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Tourismus im Toggenburg: Weniger, länger, deutscher

Im ersten Halbjahr übernachteten weniger Gäste in Wildhaus-Alt St. Johann. Wer das aber tat, blieb im Durchschnitt etwas länger als noch vor Jahresfrist. Und reiste öfter aus Deutschland an.
Ruben Schönenberger
Für Anblicke wie diese reisen Touristen ins Obertoggenburg. Im Bild liegt der Schwendisee, inmitten der Flachmoore. (Bild: PD)

Für Anblicke wie diese reisen Touristen ins Obertoggenburg. Im Bild liegt der Schwendisee, inmitten der Flachmoore. (Bild: PD)

Der Tourismus hat es schwer im Toggenburg. Das geplante Jufa-Hotel wurde von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann beerdigt, die Bergbahnen Wildhaus und die Toggenburg Bergbahnen streiten sich weiterhin, und auch das Klanghaus ist – obwohl mittlerweile wieder auf Kurs – um Jahre verzögert.

Die neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik könnten als nächster Dämpfer interpretiert werden: Die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann muss im ersten Halbjahr erneut einen Rückgang an Gästen verbuchen. In den ersten sechs Monaten kamen 18'232 Gäste in der Gemeinde an. Das sind über vier Prozent oder rund 700 Personen weniger als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Christian Gressbach, Geschäftsführer von Toggenburg Tourismus, relativiert: «Es handelt sich um kleine Differenzen, die Zahlen sind sehr nahe an denen des Vorjahres.» Wichtig sei zudem anzumerken: «Es handelt sich nur um die Logiernächte der Hotels.» Nicht dazugezählt würden die Ferienwohnungen, und auch das Reka-Feriendorf finde keinen Eingang in die Statistik. «Im ganzen Jahr werden dort rund 34'000 Logiernächte verbucht», sagt Gressbach.

Gäste bleiben länger

Für etwas Entspannung sorgt, dass sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer leicht erholen konnte. Gäste, die zwischen Januar und Juni in Wildhaus-Alt St. Johann übernachteten, blieben durchschnittlich 2,45 Tage. Dieser Wert ist um 3,6 Prozent höher als im Vorjahr. «Das ist positiv», sagt Christian Gressbach. «Am Abend geschieht die grösste Wertschöpfung. Wir versuchen, die Gäste deshalb für einige Tage im Tal zu halten.» Die Anzahl Logiernächte sinkt entsprechend weniger stark als die Anzahl Ankünfte. Die neu 44'673 Logiernächte bedeuten ein Minus von weniger als einem Prozent. Auffallend an der Statistik: Im Frühling kommen mehr Gäste als noch im Vorjahr nach Wildhaus-Alt St. Johann. Und vor allem im Mai bleiben sie im Vergleich auch länger als noch vor Jahresfrist. So kommen im Mai über 1'000 Logiernächte mehr zustande. Das entspricht einem Plus von fast 25 Prozent. «Solche Ausschläge können mit grösseren Veranstaltungen oder auch mit Firmenanlässen zu tun haben», erklärt Gressbach.

Das Toggenburg folgt in den grossen Linien nicht dem nationalen Trend. Schweizweit ist gemäss dem Bundesamt für Statistik ein Plus von 3,8 Prozent bei den Logiernächten zu beobachten. Stark unterscheidet sich das Toggenburg auch bei der Entwicklung der Logiernächte von Schweizer Gästen. Rund 2,4 Prozent weniger Schweizer Logiernächte durfte man in Wildhaus-Alt St. Johann verzeichnen. Der Anteil an allen Logiernächten bleibt mit knapp 84 Prozent indes dennoch hoch. Seit 2013 schwankte dieser zwischen 82,3 und 86,4 Prozent.

Frankenschwäche lockt Deutsche an

Von den 7'214 von ausländischen Gästen im ersten Halbjahr generierten Übernachtungen entfallen 4'491 (rund 62 Prozent) auf deutsche Staatsangehörige. Diese kommen wieder weitaus öfter ins Toggenburg, seit sich der Franken abgeschwächt hat. Bemerkenswert: Aus Asien kommen immer mehr Gäste in die Schweiz, das Toggenburg profitiert davon kaum. Nur gerade 15 Logiernächte generierten beispielsweise indische Gäste, nur deren 67 Übernachtungen gehen auf das Konto chinesischer Gäste (ohne Hongkong). «Den Fernmarkt zu bearbeiten, ist für uns fast nicht möglich. Asiaten reisen in Gruppen zu den nationalen Highlights wie beispielsweise zum Jungfraujoch.» Das Verhältnis von Nutzen und Ertrag würde gegen die Bewerbung der Destination in Asien sprechen. Gruppenreisen seien aber ein Thema, das man bei Schweizer und auch deutschen Gästen forcieren möchte.

Für das restliche Toggenburg weist das Bundesamt für Statistik nur sehr begrenzt Zahlen aus. Im Vergleich mit Wildhaus-Alt St. Johann ist dort aber auch die Bedeutung des Tourismus geringer. So kamen im ersten Halbjahr beispielsweise 306 Gäste nach Ebnat-Kappel, 679 nach Nesslau und 865 in die Gemeinde Neckertal.

Nur jedes vierte Zimmer in der Gemeinde ist belegt

In der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann standen im Juni gemäss des Bundesamts für Statistik 527 Zimmer mit 1'156 Betten in 22 Betrieben zur Verfügung. Aus den 6'137 Logiernächten in diesem Monat resultierten 3'750 Zimmernächte. Das entspricht einer Zimmerauslastung von 25 Prozent und einer Bettenauslastung von 19 Prozent. (rus)

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