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Widerstand gegen Schliessung des Spitals Wattwil geht weiter

Der Widerstand im Toggenburg gegen die drohende Spitalschliessung in Wattwil wird weiter forciert. Die Gesundheitsversorgung und die Arbeitsplätze aufrechtzuerhalten, sei das Wichtigste, sagen die Unterstützer des Spitals.
Die Unterstützer des Spitals Wattwil gruppieren sich aus dem Förderverein Regionalspital Toggenburg Wattwil, dem Ärztevereins Toggenburg, der Parteien, dem Gewerbe sowie der Region Toggenburg. (Bild: PD)

Die Unterstützer des Spitals Wattwil gruppieren sich aus dem Förderverein Regionalspital Toggenburg Wattwil, dem Ärztevereins Toggenburg, der Parteien, dem Gewerbe sowie der Region Toggenburg. (Bild: PD)

Die Vertreterinnen und Vertreter des «Fördervereins Regionalspital Toggenburg Wattwil», des Ärztevereins Toggenburg, der Parteien und des Gewerbes vor Ort sowie der Region Toggenburg sammeln weiterhin Unterschriften in der Bevölkerung für die Petition «Pro Spital Wattwil» und setzen sich für Gesundheitsversorgung im Toggenburg ein.

Ein Dutzend Vertreterinnen und Vertreter des «Fördervereins Regionalspital Wattwil Toggenburg», des Ärztevereins Toggenburg, der politischen Parteien und des Gewerbes sowie der Region Toggenburg trafen sich unlängst für einen Austausch zum Thema und eine Zusammenfassung der Lage. Weiterhin gehe es um den Widerstand gegen die Schliessungspläne des Spitals im Toggenburg, steht im Pressecommuniqué, welches am Montag in Umlauf gebracht wurde.

«Fahrten zu anderen Notfallstationen sind zu lang»

Die Vertreterinnen und Vertreter sind sich einig, dass das Spital Wattwil für die Grund- und Notfallversorgung zwingend erhalten werden müsse, heisst es. Denn ohne Spital Wattwil sei die Notfall- und Grundversorgung im Toggenburg akut gefährdet. Im Notfall sei nicht immer sofort ein Arzt verfügbar, und die Fahrt zu einer Notfallstation könne bis zu einer Stunde dauern.

Namentlich beim Ärzteverein sei die Sorge gross, dass aufgrund des Baustopps die medizinische Versorgung im Toggenburg künftig nicht mehr gewährleistet sei, wird im Communiqué hervorgehoben. Es bestehe die Gefahr, dass durch den Verwaltungsrat der Spitalverbünde Fakten geschaffen werden, die dann seine Argumente unterstreichen sollen. Gleichzeitig sollte in Zusammenarbeit mit dem Ärzteverein in der Bauphase Drei eine «integrierte hausärztliche Notfallpraxis» entstehen, die mit dem Baustopp nun nicht realisiert werden könne. Diese Notfallpraxis sei für die Sicherung der hausärztlichen Grundversorgung im Toggenburg jedoch unbedingt nötig.

Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten

Aufgrund der geografischen und demografischen Situation im Toggenburg ist das Spital Wattwil für die Grund- und Notfallversorgung in der Region unabdingbar, erklärt Michaela Signer vom Vorstand des Ärztevereins Toggenburg: «Die Bevölkerung wird nicht nur in ländlichen Regionen immer älter. Gerade ältere Patientinnen und Patienten brauchen keine Zentrumsversorgung, sondern sind wohnortnah am besten versorgt. Ohne Spital würde diese Versorgung im Toggenburg nicht mehr funktionieren.»

Am 2. Juni wurde die neue Bettenstation im Spital Wattwil offiziell eröffnet. (Bild: Ralph Ribi)

Am 2. Juni wurde die neue Bettenstation im Spital Wattwil offiziell eröffnet. (Bild: Ralph Ribi)

Der Ärzteverein weist zudem darauf hin, dass der Verwaltungsrat mit seinem Agieren nicht nur den demokratischen Erneuerungs-Entscheid von 2014 missachte, sondern auch wichtige Ausbildungsplätze und damit das gerade erst dieses Jahr gefällte Ja der St. Galler Stimmberechtigten zum «Joint Medical Master» an der Universität St.Gallen in Frage stelle: «Der Joint Medical Master soll Hausarztnachwuchs im Kanton bringen. Eine Schliessung des Spitals Wattwil würde das im Toggenburg torpedieren. Ohne das Spital gehen ein Dutzend von der FMH erst kürzlich als sehr gut beurteilte Ausbildungsplätze für den Joint Medical Master verloren», wird der Ärzteverein zitiert.

«Spital ist ein Standortfaktor»

Daniel Blatter, Geschäftsführer Region Toggenburg. (Bild: PD)

Daniel Blatter, Geschäftsführer Region Toggenburg. (Bild: PD)

Einig seien sich die Vertreterinnen und Vertreter von Parteien, Region und Gewerbe auch darin, dass das Spital ein wesentlicher Standortfaktor ist, erklärt Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner, Präsident des Fördervereins und Gemeindepräsident von Wattwil: «Für Unternehmen ist es ein wesentlicher Entscheidfaktor für die Standortwahl, wenn ein Spital in der Nähe ist.» Lagen für Wohn- und Geschäftsliegenschaften in unmittelbarer Nähe eines Spitals sind generell sehr begehrt. «Unsere Gemeinden, die Region und der Kanton investieren kräftig in die Entwicklung des Toggenburgs, der Erfolg zeigt sich – und dann soll der grösste Arbeitgeber in der Region mit 250 Arbeitsplätzen die Tore schliessen? Das hätte fatale Folgen für unseren Arbeitsmarkt und für unser Gemeinwesen», warnt auch Daniel Blatter, Geschäftsführer der Region Toggenburg.

Grossaufmarsch am Bevölkerungsgespräch

Die Teilnehmenden des Austauschs waren sich einig: «Wir kämpfen weiter. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist noch nicht gesprochen. Der Volkswille muss respektiert werden.» Sie laden die Bevölkerung ein, mit einem Grossaufmarsch am Bevölkerungsgespräch des Kantons vom Mittwochabend, 28. November, in Wattwil ein starkes Zeichen zu setzen für die Demokratie, für ihre Gesundheitsversorgung und für ihre Arbeitsplätze. «Ich wäre erstaunt, wenn die Besorgnis der Bevölkerung am 28. November im ‹Thurpark› nicht zum Ausdruck käme», ist Norbert Stieger, Vorstandsmitglied des Fördervereins, überzeugt.

Alois Gunzenreiner, Präsident des Fördervereins. (Bild: PD)

Alois Gunzenreiner, Präsident des Fördervereins. (Bild: PD)

Die laufende Unterschriftensammlung für die Petition stosse übrigens auf breiten Zuspruch, heisst es. Die Gespräche an vergangenen Standaktionen wie am Martini Markt Mogelsberg und am Herbstmarkt in Wattwil vom Samstag zeigten, das Unverständnis der Bevölkerung sehr deutlich. «Die Besorgnis ist gross, das zeigt der enorme Rücklauf für unsere Petition ‹Pro Spital Wattwil›. Die Zahl der Unterschriften wächst und wächst.», zeigt sich Alois Gunzenreiner erfreut.

Die Unterschriftensammlung für die Petition läuft weiterhin und es finden sich alle relevanten Informationen auf der Webseite www.pro-spital.ch. (pd/lim)

Gemeinsam für das Spital Wattwil einstehen

Sie alle kämpfen für die Gesundheitsversorgung in Wattwil und im Toggenburg: René Buri, Präsident CVP Wattwil; Michaela Signer, Hausärztin FMH, Vorstand Ärzteverein Toggenburg, Ebnat-Kappel; Daniel Blatter, Geschäftsführer Region Toggenburg; Bruno Strub, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, Lichtensteig; Christoph Thurnherr, Kantonsrat SP, Wattwil; Alois Gunzenreiner, Gemeindepräsident Wattwil, Präsident Förderverein Regionalspital Toggenburg; Daniel Güntert, Facharzt FMH für Innere Medizin und Pneumologie, Wattwil; Hansueli Hofer, Präsident SVP Wattwil, Vizepräsident SVP Toggenburg; Roger Meier, Vorstand Verein «Zentrum Wattwil»; Norbert Stieger, Vorstand Förderverein Regionalspital Toggenburg; Silvia Güntert, Fachärztin FMH für Innere Medizin und Hämatologie, Bazenheid; Jakob Durscher, Vorstand SVP Wattwil sowie Marc Bohnenblust, Geschäftsführer Verein «Zentrum Wattwil». (pd/lim)

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