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Dogge totgestochen: Toggenburger Husky-Halter verurteilt

Ein Streit zwischen einem Husky und einer Dogge endete für diese tödlich. Der Husky-Besitzer stach fünfmal mit einem Messer auf die Dogge ein. Nun wurde er in einem Strafbefehl verurteilt.
Martin Knoepfel
Eine Dogge soll im August 2017 diesen Husky angegriffen haben, sagte der Besitzer. Deshalb habe er sich mit einem Messer gewehrt. (Bild: PD)

Eine Dogge soll im August 2017 diesen Husky angegriffen haben, sagte der Besitzer. Deshalb habe er sich mit einem Messer gewehrt. (Bild: PD)

Der Vorfall erregte Anfang August 2017 in Brunnadern grosses Aufsehen. Ein Hundehalter machte mit seinem Malamut und seinem Husky an einem Samstagabend einen Spaziergang. Dabei kam es zum Streit zwischen dem Husky und einer Dogge.

Der Husky-Besitzer sagte später, die Dogge habe seinen Husky und auch ihn angegriffen und zu Boden geworfen. Die Besitzerin der Dogge bestritt das. Die Dogge sei in einem Blutrausch gewesen, sagte der Husky-Besitzer. Er habe sich in Todesangst zur Wehr gesetzt, mit einem Multifunktionsmesser, das er mit sich trug. Dass er das Messer dabei hatte, erklärte er damit, dass er vorher grilliert habe.

Fünfmal stach der Mann auf die Dogge ein. Zwei Stiche verletzten die Lunge, sodass Luft in den Brustraum eindrang. Ein anderer durchdrang Blutgefässe im Bauch des Hundes nahe der Lendenwirbelsäule. Die Dogge verblutete deshalb innerhalb von rund zehn Minuten vor den Augen ihrer Besitzerin. Der Husky erlitt nur leichte Verletzungen.

Vorsätzliche Tierquälerei

Nun liegt der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vor. Der Husky-Halter wird wegen vorsätzlicher Tierquälerei und wegen Sachbeschädigung verurteilt. Er erhält eine unbedingte Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 100 Franken. Die Zahl der Tagessätze richtet sich nach dem Verschulden. Deren Höhe hängt ab vom Einkommen und Vermögen des Täters. Der Husky-Besitzer muss zudem Untersuchungskosten von etwas mehr als 1000 Franken bezahlen.

Die geforderte Entschädigung in Höhe von 9000 Franken muss die Besitzerin der toten Dogge in einem Zivilverfahren eintreiben. Der Strafbefehl ist mittlerweile rechtskräftig, weil der Husky-Besitzer auf den Weiterzug ans Kreisgericht verzichtet hat.

Die Klinge des Messers, das als Tatwaffe diente, war neun Zentimeter lang. Der Staatsanwalt schreibt, dass die Stiche mit grosser Kraft erfolgten. Damit sei bewiesen, dass der Husky-Besitzer die Dogge töten wollte oder deren Tod in Kauf genommen habe. Deshalb erfolgt ein Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tierquälerei und Sachbeschädigung. Zu Gunsten des Husky-Halters müsse man von einem entschuldbaren Notstand ausgehen, obwohl im Rückblick der Husky wohl nicht ernsthaft in Gefahr gewesen sei, heisst es weiter.

Bei vorsätzlicher Tierquälerei und bei vorsätzlicher Sachbeschädigung können Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren ausgesprochen werden. Allerdings darf man die Strafen nicht einfach zusammenzählen. Vielmehr muss der Staatsanwalt von der Strafe für das Hauptdelikt, die Tierquälerei, ausgehen und die Gesamtstrafe angemessen erhöhen. Für die Tierquälerei sei eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen angemessen, heisst es im Strafbefehl. Für die Sachbeschädigung gibt es weitere 40 Tagessätze, während wegen des entschuldbaren Notstandes 40 Tagessätze abgezogen werden, sodass man wieder bei den 80 ist.

Der Husky-Halter ist vorbestraft, wobei jene Sache offenbar fast zehn Jahre zurückliegt. Wegen Drohung, Sachbeschädigung und Verstoss gegen das Waffengesetz hatte der Mann eine bedingte Geldstrafe von 70 mal 70 Franken und 300 Franken Busse (unbedingt) erhalten.

Ungünstige Prognose

Nach der Tat hätten sich zwei Zeugen bei der Polizei gemeldet und über Konflikte mit dem Husky-Besitzer vor anderthalb Monaten respektive anderthalb Jahren berichtet. Das schreibt der Staatsanwalt im Strafbefehl. Im einen Fall habe der Husky-Besitzer gedroht, den Hund des Zeugen und den Zeugen mit Pfefferspray zu traktieren. Im zweiten Fall habe der Husky-Besitzer erklärt, er würde den Hund des Zeugen „abstechen“, wenn das Tier seinen Hunden zu nahe komme. Zudem habe der Husky-Besitzer einige Wochen vor der Tat erklärt, er gehe nur noch bewaffnet mit den Hunden spazieren.

Das Verhalten nach der Tat zeige sodann einen vollständigen Mangel an Reue und Einsicht, schreibt der Staatsanwalt. Er wirft dem Husky-Besitzer vor, dass dieser sich als Opfer darstellen wolle. Der Husky-Besitzer habe sich nach der Tat selber auf den Boden gelegt und so getan, als ob er verletzt sei. Gegenüber Medien hatte der Husky-Besitzer von einer Wirbelprellung gesprochen und erklärt, er sei arbeitsunfähig gewesen. Eine ärztliche Untersuchung habe die Verletzungen nicht bestätigt, heisst es im Strafbefehl. Der Staatsanwalt stellt dem Husky-Besitzer wegen der fehlenden Reue und Einsicht sowie wegen der vorhandenen Gewaltbereitschaft eine ungünstige Prognose. Die Geldstrafe ist darum unbedingt. Die 8000 Franken müssen also bezahlt werden. (mkn)

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