Wetterrückblick Januar
Höchste Schneehöhe seit Messbeginn mit 48 Zentimetern

Der Januar 2021 geht als schneereich in die Geschichtsbücher ein. Die vielen Schneefälle bedeuten aber nicht, dass es in der Region auch besonders kalt gewesen wäre.

Christoph Frauenfelder
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Im Januar lag in der Region Wil verhältnismässig viel Schnee.

Im Januar lag in der Region Wil verhältnismässig viel Schnee.

Bild: Jörg Roth

Im Vergleich zum langjährigen Temperaturmittel (1991–2020) überschritt der Januar die Norm um lediglich 0,2 Grad. Damit weisen seit Mai 2019 alle Temperatur-Monatsmittel überdurchschnittlich hohe Werte auf. Der Temperaturumfang bewegte sich zwischen minus zehn und plus elf Grad. Wenige Eistage (ganztags unter null Grad) und viele Frosttage (Minimum unter null Grad) prägten ferner das Januarwetter. Zum Temperaturüberschuss verhalfen die letzten vier Tage des Januars. Mit feuchtmilden Westwinden wurde eine enorme Wärme vom Atlantik in die Ostschweiz transportiert. Die Heizgradziffer ergab 588 Grad.

Die Wetterdaten im Januar 2021 im Überblick

2020 2021 Durchschnitt
1991-2020
Temperaturmittel °C 2,6 1 0.8
Tiefste Temperatur °C –4,3 –9,8 -8.8
Höchste Temperatur °C 14,6 10,5 12.1
Heizgradtage °C 539 588 591
Niederschlagsmenge mm 23 113 59
Niederschlagstage 4 15 10
Mittlere Windgeschwindigkeit km/h 5,1 7,1 5.3
Höchste Windspitze km/h 103 70 80
Sturmtage (Mittel über 10.8 km/h) 3 6 4
Sonnenscheinstunden 84 40 48
Relative Luftfeuchtigkeit % 81 81 83
Nebeltage (Sicht unter 1 km) 7 2 4

So viel Schnee, wie «noch nie»

Der Januar war ausgesprochen niederschlagsreich. Es fiel die doppelte Menge an Regen und Schnee. Die ununterbrochenen Schneefälle vom 14. und 15. Januar führten zu einer Rekordschneehöhe seit Messbeginn 1959 von 48 Zentimetern. Der letzte Rekord datiert vom März 2006, als 45 Zentimeter gemessen wurden. Das sind einmalige Ausreisser, die alle paar Jahrzehnte einmal vorkommen und auf den allgemeinen Klimatrend keinen Einfluss haben. Denn seit 20 Jahren sind die Jahresniederschläge um zehn Prozent zurückgegangen und diese Tendenz wird seit der Jahrhundertwende gehalten. An 19 Tagen lag eine Schneedecke, normal sind elf.

Die Sonne blieb im Rückstand

Schon dem Dezember fehlten rund 20 Prozent Sonnenschein. In diesem trüben Stil ging es auch im Januar weiter. Die Summe blieb rund 15 Prozent im Defizit. Doch der allgemeine Klimatrend geht klar in Richtung mehr und mehr Sonnenschein. Allein in den letzten zehn Jahren hat die Sonnenscheindauer um fünf Prozent zugenommen. Der Wind wehte im Januar markant stärker als üblich. Er generierte sechs Sturmtage.

Ausblick auf den Februar: Markanter Spätwinter

Wagen wir einen Ausblick auf den Februar. Das Klimamittel 1991–2020 zeigt, dass der Februar der trockenste Monat des Jahres ist. Er bringt uns mit dem Januar zusammen die höchsten Schneehöhen. Die Temperaturen reichen im Februar üblicherweise von -8 bis 13 Grad. Die Extreme lagen seit Messbeginn vor 160 Jahren jedoch zwischen -24 und 19 Grad.

Der Februar ist in den letzten zehn Jahren um fast ein Grad wärmer geworden, gleichzeitig auch trockener und sonniger. Er bringt die doppelte Sonnenscheindauer des Januars. Sehr selten übertrifft der Februar seinen Vormonat noch an Kälte. Dann weht die endlose und eisige Bise aus Nordosten.

Den ganzen Monat über sind die Temperaturen im Steigen begriffen. Nach Morgenfrösten erreichen sie tagsüber zunächst bis vier Grad, Ende Monat sieben Grad. Die Niederschlagsneigung ist mit 30 bis 35 Prozent gering. Staulagen können auch im Fürstenland und Untertoggenburg nochmals Schnee bringen. Mit der rasch fortschreitenden Tageslänge scheint die Sonne anfangs zwei Stunden, Ende Monat drei Stunden pro Tag. Nebel zeigt sich nur noch halb so oft, wie im Januar.

Schneeglöckchen läuten den Vorfrühling ein

Mitte Februar stäubt der Hasel und Ende Monat läuten die Schneeglöckchen den Vorfrühling ein. Damit beginnt die Vegetationsperiode. Sie dauert bis zum Blattfall der Buche Anfang November. Die ankommenden Stare künden Ende Monat den ersten zaghaften Frühlingsvorstoss an.

Hin und wieder hält sich das Wetter in keiner Weise an den Normalverlauf. So lagen die Monatstemperaturmittel seit Messbeginn vor 160 Jahren zwischen elf Grad zu kalt und sechs Grad zu warm. Der Februar vor Jahresfrist war der wärmste in der langen Messreihe. Der Februar zeigte bisher eine Bandbreite des Niederschlags von drei Prozent bis zum Vierfachen der Norm.

Der Autor ist Inhaber der Meteotop-Wetterstation Fürstenland in Niederuzwil.