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Damals: Weihnachtsbotschaften gab es im «Toggenburger Tagblatt» immer wieder

Aus vergangenen Zeiten – Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren rund um Weihnachten im Toggenburg passiert?

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Der kleine Silvan Helg spielte vor 20 Jahren in Lichtensteig das Jesuskind und war ganz zufrieden.

Der kleine Silvan Helg spielte vor 20 Jahren in Lichtensteig das Jesuskind und war ganz zufrieden.

Bild: PD

Vor 100 Jahren

24. Dezember: Weihnachtsumschau. Europa, – ja, man darf fast sagen: Die ganze Welt feiert heute ebenso bekümmert und sorgenvoll Weihnachten wie während der furchtbaren Kriegsjahre; denn die Not, der Hunger, die drückenden finanziellen Sorgen, der Hass der Grossen und der Egoismus grassieren bei Sieger und Besiegten und ungeheuerliche Zwangsfriedensverträge lassen keine Weihnachtsstimmung aufkommen.

Aber – sollen wir den Mut nun sinken lassen? Dürfen wir keine Weihnachtskerzen anzünden und nicht mehr an kommenden «Frieden auf Erden» glauben? Unser Schweizervolk bekommt auch dieses Jahr von den verschiedensten Seiten Geschenke aller Art. Nicht aus Marzipan ist der Entscheid des Obersten Rates in Paris, der kurz und bündig lautet: «Die Grenzen des heutigen Österreichs bleiben, wie sie sind!» Das heisst mit noch deutlicheren Worten; «Mit dem Anschluss des Vorarlberg an die Schweiz ist es nichts!»

Vor 50 Jahren

24. Dezember: Toggenburg. Weihnachtsbotschaft des Ökumenischen Rates der Kirchen: Wir wissen alle nur zu gut um die Spannungen und Konflikte in unserer Zeit. Weihnachten gibt niemandem die Möglichkeit, um zu entfliehen. Jesus, geboren am Weihnachtstag, trennt Menschen, ehe er sie versöhnt. Er hat sich dafür entschieden, unter den Armen und Machtlosen zu leben und ihnen Hoffnung zu schenken.

Jesus von Nazareth bringt Frieden und Gerechtigkeit den aus der Gesellschaft Ausgestossenen und allen, die für sie Partei ergreifen. Den Menschen, die demütig sind vor Gott und auf Ihn vertrauen, die in Solidarität und Partnerschaft mit den Armen stehen, die sich einsetzen für alle Menschen: All denen wird Weihnachten zur Freude.

Die Christenheit hat wenig Grund, sich zu rühmen. Aber als Gruppe unter vielen weiss sie die Geschichte Jesu von der Versöhnung zu erzählen: Gott ist der erste, der versöhnt; der erste, der vergibt; der erste, der neue Kraft schenkt; er war der erste, der hoffte. Wenn uns eine solche Botschaft anvertraut ist, was können wir anders tun als uns freuen und selber zu Versöhnern werden.

Vor 20 Jahren

21. Dezember: Lichtensteig. Dicke Flocken fallen vom Himmel, als die Glocken der evangelischen Kirche zur Sonntagsschulweihnacht einladen. Der heftige Schneefall beschert Nelly Rechberger, Präsidentin der Kirchenvorsteherschaft, einen Kurzauftritt. Da die Pfarrerin wegen Staus und schneebedeckter Strasse noch nicht da ist. «Was macht Weihnachten heute noch lebendig?», fragt Vroni Fusi. In der nächsten halben Stunde zeigten die vier- bis zehnjährigen Kinder singend, theaterspielend und musizierend auf sympathische Art eine Möglichkeit auf. Vroni Fusi, Monika Storchenegger, Marlis Perret und Beatrice Zweifel und alle Sonntagsschulleiterinnen hatten mit ihnen das Weihnachtsspiel nach einer Geschichte von Max Bolliger einstudiert. Mit ihrem Spiel helfen sie anderen Kindern: Die Kollekte geht zugunsten der Kinderhilfe Bethlehem.

24. Dezember: Wattwil/Bunt. Für die 21 Bewohnerinnen und Bewohner des Altersheims Bunt was es die letzte öffentliche Weihnachtsfeier in ihrer gewohnten Umgebung. Anfang Mai heisst es umziehen in den Neubau auf der Risi. Schon jetzt fahren sie immer wieder in ihre «neue Heimat», wenn dort irgendein spezieller Anlass ist – Konzerte beispielsweise oder das Risi-Fest. Mitnehmen werden die betagten Menschen nicht nur ihre Möbel und all ihre persönlichen Effekten. Auch das Personal wird in der Risi vertraut sein.

Vor 10 Jahren

22. Dezember: Ebersol. Die Lachsräucherei Balik lud zum ersten Weihnachtsmarkt ein. Der Rauchlachs aus dem Toggenburg hat viele Liebhaber. Gefischt wird der Lachs in Norwegen und wird, nachdem er in Ebersol geräuchert wurde, in die ganze Welt exportiert.

23. Dezember: Toggenburg. Am 26. Dezember 1999 fegt «Lothar» über die Schweiz und legt 10 Mio. Bäume um. Die ökonomischen Folgen sind über Jahre spürbar. Doch der Sturm hat den Wald auch gestärkt. Die Artenvielfalt ist gewachsen – dank neuer Pflanzungen.

24. Dezember: Wattwil. Als Weihnachtsgeschenk erhalten Albert und Yolanda Fuchs von ihrem Sohn Stefan ein Abonnement des «Toggenburger Tagblatts». Die beiden Wattwiler, die vor über 40 Jahren nach Australien auswanderten, geniessen es, auf diesem Weg zu erfahren, was in ihrer alten Heimat läuft. Dies ist an sich nichts Aussergewöhnliches. Speziell ist allerdings, dass die Zeitung etwa eine Woche unterwegs ist, bis Albert Fuchs sie morgens in den Händen hält.

24. Dezember: Toggenburg. Freudig durften strahlende Kinder schon einen Tag vor Heiligabend ihr erstes Weihnachtsgeschenk entgegennehmen: Zeichnungen von neun Mädchen und einem Jungen aus dem Toggenburg und Umgebung stachen aus dem Katalog der unzähligen Einsendungen zum Kindermalwettbewerb der Toggenburg Medien hervor. Ob mit Wasserfarbe, Filz- oder Bleistift: Die Kinder zwischen 4 ½ und 11 Jahren liessen ihrer Kreativität freien Lauf und so kam schliesslich eine bunte Auswahl der besten Gemälde zusammen.

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