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Wie Toggenburger Alpställe wieder aufgebaut werden: Über 100 Personen nehmen an Erkundungstour teil

Die Mitglieder des Alpwirtschaftlichen Vereins Toggenburg besuchten auf der diesjährigen Wanderung Alpen, auf den Lawinen im letzten Winter Schäden an den Gebäuden angerichtet hatten.
Beatrice Bollhalder
Verschnaufpause: Auf der Alp von Hermann Bohl lassen die Wanderer den Ausflug ausklingen. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Verschnaufpause: Auf der Alp von Hermann Bohl lassen die Wanderer den Ausflug ausklingen. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Es gibt diverse Gründe, einen neuen Stall zu bauen. Zum Beispiel, wenn, wie auf der Säntisalp, eine Lawine die Unterkunft für die Tiere zerstört. Mehrere solcher neuen Alpställe konnten die Teilnehmer der diesjährigen Wanderung des Alpwirtschaftlichen Vereins Toggenburg am Dienstag besichtigen.

Während der Sommerferien wird dieser bei den Bauernfamilien beliebte Anlass jeweils durchgeführt. Der ausgewählte Tag war wegen des Wetters, trotz einzelner nasser Intermezzi von oben, für eine Wanderung ideal.

Auf der Widderalp sind Toggenburger und Appenzeller Tiere nur durch einen Zaun getrennt

Präsident Thomas Bohl freute sich, dass über 100 Personen jeden Alters der Einladung gefolgt waren. Es war eine leichte Wanderung, für den Aufstieg zur Passhöhe der Schwägalp stand ein Shuttlebus zur Verfügung. Von dort wurde von Alpstall zu Alpstall gewandert.

Begonnen wurde auf der Widderalp, wo die Toggenburger Tiere nur durch einen Zaun von den Ausserrhoder Tieren getrennt sind. Auf dieser Alp verbringen die Tiere von sechs Betrieben den Sommer.

Neugierig blicken die Ziegen aus ihrem Stall hervor. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Neugierig blicken die Ziegen aus ihrem Stall hervor. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Neuer Stall und neue Hütte im «Bächli»

Im «Bächli» standen die Wanderer etwas später vor einem neuen Alpstall und einer neuen Hütte. Wie Jakob Scherrer erklärte, konnte er als Pächter die Alp vor sechs Jahren erwerben.

Bis die Neubauten in Angriff genommen werden konnten, mussten zuerst drei Projekte ausgearbeitet werden. Beim alten Standort konnte wegen eines Bächleins kein neuer Alpstall realisiert werden.

Ausserdem gilt es auf der Säntisalp die Gefahren von Steinschlag und Lawinen zu berücksichtigen. «Es gibt auch hier Vor- und Nachteile, aber die Tiere fühlen sich hier sichtlich wohl», erklärte Jakob Scherrer.

Der Innenausbau steht noch bevor

Bei der Hütte vermutete der Betrachter, dass darin bereits gewohnt werden kann. Wer sich aber näher für das Gebäude interessierte, merkte, dass es nur aussen fertig ist und der Innenausbau noch bevorsteht.

Wenn man wie Familie Scherrer aus Kostengründen mehr oder weniger alles selber oder mit Kollegen bauen will, dauert es eben länger. Und das alte «Alphüttli» mit einem Keller – durch diesen fliesst noch ein Bächlein – ist noch immer bewohnbar.

Einzelne Alpgebäude wurden im letzten Winter zerstört

Irgendwann im letzten Winter hat eine Lawine die Alpgebäude der Familie von Jörg Scherrer innert Sekunden zerstört. Wie hatte man das bemerkt? Ein Hundeführer sei mit seinen Tieren in dieser Gegend im Schnee unterwegs gewesen und habe ein Filmchen über die Zerstörung gedreht, hiess es.

Dieses wurde auch an Jörg Scherrer übermittelt. Daraufhin hat sich die Familie auf Schneeschuhen zur Alp aufgemacht und den Schaden begutachtet. Schnell musste ein Projekt erstellt und so bald als möglich mit dem Aufbau gestartet werden.

40 Meter lange Betonwand soll vor Lawinen schützen

Eine 40 Meter lange, sechs Meter hohe und 40 Zentimeter dicke Betonwand wurde erstellt. Vor dieser wurde in Windeseile ein Alpstall mit massiven Holzbalken errichtet.

Diese sind so stark, dass sie das Gewicht einer künftigen Lawine, die den Alpstall überqueren würde, auch aushalten. Um dieses Überqueren zu ermöglichen, wird die Weide bergwärts des Stalles derzeit von einem Tiefbauunternehmen auf Dachhöhe angefüllt.

Es steht noch viel Arbeit bevor

Es war klar zu erkennen, dass hier in den kommenden Monaten noch viel Arbeit anfallen wird, aber die Tiere konnten bereits Ende Juni auf die Alp gebracht werden. Bedingt durch die moderne Einrichtung können die Kühe nun im Stall gemolken werden.

Komfortabel für die Wanderer war, dass der Alpstall von Markus Wickli über eine leere Heu- und Strohdiele verfügte, in der sie nicht nur Schutz vor dem Regen, sondern auch noch Tische und Bänke vorfanden, an denen der obligate Schüblig verspiesen werden konnte. Unterhalten wurde die Gesellschaft von fünf jungen Musikern. Nebst Zahlen und Fakten zur Alp führte Markus Wickli auch noch einige seiner Tiere vor.

Die Wanderer bekamen an diesem Tag noch Einsicht in weitere Alpbetriebe, bevor sie den Weg Richtung Lutertannen eingeschlugen. Ausserdem wurde den Wanderern noch erklärt, wie unkompliziert eine Wasserversorgung mit geringem Aufwand und Unterhalt erstellt werden kann.

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