Wildhaus-Alt St.Johann
Schulkinder haben in einer Projektwoche das Klangfestival erlebt und berichten selbst darüber

Die Klangwelt Toggenburg und die Primarschule Wildhaus-Alt St.Johann spannen während des Klangfestivals immer zusammen. Auch in diesem Jahr führten sie gemeinsam eine Projektwoche durch – wegen Corona aber anders als gewohnt.

Sabine Camedda/ 4. Klässler von Wildhaus
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Zum Abschluss der Projektwoche luden die Sechstklässler zu einer Performance ein.

Zum Abschluss der Projektwoche luden die Sechstklässler zu einer Performance ein.

Bild: PD

Seit es das Klangfestival in Alt St.Johann gibt, führt die Primarschule Wildhaus-Alt St.Johann gemeinsam mit der Klangwelt Toggenburg eine Projektwoche durch. In diesem Jahr wurde an der Tradition festgehalten, obwohl das Festival anders war als die Vorhergehenden. Auch die Projektwoche gestaltete sich anders.

Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse begleiteten Klangkünstler, bauten mit ihnen Instrumente und erarbeiteten einen Auftritt, der zum Abschluss zu sehen war. Andere Schülerinnen und Schüler verfolgten diese Projekte und bereiteten sie medial auf. Während sich die Fünftklässler auf Filmaufnahmen konzentrierten, schrieben die Viertklässler einen Zeitungsbericht. Dieser wurde von der Redaktion des «Toggenburger Tagblatts» redigiert und nun in dieser Form veröffentlicht.

Handwerker bereiten die Projektion auf die Hausfassade vor

Thomas Stolz installierte die Lichtanlagen.

Thomas Stolz installierte die Lichtanlagen.

Bild: PD

Eine Gruppe von Schülern besuchte die Menschen, welche die Lichtanlagen für das Klangfestival installierten. Dabei wurden Bilder an die Fassade der Propstei und der Kirche projiziert. Kali Giger aus der vierten Klasse hat Thomas Stolz getroffen und schreibt im Bericht: «Am Mittwoch besuchte ich mit meiner Gruppe in Alt St.Johann Thomas Stolz, der am Morgen am Rand der Thur die Lichtanlagen für das Klangfestival aufstellte. Er hat uns erzählt, dass er die Lichter aufstellt, damit die Besucher am Abend nicht stolpern oder hinfallen. Die Lichter sind am Strom angeschlossen. Wenn ein Kabel ein Loch hat und es rein regnet, dann gibt es einen Kurzschluss und das Dorf hätte keinen Strom mehr. Das darf auf keinen Fall passieren.»

Jill Renker befragte Nick Fischer. Dieser erzählte, dass er sich als Projektleiter um die Lichtinstallationen und um die Verpflegung der Techniker kümmert. Auf die Frage, was er in Alt St.Johann genau macht, antwortete Nick Fischer: «Ich baue eine Zwischentonschau auf.» An seiner Arbeit gefällt ihm, dass der Job vielseitig ist und man viele neue Leute kennen lernt. Und welche Herausforderungen gibt es? «Ich weiss nie, was morgen für Wetter ist und was ich für Leute treffen werde.»

Frank Sutter mit einem Teil des Turms, den er aufgebaut hatte.

Frank Sutter mit einem Teil des Turms, den er aufgebaut hatte.

Bild: PD

Kilian Grob traf auf der Baustelle vor dem Klostergarten Frank Sutter. Es regnete und es war im Freien gerade alles andere als gemütlich, berichtet Kilian Grob. Frank Sutter baute gerade mit einem Gehilfen einen Turm für die Projektion an die Kirchenwand im Klostergarten in Alt St.Johann auf. «Beim Interview erzählte er mir, dass er lieber draussen arbeitet als im Büro (ihm macht auch das Wetter nichts aus). Man merkt ihm an, dass er seine Arbeit richtig und sauber macht und er sich auch nicht aus der Ruhe bringen lässt. Für einen Schwatz zwischendurch ist er immer zu haben.»

Zu Gast bei Simon Berz im Workshop

Eine andere Gruppe der vierten Klasse besuchte die Gspänli, die mit Künstlerinnen und Künstlern in Workshops Instrumente bauten und später in einer Performance spielten. Das Motto lautete «Wie klingt das Dorf? Wie klinge ich? Wie klingen wir?»

Amelie Lacambra schaute bei Simon Berz hinein. Sie schreibt: «Im Werkhof konnten wir zusehen, wie zwei Knaben selbst gemachte Instrumente spielten. Es war echt interessant, wie sie die Instrumente gemacht haben, nämlich aus recycelten Materialien.» Das Instrument bestand aus Draht, Nägeln, Holzplatten und Konservenbüchsen und war eine Rassel und ein Schlagzeug gleichzeitig.

Die Sechstklässler bauten Instrumente aus recyceltem Material.

Die Sechstklässler bauten Instrumente aus recyceltem Material.

Bild: PD

Robin Wenk besuchte ebenfalls den Workshop von Simon Berz, einem Schweizer Schlagzeuger und experimentellen Klangkünstler. Er berichtet: «Als wir kamen, bastelte Simon Berz mit einem Schüler ein kleines Mikrofon. Das kleine Mikrofon schlossen sie an ein selbst gebasteltes Instrument an, so hörte man die Töne besser.»

«Es hat den Kindern viel Spass gemacht»

Jamiro Brändle war als Reporter im Workshop von Nico Feer. «Die Sechstklässler haben coole Instrumente gebaut. Ich fand alle Instrumente kreativ und einfallsreich», berichtet er danach. «Ich habe selbst mitbekommen, dass es den Kindern viel Spass gemacht hat, die Instrumente zu bauen.»

Besprechung der Teilnehmer der Projektwoche.

Besprechung der Teilnehmer der Projektwoche.

Bild: PD

Nevia Kierdorf lernte Rosanna Zünd kennen. Sie sei im «normalen Leben» zuständig für das Sounddesign und die Filmmusik, schreibt Nevia Kierdorf in ihrem Bericht. Nevia hat erlebt, wie die Schülerinnen und Schüler mit Rosanna Zünd zu einem Rap tanzten und später Geräusche aufgenommen haben. «Später waren alle Sechstklässler im Werkhof versammelt. Sie mussten drinnen ganz alleine in einer ruhigen Ecke die Geräusche aufschreiben, die sie aufgenommen haben. Es war interessant, zuschauen zu können, wie Klänge von den Kindern produziert und aufgenommen wurden.»

Ein knatterndes Velo und klingende Seile

Die Viertklässler waren sehr gespannt, was die älteren Schülerinnen und Schüler ausgearbeitet haben und an der Schlussperformance am Samstagnachmittag zeigten.

Dario Lemmenmeier schildert die Aufführung: «Am Anfang fuhr ein Mädchen mit einem Velo, das hinten einen Lautsprecher hatte, um ein Gebäude. Man hörte laute Töffgeräusche, sobald das Mädchen in die Pedalen trat. Dann kamen alle Künstler mit einem Kessel auf dem Rücken im Gänsemarsch angelaufen und klopften mit zwei Stäben aufeinander. Danach setzten sich alle Sechstklässler hin und klopften alle wie auf einem Schlagzeug auf ihren Kesseln herum. Also wenn ihr mich fragt, war alles schön im Takt.»

Trommeln unter der Leitung von Simon Berz.

Trommeln unter der Leitung von Simon Berz.

Bild: PD

Fiona Wenk schreibt über den zweiten Teil der Aufführung, in dem die selbst gebastelten Instrumente zu hören waren: «Ein Mädchen fuhr mit den Fingern über zwei Seile, die in der Luft gespannt waren. An dem anderen Ende fuhr ein Mädchen mit einem Geigenstab über die Seile. Die übrigen Schüler summten dazu.»

Wie der Klang grafisch umgesetzt werden kann

Jano Vögel gibt in seinem Bericht Details über «beschmierte Stofffetzen», die bei der Performance eine Rolle spielten: Diese hatten alle Schüler selber angefertigt. Später erfuhren die Zuschauer, dass jeder Klangfetzen eine persönliche grafische Umsetzung eines Klanges war, den die Kinder selbst ausgewählt hatten. Ausserdem gab es im Klangdorf vor der Propstei ein Gebäude, da konnten alle Besucher Tonvideos anschauen. Tonvideos von selbst erzeugten Tönen der Sechstklässler.

Den Schluss der Veranstaltung und somit auch der Projektwoche beschreibt Fiona Wenk: «Danach gab es einen prächtigen Applaus. Mir hat diese Aufführung gefallen, weil alle mit Begeisterung mitgemacht haben.»