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Wattwiler Langläufer Klee tritt endgültig in die Fussstapfen seines Idols

Vor elf Jahren startete der Wattwiler Christoph Eigenmann an der Tour de Ski in Oberstdorf als Leader. Nun hat an gleicher Stelle der von ihm geförderte Vereinskollege Beda Klee für Schlagzeilen gesorgt.
Urs Huwyler
Beda Klee mitten in der Weltelite (von links): Clement Parisse (FRA), Johannes Klaebo (NOR), Beda Klee, Alexander Bessmertnik (RUS) und Andrew Musgrave (GBR). (Bild: Urs Huwyler)

Beda Klee mitten in der Weltelite (von links): Clement Parisse (FRA), Johannes Klaebo (NOR), Beda Klee, Alexander Bessmertnik (RUS) und Andrew Musgrave (GBR). (Bild: Urs Huwyler)

Am 3. Januar 2007 fand in Wattwil ein Empfang für Christoph Eigenmann statt. Der dreifache Olympia-Teilnehmer hatte zuvor anlässlich der ersten Tour de Ski im Olympiastadion München überraschend den Langlauf-Sprint gewonnen und durfte als Leader zur zweiten Etappe in Oberstdorf starten. Beda Klee stand damals mit andern SC Speer-Talenten Spalier. «Chrigi war unser Vorbild», erinnert sich dessen Nachfolger, der von Eigenmann in der Folge auch materialtechnisch unterstützt wurde.

Öfters trainierten der Routinier und die Nachwuchshoffnung zusammen, die Supporter-Vereinigung ging nach Eigenmanns Rücktritt an Klee über. Bis heute engagieren sich der Ältere, Förderer Reto Hänni und andere Sportfreunde für den Jüngeren. «Besser kann man es nicht haben», sagt der Langlauf-Allrounder und weiss, dass er es auch dank der Kollegen in die erweiterte Weltklasse geschafft hat. Ob Sprint oder Langdistanz, Skating oder freie Technik, in Sachen Vielseitigkeit lässt der Maturand den Grenzwächter hinter sich.

Keine Angst vor grossen Namen

Auf den Tag elf Jahre nach Eigenmanns historischem Auftritt in Oberstorf liess der 22-jährige Klee im Allgäuer Schneegestöber im Massenstart über 15 km klassisch als Elfter nicht nur Teamkollege Dario Cologna hinter sich, sondern serienweise Weltklasseathleten. Sundby, Krüger, Harvey, Skar, Poltoranin, Rickardsson, Bolschunow, Spitsow, Holund, Magnificat, die Liste liesse sich locker um 20 Athleten verlängern. Nun kämpfte er sich neben Johannes Klaebo, der weltweiten Nummer 1, durch den Schnee, zog Calle Halfvarsson ins Ziel. Auf den ersten fünf Etappen wurde die Tour de France der Langläufer zur «Tour de Kleebo».

Tour-Leader Christoph Eigenmann 2007 zwischen Bjoern Lind (SWE) und Roddy Darragon (FRA). (Bild: Urs Huwyler)

Tour-Leader Christoph Eigenmann 2007 zwischen Bjoern Lind (SWE) und Roddy Darragon (FRA). (Bild: Urs Huwyler)

Wie der frühere Davoser Sportschüler die Grossen mit dem nötigen Respekt vor deren Leistungen abkochte, beeindruckte noch mehr als der Rang. Beda Klee fuhr notfalls selbstbewusst die Ellbogen aus oder einem Drängler über die Ski, versuchte ihn dieser auszubremsen. «Es geht wie bei den Radprofis zu und her. Wer zurücksteckt, wird nach hinten durchgereicht.» Nach Möglichkeit schaut sich Sport-Freak Klee jedes Radrennen im Fernsehen an.

Techniker und Taktiker mit Renninstinkt

Vor einem Jahr wurde der U23-WM-Vierte von 2018 und 2016 (Sieger: Klaebo) für das Massenstart-Rennen nicht aufgeboten. Weshalb er den Modus «Mann gegen Mann» mag, wurde jetzt deutlich: Der endschnelle Toggenburger kann sich im Feld taktisch geschickt verstecken und wenig später dank seines Renninstinkts wieder vorne auftauchen. Im Aufstieg vor dem Ziel sprintete er jeweils rotzfrech durch die Mitte und machte auf wenigen Metern über zehn Positionen gut.

Ob in Davos, Toblach, dem Münstertal oder Oberstdorf, vor dem Start drehte sich bei den Schweizer Medien alles um Cologna. Für den Aufsteiger der bisherigen Saison interessierte sich fast niemand. In der offiziellen Rangliste mit den Steckbriefen der Athleten fehlte beim Wattwiler ein Bild, die einzige Info war das Geburtsdatum. Kein Wohnort, kein Klub, keine Resultate, gar nichts. Er fand auch deshalb Zeit, kurz vor dem Start seine Eltern Cosima und Rolf Klee zu begrüssen.

Kurzes Treffen vor dem Start mit den Eltern Cosima und Rolf Klee. (Bild: Urs Huwyler)

Kurzes Treffen vor dem Start mit den Eltern Cosima und Rolf Klee. (Bild: Urs Huwyler)

Eine Stunde später sah es im Schanzen-Dorf anders aus. Der vierfache Olympiasieger Cologna konnte den Zielraum früh verlassen. Die interne Nummer zwei gab dagegen als gefragter Mann wohltuend ungekünstelte Interviews und hinterliess vor den Mikrofonen einen ebenso starken Eindruck wie auf den schmalen Brettern, die ihm derzeit die Welt bedeuten.

WM- und A-Kader-Qualifikation

Klee schaffte an der Tour den Aufstieg vom B- ins A-Kader und erfüllte die Limite für die WM im österreichischen Seefeld (20. Februar bis 3. März). «Mein Ziel bleibt zuerst die U23-WM ab Mitte Januar in Lathi. Vielleicht kann ich dort um eine Medaille kämpfen. Obwohl einige auf mich schauen werden.» Vier Distanzrennen, viermal Punkte, Platz 51 im Gesamtweltcup, die Gegner werden nun Klaebo und Klee kennen.

Um den Motor auf die Alp Cermis im Val di Fiemme nicht zu überdrehen, hat Beda Klee die Tour nach dem Jagdrennen verlassen. «Ich hatte etwas schwere Beine, aber durfte mit Rang 20 und der 22. Tageszeit wiederum zufrieden sein», fasste er seinen letzten Auftritt zusammen. Das Ziel erreichte er ex-aequo mit dem dreifachen Olympia-Dritten Maurice Manificat. Direkt vor der Tour hatte der Franzose ein Rennen gewonnen, Klee wurde Dritter. Weitere Duelle werden folgen.

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