Wildhaus-Alt St.Johann
Trotz niedrigeren Steuerfusses: Finanziell für die Zukunft gerüstet sein

Die Senkung des Gemeindesteuerfusses um fünf Prozentpunkte auf neu 123 Prozent wurde an der Bürgerversammlung der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann einstimmig genehmigt.

Adi Lippuner
Drucken
Teilen
Gemeindepräsident Rolf Züllig und Gemeindeschreiberin Edith Meyer treffen kurz vor Versammlungsbeginn letzte Absprachen.

Gemeindepräsident Rolf Züllig und Gemeindeschreiberin Edith Meyer treffen kurz vor Versammlungsbeginn letzte Absprachen.

Bild: Adi Lippuner

135 Stimmberechtigte, das entspricht 7,5 Prozent der stimmberechtigten Bevölkerung der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann, liessen sich am Montagabend in der Mehrzweckhalle Chuchitobel von Gemeindepräsident Rolf Züllig informieren. Die Bürgerversammlung, bei der es ums Budget für das Jahr 2022 ging, warf keine hohen Wellen. Der Steuerfuss wird von bisher 128 auf neu 123 Prozent gesenkt, um eine ausgeglichene Rechnung zu erhalten, ist ein Bezug von 688'300 Franken aus der Ausgleichsreserve budgetiert. Das Budget und die Investitionsrechnung wurden genehmigt.

Die gute finanzielle Lage der Gemeinde habe zur Folge, dass aus dem kantonalen Finanzausgleich weniger Mittel zu erwarten sind, so Rolf Züllig.

«Wir dürfen aber, trotz des niedrigeren Steuerfusses, mit höheren Einnahmen rechnen.»

Zudem sei Wildhaus-Alt St.Johann, mit einem Jahresbudget in der Höhe von 20 Millionen Franken und einem Eigenkapital in gleicher Höhe, gut die Hälfte davon zweckgebunden, finanziell für die Zukunft gerüstet.

500'000 Franken für Schulwegsicherheit

Auf Wunsch von Eltern schulpflichtiger Kinder wurden die Schulwege in der Gemeinde untersucht. Während die baulichen Massnahmen in Alt St.Johann und Unterwasser bereits im Gange sind, besteht an der Munzenrietstrasse in Wildhaus Handlungsbedarf.

Wie in der Botschaft zu lesen war, wurde diese von der Kantonspolizei, Abteilung Verkehrstechnik, «als eine verkehrsorientierte Strasse» eingestuft. Mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 Stundenkilometer und der klaren Regelung der Vortrittsrechte, insbesondere aber auch der Trennung zwischen Langsamverkehr und motorisiertem Individualverkehr, könne mehr Sicherheit geschaffen werden.

Aus der Versammlungsmitte kam die Anregung, dass im Bereich Curlinghalle, Einmündung Mummenthalerweg bis zum Schulhaus und von der anderen Seite her ab «Friedegg» eine Wohnzone mit Tempo 30 geschaffen werden sollte. Rolf Züllig entgegnete, dass dies kein so einfaches Unterfangen sei, die Bürgerschaft aber im Rahmen der Mitwirkung Gelegenheit erhalten werde, Anregungen einzubringen. Der Kredit von 500'000 Franken wurde, mit einer Gegenstimme, genehmigt.

Zweckgebundene und nicht gebundene Ausgaben

Ein Grossteil der Ausgaben, welche die politische Gemeinde alljährlich zu tätigen hat, sind zweckgebunden. So beträgt der Aufwand für die Bildung knapp 6,3 Millionen Franken, für Gesundheit sind gut 3,6 Millionen budgetiert, der Verkehr schlägt mit 2,138 Millionen zu Buche und auch für soziale Wohlfahrt werden knapp 1,1 Millionen Franken ausgegeben.

Eine der Rundbogenbrücken, auch Römerbrücken genannt, führt von Sonnenhalb über die Thur zum Altersheim Horb.

Eine der Rundbogenbrücken, auch Römerbrücken genannt, führt von Sonnenhalb über die Thur zum Altersheim Horb.

Bild: Adi Lippuner

Dazu ein paar Erklärungen: An der Bildung werde nicht gespart, ob Kindergarten, Primarschule, Liegenschaften oder Schulgelder und Fördermassnahmen, um nur einige zu nennen, seien wichtig. Bei der Gesundheit, dort ist der grösste Budgetposten das Alters- und Pflegeheim Horb und Bellevue, seien die Auswirkungen der Pandemie spürbar. Rolf Züllig sagte:

«Wir haben tiefere Belegungszahlen und damit auch weniger Einnahmen.»

Bei der sozialen Wohlfahrt müssen neu die Gemeinden 100 Prozent der Verlustscheinforderungen der Krankenkassen tragen, bisher waren es 25 Prozent.

Bei der Investitionsrechnung sind Beiträge an die Hydrantenerneuerung, die Sanierung der Kugelfänge bei der Schiessanlage, die Ersatzbeschaffung eines Kommunalfahrzeugs und an das Projekt Abwasserreinigungsanlage «Ara 2020», die Errichtung einer Kadaver-Sammelstelle für Kleintiere und die Garagierung des Loipengeräts budgetiert, um nur einige zu nennen. Kaum sichtbar, aber trotzdem nötig, sei die Instandhaltung der Rundbogenbrücken, auch Römerbrücken genannt, dafür werden 120'000 Franken budgetiert.

Aktuelle Nachrichten