alles umständlicher. «Die heutigen Jugendlichen sind aber reifer, als wir es in ihrem Alter waren», stellt er fest. «Wenn sie etwas machen wollen, organisieren sie es so, wie es für sie passt.»

Walter Hofstetter ist bereits früher für eine Kandidatur in den Gemeinderat angefragt worden. Nun seien seine vier Kinder älter und mit der Arbeit als Projektleiter bei einem Fensterbauunternehmen sei das Amt, zusammen mit seinen übrigen Tätigkeiten, gut zu vereinbaren. «Wenn es in einem Amt läuft und die Chargen verteilt sind, ist der Aufwand für einen Präsidenten überschaubar», sagt er aus Erfahrung.

Ingrid Abderhalden, parteilos: Die Tradition besser verkaufen

Attraktive Dörfer für die Touristen und für die Einheimischen, die dort auch Ausbildungsplätze vorfinden. So stellt sich Ingrid Abderhalden ihre Wohngemeinde Wildhaus-Alt St. Johann in Zukunft vor. Restaurants und Läden sollen erhalten bleiben, die Aufträge nach Möglichkeit von einheimischen Firmen ausgeführt werden. «Die Dörfer sollen noch in 20 Jahren leben, damit die heutigen Jungen da bleiben», sagt die Mutter von zwei Teenagern. Die Infrastruktur in den Dörfern sei genügend, dank der Initiative von Bürgern komme auch einiges Neues hinzu. Ingrid Abderhalden nennt als Beispiele die Boulderbox in Unterwasser oder den Pumptrack in Wildhaus.

Familie, Geschäft, Vereine und nun Politik

Sie ist in Zürich aufgewachsen, hat dort eine kaufmännische Ausbildung auf einer Bank absolviert und lange im Bankengewerbe gearbeitet. Mit einer Freundin mietete sie eine Ferienwohnung in Starkenbach. «Wir kamen zufällig auf diesen Standort, hauptsächlich wegen der guten Erschliessung von Zürich her und wegen des Skifahrens», erinnert sie sich. In Wildhaus traf sie ihren Mann, Jürg Abderhalden. Zusammen bauten sie im Tösstal ein Gartenbaugeschäft auf. Vor 13 Jahren übernahmen sie das Familienunternehmen in Wildhaus und führen «ihr» Geschäft im Tösstal als Filiale weiter.

Ingrid Abderhalden kümmert sich um die administrativen Aufgaben. «Ich erledige diese im Büro, das bei uns zu Hause eingerichtet ist. Das ist für mich optimal, denn so bin ich zugleich auch für unsere Kinder da, wenn sie mich brauchen», sagt sie. Die Kinder seien jetzt so gross, dass es ihr möglich sei, Zeit für ein Amt wie das des Gemeinderats zu schaffen, erklärt Ingrid Abderhalden.

An ihrem früheren Wohnort im Tösstal hatte sie acht Jahre lang Einsitz in die Geschäftsprüfungskommission. «Es war eindrücklich zu sehen, wie eine Gemeinde funktioniert», sagt sie. In Wildhaus hat sie sich bei der Sportschule engagiert und im Verein das Finanzielle geregelt. Kassierin und Vizepräsidentin ist sie ebenfalls bei der Bürgermusik. Ingrid Abderhalden spielt Saxofon und Fagott. Als ehemaliger Feriengast und heute Einheimische kennt Ingrid Abderhalden zwei Facetten von Wildhaus-Alt St. Johann. Man bekomme mehr mit, wenn man dort lebe, sagt sie. Ohne Touristen könne die Gemeinde aber nicht überleben. Sie findet darum, dass die Wildhauser und Alt St. Johanner ihre Traditionen besser verkaufen sollten.

Oftmals brauche es nur wenig, um etwas erlebenswerter zu machen. Ingrid Abderhalden denkt da an den Klangweg, auf dem in diesem Sommer an jedem Sonntag ein Jodelchor auftritt.

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