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Wenn die Bestellung die letzte für immer ist

Das Beizensterben macht auch nicht vor dem Toggenburg Halt. Es trifft auch renommierte Lokale, sagt ein Experte.
Martin Knoepfel
Mit erschwinglichen Mittagsmenus kann das Mittagsgeschäft der Restaurants auf dem Land derzeit gehalten werden. (Symbolbild: PD)

Mit erschwinglichen Mittagsmenus kann das Mittagsgeschäft der Restaurants auf dem Land derzeit gehalten werden. (Symbolbild: PD)

Letztes Jahr habe sich das Beizensterben zugespitzt, obwohl es schon seit Jahren anhalte. Das schrieb eine Sonntagszeitung vor kurzem. Das Minus 2017 belaufe sich auf nicht weniger als 856 Restaurants in der ganzen Schweiz, hiess es weiter. Am ausgeprägtesten ist das Phänomen offenbar in den Kantonen Bern, Genf, Luzern, Tessin und Zürich.

Wie verhält es sich im Kanton St. Gallen und im Toggenburg? Er besitze keine Zahlen, da die Erteilungen von Patenten über die Gemeinden liefen, sagt der Präsident von Gastro St. Gallen, Walter Tobler. Er ist Wirt in der Stadt St. Gallen. In den Städten gebe es immer mehr Patente und – renditebedingt – Wirte-Wechsel ohne Ende, sagt Walter Tobler. Auf dem Land sei es ebenfalls schwierig. Man müsse ein Lokal klar positionieren, damit die Gäste wüssten, wofür es stehe.

Familienfeindliche Arbeitszeiten

Ein Problem bilden auch die langen Arbeitszeiten von oft 15 oder 16 Stunden am Tag. Das gilt vor allem, wenn eine Wirtefamilie noch kleine Kinder hat. Darin stimmen der Präsident von Gastro St. Gallen und sein Vize, der Mosnanger Bruno Schneider («Krone») überein.

Letztes Jahr habe es auch im Toggenburg Schliessungen von Restaurants gegeben, und es sehe ganz so aus, dass die Entwicklung in Zukunft weitergehe, sagt Bruno Schneider. Betroffen seien sogar renommierte Lokale und Ausbildungsbetriebe. Das sei besonders zu bedauern, weil die Branche heute schon mit Nachwuchsproblemen kämpfe, sagt der Vizepräsident von Gastro St. Gallen. Er nennt als Beispiele den «Hirschen» in Bütschwil, die «Krone» in Ulisbach, die mittlerweile abgebrochen ist und einer Altersresidenz Platz gemacht hat, und den «Ochsen» in Sidwald. «Im Moment sieht es düster aus.» Kein Trost sei, dass Branchen wie die Metzger oder die Bäcker ähnliche Probleme hätten.

Bruno Schneider weist noch auf einen weiteren Faktor – neben den langen Arbeitszeiten – hin, der eine Betriebsübergabe erschwert: das Geld. «Für junge Leute ist es fast unmöglich, ein Lokal zu übernehmen. Sie haben nicht genug eigenes Geld, und die Banken sind mit Krediten sehr zurückhaltend.» Gut sind die Aussichten für eine Weiterführung laut Bruno Schneider, wenn es eine Nachfolge in der Familie gibt. Bei der «Krone» in Mosnang ist das der Fall. «Wir können die Geschäftsführung jetzt auf vier Personen aufteilen.»

Kann man das Mittagsgeschäft halten?

In den Städten verlieren Restaurants offenbar einen Teil des Mittagsgeschäfts, da die Mittagspausen kürzer werden und sich viele Arbeitnehmer an Essensständen verpflegen. In den Städten sei die Veränderung tatsächlich massiv. Auf dem Land sei das weniger der Fall, sagt Bruno Schneider. Er habe die Erfahrung gemacht, dass man das Mittagsgeschäft mit erschwinglichen Menus halten könne.

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