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29 Jahre war er immer da, jetzt geht Köbi Scherrer in Pension

Der 31. Mai ist für Köbi Scherrer ein besonderer Tag: Er feiert seinen Geburtstag und hat seinen letzten Arbeitstag auf dem Bauamt Nesslau. Er hat genau 29 Dienstjahre erfüllt.
Sabine Schmid
Köbi Scherrer war in der Gemeinde Nesslau vor allem im Transporter unterwegs. (Bild: Sabine Schmid)

Köbi Scherrer war in der Gemeinde Nesslau vor allem im Transporter unterwegs. (Bild: Sabine Schmid)

Köbi Scherrer war ein Einzelkämpfer. Als er am 1. Juni 1989 seine Arbeit auf dem Bauamt der damaligen Gemeinde Nesslau aufgenommen hat, war er der einzige Mitarbeiter in dieser Abteilung. «Ich habe alles gemacht», sagt er und beginnt mit der Aufzählung: Strassenwischen, Wasserversorgung, Totengräber auf dem Friedhof, Unterhalt von Strassen. Er schaute zu den Truppen des Militärs, wenn solche in der Mehrzweckanlage untergebracht waren. «Im Winter kam der Schneebruch dazu», fügt Köbi Scherrer hinzu. Ein einziges Fahrzeug stand ihm damals zur Verfügung. Im Sommer wurden damit die Strassen geputzt, im Winter vom Schnee befreit. Später bekam Köbi Scherrer einen Transporter. Unzählige Arbeitsstunden hat er damit geleistet. «Heute sitze ich auch meist im Transporter, aber im Nachfolgemodell», sagt er.

Arbeiten in einem Dreierteam

Verändert, respektive vergrössert, hat sich das Team im Nesslauer Bauamt. Im Jahr 2000 wurde mit Werner Scherrer eine zweite Person eingestellt. «Er hat sich fortan um die Wasserversorgung gekümmert, während ich weiterhin die Bauamtsaufgaben ausgeführt habe», erzählt Köbi Scherrer. Ein dritter Bauamtsmitarbeiter kam mit der Fusion von Nesslau und Krummenau hinzu. «Das Gemeindegebiet ist auf einen Schlag viel grösser geworden», erzählt Köbi Scherrer.

Die nachfolgende Fusion mit Stein sei weniger einschneidend gewesen. «Wir haben bereits vorher einige Aufgaben in Stein ausgeführt wie das Strassenwischen», sagt Köbi Scherrer. Dem Dreierteam kann er durchaus Vorteile abgewinnen. Wenn Reparatur- oder Mäharbeiten an Wanderwegen anstehen, sind sie öfter zu zweit unterwegs. Früher habe diese Aufgabe bedeutet, dass man den ganzen Tag lang allein unterwegs sei. Wer weiss, dass die Bauamtsmitarbeiter beispielsweise bis auf den Blässchopf gehen müssen, kann dies nachvollziehen. Viel Arbeit gibt es im Bauamt jeweils auch beim Jahrmarkt im Sidwald und bei der Viehschau. «Gerade dafür sind wir bestimmt eine Woche lang beschäftigt, weil wir daneben ja auch unsere tägliche Arbeit machen müssen», erzählt Köbi Scherrer. Da ein Teil des Bauamtsmagazins im Berstel immer wieder für Feste genutzt wird, ist das meiste Material auf Rädern, sodass es einfach verschoben werden kann.

Jede Schneenacht hat der Wecker geklingelt

Besonders geprägt in den vergangenen 29 Jahren hat Köbi Scherrer der Winterdienst. «Seit ich mit dieser Arbeit angefangen habe, war ich mit dem Pfadschiff jeweils im Dorf unterwegs», erzählt er. Das hat bedeutet, dass er bei nächtlichem Schneefall immer wieder aufstehen und nachschauen musste, ob er pfaden soll. Sein Wohnort an der Hauptstrasse in der Nähe vom Bauamt sei dafür ideal gewesen. «Spätestens wenn ich die Schneepflüge vom Kanton gehört habe, wusste ich um meine Aufgabe», sagt er lachend. Drei Stunden brauchte Köbi Scherrer für eine Pfader-Runde im Dorf. «Und wenn es weiter geschneit hat, kam gleich eine zweite danach».

Ferien habe er während all dieser Zeit nur tageweise genommen, beispielsweise zum Heuen. Sein Vieh hat er vor Jahren verkauft, aber dennoch bewirtschaftet Köbi Scherrer noch sein Land. Weil er nun in Pension geht, ist er von mehreren Leuten angefragt worden, ob er ihr Plätzli vor dem Haus auch mähen könne. «Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu viel Arbeit annehme», sagt er. Denn seit dem 1. Januar hat Köbi Scherrer noch eine weitere Aufgabe: Er ist als Milchkontrolleur für 15 Nesslauer Bauern zuständig. So sei der halbe Monat schon einmal ausgefüllt, meint er lachend. Gerade jetzt im Sommer seien einige der Bauern auf der Alp, und so verlängere sich der Weg für die Kontrollen, sagt Köbi Scherrer.

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