Weil OK-Mitglieder in Krisenstäben wirken und die Helfersuche schwierig würde: Coronavirus verhindert Bergrennen Hemberg

Die neunte Austragung des Hemberger Bergrennens wäre gar Teil des internationalen Rennkalenders gewesen. Doch sie kann nicht stattfinden.

Ruben Schönenberger
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Solche Bilder wird es dieses Jahr nicht geben. Das Bergrennen Hemberg findet nicht statt.

Solche Bilder wird es dieses Jahr nicht geben. Das Bergrennen Hemberg findet nicht statt.

Bild: Michel Canonica (16. Juni 2019)

Zum neunten Mal hätte diesen Sommer das Bergrennen Hemberg stattfinden sollen. Doch daraus wird nun nichts. Am 20. und 21. Juni röhren die Motore nicht durch die bevölkerungsmässig kleinste der Toggenburger Gemeinden.

Das Organisationskomitee des Bergrennens habe die Situation der herrschenden ausserordentlichen Umstände laufend verfolgt. Den Entscheid über die Durchführung hätten die Verantwortlichen so lange wie möglich hinausgeschoben, um den Anlass nicht voreilig abzusagen. Die Verantwortlichen schreiben in einer Mitteilung:

«Doch die aktuelle Situation lässt keinen anderen Entscheid zu, als das Bergrennen Hemberg 2020 abzusagen.»

OK-Mitglieder sitzen in Krisenstäben

In dieser Mitteilung werden verschiedene Gründe aufgeführt, die zur Absage geführt haben. Zum einen seien ehrenamtlich wirkenden Mitglieder des Organisationskomitees aktuell wegen der Coronapandemie in Krisenstäben oder auch in ihren Firmen stark engagiert. «Ihnen fehlen im Moment die notwendigen Ressourcen für das Bergrennen.» Zum anderen seien auch die Sponsoren in der aktuellen Situation mit anderen Sorgen beschäftigt.

Dazu komme, dass das Bergrennen auf unzählige Bauhelfer angewiesen wäre, weil diese Aufgaben nicht mehr der Zivilschutz übernimmt. Diese Helfer müssten alle Ferien nehmen. Das sei auch ein Problem, das die Verantwortlichen in der Zukunft beschäftigen werde. In diesem Jahr gehen die Veranstalter aber von einem noch grösseren Problem aus, weil in vielen Betrieben jetzt Überzeit abgebaut wird oder Kurzarbeit herrscht. Das verringert die Aussichten auf Ferien zur für das Bergrennen Hemberg richtigen Zeit.

Zum ersten Mal international

«Besonders schade ist diese Absage, da das Bergrennen Hemberg in diesem Jahr zum ersten Mal eine internationale Veranstaltung im Kalender der FIA gewesen wäre», ist der Mitteilung weiter zu entnehmen. Dazu kam es, weil eine Zusammenarbeit mit dem KW-Bergcup (Deutsche Bergmeisterschaft) fixiert werden konnte. Das Bergrennen Hemberg wäre ein Gastlauf der deutschen Meisterschaft gewesen, die ein hochkarätiges Fahrer- und Fahrzeugfeld habe.

«Das OK wird versuchen, diese Bereicherung mit internationaler Ausstrahlung bei der nächsten Austragung nach Hemberg zu holen.»

Auch im nationalen Rennkalender soll das Bergrennen Hemberg nächstes Jahr wieder eine wichtige Rolle spielen und am 19. und 20. Juni den Saisonauftakt darstellen. Damit solle auch der Toggenburger Veranstaltungskalender um eine motorsportliche Attraktion bereichert werden. Das Organisationskomitee teilt abschliessend sein Bedauern über die Absage mit, bittet aber um Verständnis.

Gemeindepräsident äussert Bedauern und Verständnis

Auch der Gemeindepräsident Christian Gertsch äussert in einer Mitteilung sein Bedauern, zeigt aber Verständnis. Er sagt: «Ich kann gut nachvollziehen, wie schwer es euch wohl fiel, diesen bedauerlichen Entscheid fällen zu müssen. Auch wenn die Massnahmen zur Pandemieprävention begreiflich, nachvollziehbar und für viele Menschen lebenswichtig sind, so ist es trotzdem auch für mich schmerzlich schade, dass auf die neunte Austragung verzichtet werden muss.»

Das Bergrennen sei ein beliebter Höhepunkt im Veranstaltungskalender und habe die Gemeinde bekannt gemacht. «So bedanke ich mich trotzdem bei dir und deinem Team für eure Arbeit und euren umsichtigen Entscheid. Von Herzen wünsche ich euch, den Mut zu behalten, euren guten Geist zu bewahren und eure Kräfte auf das nächste Jahr zu konzentrieren.»

Christian Schmid, Präsident des Organisationskomitees blickt denn auch schon ins nächste Jahr:

«Wir hoffen, im nächsten Jahr wieder auf die grosse und breite Unterstützung aller zählen zu dürfen. Denn nächstes Jahr werden wir besonders darauf angewiesen sein.»
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