Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wattwiler produziert eigenen Nachttisch: «Es war für alle Beteiligten spannend, das Möbel vom Papier in die Realität zu bringen»

Pascal Walther aus Wattwil arbeitet als Grafiker und studiert Industrial Design. In seiner Freizeit hat er einen Nachttisch kreiert.
Sabine Camedda
Pascal Walther zeigt den Nachttisch, den er designt und zusammen mit Toggenburger Handwerkern gebaut hat. (Bild: PD)

Pascal Walther zeigt den Nachttisch, den er designt und zusammen mit Toggenburger Handwerkern gebaut hat. (Bild: PD)

Das Design ist schlicht: Ein Rahmen aus lackiertem Stahl, darauf ein kantiges Holz und fertig ist der Nachttisch. Designt hat diesen Pascal Walther. Für ihn ist es das erste Möbelstück, das er selbst kreiert hat. Dies habe aber nicht direkt mit seinem Studium in Industrial Design zu tun, sagt er: «An der Fachhochschule lernen wir zwar schon, wie ein Gegenstand entsteht. Da bleibt es aber bei der Theorie.» Mit dem Nachttisch geht Pascal Walther einen Schritt weiter. «Ich habe mich mit der Realisierung auseinandergesetzt, habe Partner gesucht und zusammen mit diesen den Nachttisch produziert», fasst Pascal Walther zusammen.

Selun – der erste der Churfirsten

Die Tischplatte sollte hölzern sein, wild und lebendig. «Ich verwende den Teil des Baumstamms, der nach dem Schindelmachen übrig bleibt», sagt Pascal Walther. Emil Näf aus Bächli besorgt ihm dieses Holzstück. Es sei eindrücklich gewesen, als ihn der Schindelmacher in den Wald mitgenommen habe und er den «Rugel» selbst aussuchen konnte. Gemeinsam haben Näf und Walther das Holz in der Werkstatt grob gestaltet. Quasi als Gegenteil zur Holzplatte ist der Unterbau eher filigran. Dafür konnte Pascal Walther die Firma Tobler als Partner gewinnen. «Der Stahl für das Gestell wird in Handarbeit millimetergenau zugeschnitten, dann zusammen geschweisst, geschliffen, poliert und bemalt», erklärt der Jungdesigner. Gerade dieser Kontrast zwischen Natur und Technik – beides ausgeführt von kompetenten Fachpersonen – mache die Faszination des Möbels aus.

Pascal Walther glaubt, dass sein Nachttisch eher in einen modernen Bau passt und weniger in ein urchiges Toggenburger Haus mit vielen traditionellen Möbeln. Lange habe er überlegt, ob im Holz eine Schublade eingebaut werden soll. Er habe sich schliesslich dagegen entschieden.

«Ich wollte das Holz grob und möglichst dem Wuchs der Natur überlassen. Da würde etwas Technisches wie eine Schublade zu sehr stören.»

Den Verkauf übernimmt Pascal Walther wieder selber. Als Grafiker gestaltete er eine Broschüre, für die er die Texte schrieb und die Fotos produzierte. Auch der Name des Möbels, Selun, stammt von ihm. Selun sei von seinem Wohnort Wattwil aus der erste der Churfirsten, darum habe er für sein erstes Werk diesen Namen gewählt. Dies drücke zudem die Verbundenheit mit dem Tal aus, denn für Pascal Walther ist es bedeutend, dass seine Partner in der Produktion aus dem Toggenburg stammen. Die Frage, ob sein nächstes Möbel Frümsel heissen werde, beantwortet er lachend. «Derzeit arbeite ich mit einem Bündner Produzenten an einem weiteren Gebrauchsgegenstand. Dafür suche ich eher den Namen eines Bündner Bergs.»

Vermarktung ist sehr schwer

Wie der Nachttisch aufgenommen wird, weiss Pascal Walther nicht. Feedback erhielt er vor allem von seinen Bekannten und dieses war durchwegs positiv. Er sei sich bewusst, dass die Vermarktung sehr schwer sei, gibt sich der Jungdesigner realistisch. Aber:

«Das Toggenburg ist ein guter Ort, um Holzmöbel zu designen.»

Holz sei ein Material aus dem Tal und es gebe viele Schreiner mit einem grossen Fachwissen und viel Berufsstolz. Er habe seine Partner als offene Leute erlebt. «Es war für alle Beteiligten spannend, das Möbel vom Papier in die Realität zu bringen.»

Der Nachttisch soll denn auch nicht der einzige Gegenstand des Designers Pascal Walther bleiben. Nebst seinem Projekt im Kanton Graubünden tüftelt er an weiteren Neuheiten, die allesamt im Alltag gebraucht werden können. «Es wäre schon ein Traum, vom Designen leben zu können», sagt der 23-Jährige. Vorerst sei die berufliche Verbindung zwischen Studium, Design und Grafik aber passend.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.