Wil/Bazenheid
Sortieren und Schleppen wird hinfällig – der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid startet in der Stadt Wil einen Velo-Abholservice für recycelbaren Abfall

Im neuen Angebot «Easybag» können Glasflaschen aller Farben, PET-Getränkeflaschen, Alu, Dosen, Kleinmetall sowie Elektrogeräte und Batterien gemischt gesammelt werden.

Gianni Amstutz
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Freuen sich über die Lancierung des «Easybag» (von links): Claudio Bianculli, Vorsitzender der Geschäftsleitung des ZAB, Stefan Grötzinger, Energiebeauftragter, Stadtrat Andreas Breitenmoser, Davis Bock, Projektleiter Stiftung Heimstätten Wil, Stadträtin Ursula Egli und Stadtpräsident Hans Mäder.

Freuen sich über die Lancierung des «Easybag» (von links): Claudio Bianculli, Vorsitzender der Geschäftsleitung des ZAB, Stefan Grötzinger, Energiebeauftragter, Stadtrat Andreas Breitenmoser, Davis Bock, Projektleiter Stiftung Heimstätten Wil, Stadträtin Ursula Egli und Stadtpräsident Hans Mäder.

Bild: PD

Recycling soll in Wil noch einfacher werden. Mit diesem Ziel im Kopf lancieren der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid auf Initiative des Vereins Velo Wil gemeinsam mit der Stiftung Heimstätten Wil und der Stadt Wil ein neues Angebot.

Im sogenannten Easybag können die Kundinnen und Kunden Wertstoffe wie Glas, PET-Getränkeflaschen, Aluminium, Kleinmetall und sogar Elektrogeräte und Batterien entsorgen. Dabei können die Materialien gemischt im Easybag gesammelt werden.

Ein weiterer Vorteil: Die Abfallsäcke werden bei den Kundinnen und Kunden zuhause abgeholt. Damit dies auch möglichst umweltverträglich geschieht, kommen dabei E-Cargobikes zum Einsatz. Mühsames Sortieren und zur Sammelstelle Schleppen werden damit hinfällig.

Heimstätten kümmern sich um Transport

Dienstleisterin ist die Stiftung Heimstätten, die das Angebot in Ergänzung zum im März lancierten Wiler Velo-Lieferdienst «Via Velo» umsetzt. Nach der Abholung bei den Kunden werden die Säcke bei der Stiftung Heimstätten Wil einem Container gesammelt und von da aus dann nach Bazenheid transportiert. Dort werden sie in der Sortieranlage sortiert und anschliessend wiederverwertet.

Stadtrat Andreas Breitenmoser, Departementsvorsteher Versorgung und Energie, ist vom neuen Angebot überzeugt:

«Es freut uns, dass wir mit diesem weiteren Velo-Service noch mehr zu einer umweltfreundlicheren Zukunft beitragen können.»

Auch Stadträtin Ursula Egli hebt die Vorteile des neuen Angebot hervor: Damit werde eine Lücke in der Entsorgungskette geschlossen. «Dies macht Entsorgung für die Wiler Bürger nicht nur einfach, sondern sorgt auch dafür, dass alle Stoffe fachgerecht entsorgt, möglichst abgebaut, oder wiederverwendet werden können.»

165 Franken für Jahresabo

Das neue Angebot ist zwar komfortabel, jedoch nicht gratis zu haben. 165 Franken bezahlen Kunden für ein Jahresabo. Das entspricht 13.75 Franken pro 60-Liter-Sack, der einmal monatlich abgeholt wird.

Claudio Bianculli, Vorsitzender der ZAB-Geschäftsleitung, ist sich dessen durchaus bewusst. Das Angebot sei aber auch als Ergänzung zu den bestehenden Sammelstellen zu verstehen.

«Wir streben damit keine flächendeckende Abdeckung in Wil an.»

Die Zielgruppen seien einerseits berufstätige Eltern, die keine Zeit haben, die Wertstoffe selbst zu entsorgen, anderseits ältere Menschen, die dies aufgrund eingeschränkter Mobilität nicht mehr könnten.

Das Recycling von Wertstoffen für diese Gruppen einfacher zu machen, sei das Hauptziel. Es gehe nicht etwa darum, dass bisher die Wertstoffrecycling an den Sammelstellen nicht gut genug funktioniere und deshalb viele wiederverwendbare Materialien im regulären Abfall landeten.

Eine passende Ergänzung zum Lieferservice

Dass die Wahl für die Lancierung des neuen Recyclingangebots auf Wil fiel, liegt laut Bianculli hauptsächlich daran, dass mit dem Lieferdienst eine passende Ergänzung dazu besteht. So könnten Lieferungen von ViaVelo mit Abholungen des Easybags verknüpft werden.

Ausserdem sei eine dichte Besiedelung eine Grundvoraussetzung. Das sei in Wil gegeben. In kleineren, ländlicheren Gemeinden mache das Angebot hingegen keinen Sinn – und wäre logistisch kaum zu bewältigen. Der ZAB könne sich aber vorstellen, den Abholservice dereinst auch in Gossau einzuführen, sagt Bianculli.

Auch ein Ausbau in Wil sei denkbar.

«Wenn der Abholservice ein Renner wird, könnten die Zyklen überdacht werden.»

Anstatt nur jeweils am ersten Montag des Monats zu sammeln, wäre auch ein schnellerer Rhythmus vorstellbar.

Herausforderungen im Verkehrsbereich meistern

Der Velo-Abholservice ist in Wil Teil des Programms Monamo (Modelle nachhaltiger Mobilität in Gemeinden). Im Rahmen dessen engagiert sich die Stadt Wil für nachhaltige Transport- und Mobilitätskonzepte, um den immer grösser werdenden Herausforderungen im Bereich des Verkehrs beizukommen.

Unterstützt wird das Projekt deshalb durch die Energiestadt Wil sowie die Technischen Betriebe Wil. Nach der Lancierung des Velolieferdiensts Mitte März ist der Abholservice bereits das zweite Monamo-Projekt innert kurzer Zeit, das in Wil gestartet wird.

Das Abo kann per Email über easyhome@zab.ch oder telefonisch unter 071 932 12 15 bestellt werden. Weitere Informationen unter: wirholens.ch