Weil sie zuvor schon im Thurgau wüteten: Staatsanwaltschaft hat drei Verdächtige im Visier, die im vergangenen Winter mehrere Toggenburger Alphütten zerstört haben

Seit vergangenen Winter sind Unbekannte immer wieder in abgelegene Alphütten im Toggenburg eingedrungen und haben diese böswillig zerstört. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft drei junge Männer im Visier, die für die Vandalenakte verantwortlich sein könnten. Alphütten-Besitzer sind erleichtert.

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Älpler Jörg Scherrer aus Nesslau.

Älpler Jörg Scherrer aus Nesslau.

Bild: Screenshot TVO

(stm) Älpler Jörg Scherrer aus Nesslau kann endlich aufatmen. Im vergangenen Winter wurde seine Alphütte im Toggenburg mehrmals von Vandalen zerstört. Monatelang tappten er und andere Bauern, deren Alphütten ebenfalls demoliert wurden, im Dunkeln. Man fragte sich: Wer nimmt einen solch grossen Aufwand auf sich? Und Warum? Schliesslich sind die Hütten im Winter wegen des Schnees jeweils nur schwer zu erreichen.

Drei junge Männer werden verdächtigt

Bald schon könnten Jörg Scherrer und die anderen Älpler Gewissheit haben: Die Thurgauer Staatsanwaltschaft kam drei Männern auf die Schliche, die für die Vandalenakte in sieben Alphütten auf der Lütisalp und der Säntisalp verantwortlich sein könnten. Die drei Männer im Alter von 18 und 23 Jahren aus der Schweiz und Deutschland haben bereits Thurgauer Jagdhütten verwüstet. Auffallend war: Das Spurenmaterial, das damals an den Tatorten gefunden wurde, ist identisch mit einigen Fällen im Toggenburg.

Ob die drei Männer für alle Vandalenakte in den sieben Alphütten verantwortlich sind, ist unklar und soll nun durch Befragungen festgestellt werden. Zum laufenden Verfahren erteilt die Staatsanwaltschaft derzeit keine weiteren Informationen.

Sachschaden von rund 5000 Franken

Bei Jörg Scherrers Alphütte haben die Vandalen nicht nur die Aussenfassade beschädigt, sondern auch im Stall gewütet. An der Rohmilch-Anlage, die zertrümmert wurde, entstand Sachschaden von über 3000 Franken. Insgesamt beläuft sich die Schadensumme auf rund 5000 Franken, sagt Scherrer.

Die Vandalen haben nicht nur die Fassade beschädigt, sondern auch im Inneren gewütet.

Die Vandalen haben nicht nur die Fassade beschädigt, sondern auch im Inneren gewütet.

Bild: Screenshot TVO

Die Schäden an seiner Hütte sind zwar noch immer sichtbar, aber Scherrer blickt jetzt nach vorne.

«Jetzt weiss man, dass es Ruhe gibt. Bis vor Kurzem wusste man nie, was noch alles passiert.»

Jetzt müsse man keine Angst mehr haben, dass etwas gleich wieder kaputt gemacht werde, wenn man es geflickt oder erneuert habe.

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