Wattwiler Kampfkunst-Schule mischt die nationale Takewondo-Szene auf

Sechs Mitglieder der Kampfkunstschule Xing Wu Guang gehören dem nationalen Taekwondo-Kader an. Zuletzt sind die Wattwiler im Tessin als erfolgreichster Klub ausgezeichnet worden.

Urs Huwyler
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Kaderathletin Sanya Glisic (links) studiert ab Sommer an der United Schools of Sport St. Gallen. (Bild: Urs Huwyler)

Kaderathletin Sanya Glisic (links) studiert ab Sommer an der United Schools of Sport St. Gallen. (Bild: Urs Huwyler)

Am 30. und 31. März findet in Hamburg das Taekwondo-German-Open statt. Dem Junioren-Aufgebot gehört auch die Wattwiler Kampfkunstschülerin Tanja Kappeler an. Ihr Vorteil: Xing-Wu-Guang-Schulleiter Peer Steinkellner ist zugleich Nachwuchs-Nationaltrainer, Leiter des Regionalen Leistungszentrum (RLZ) und kennt sie deshalb in- und auswendig.

«Tanja Kappeler ist eine leidenschaftliche Kampfsportlerin, meist die Erste im Training und immer mit vollem Einsatz dabei», lobt der Chef die 17-jährige, 49 Kilogramm leichte Kämpferin. Der erste internationale Wettkampf für die Schweiz wird Aufschlüsse über den Leistungsstand liefern.

Auf der 54-köpfigen Kaderliste – sie beinhaltet alle Alters- und Gewichtsklassen – scheinen auch Kappelers Wattwiler Trainingskollegen Anna Bischof (Jahrgang 2006), Dominik Bürge (2007), Sanya Glisic (2003), Lavdrim Isamilji (2002) und Fatemeh Ghasemi Fard (1998) auf.

Schritt für Schritt an die Spitze

Dass sich die sechs Toggenburger ganz nach vorne kämpfen wollen, zeigt das Beispiel von Sanya Glisic. Sie lässt sich nach ihren Fortschritten während der letzten Monate im Sommer an der United School of Sports in St. Gallen zur Kauffrau ausbilden und verzichtet auf die ihr zugesicherte Lehrstelle in Wattwil. Das Sextett ist nicht allein auf Kurs. An einem Turnier im Tessin sicherten sich zuletzt sämtliche 16 startenden Kampfkünstler aus der neuen Taekwondo-Hochburg einen Podestplatz und die Mannschaft gewann den Pokal als erfolgreichste Schule. «Erfreulich war für mich neben den Platzierungen vor allem der Einsatz aller Schüler. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, nähern uns Schritt für Schritt der Spitze», kommentiert Peer Steinkellner den Auftritt seiner Schützlinge.

Am letzten, eintägigen Kader-Training in den Schulräumen an der Bleikenstrasse nahm unter Leitung von Peer Steinkellner in der olympischen Disziplin mit 21 Kämpfern, inklusive der sechs Wattwiler, nicht einmal die Hälfte der Hoffnungsträger teil. «Wir müssen uns verbandsintern wohl einige Gedanken darüber machen», sagt der Berufstrainer auf der Stufe Leistungssport. Er hat grünes Licht erhalten, den Diplomtrainer-Lehrgang auf der Stufe Spitzensport an der Hochschule für Sport in Magglingen absolvieren zu dürfen. Zugelassen werden pro Kurs maximal zwölf Leute.

Die Organisation der Schweizer Meisterschaft von Mitte Oktober 2018 im Toggenburg strahlte wie erwartet über die Region hinaus. Der Standort Wattwil ist auf der Kampfkunst-Schweizerkarte nicht mehr wegzudenken. Am 2. November findet das international ausgeschriebene, erste Wattwil Taekwondo-Open statt. «Aber die Mehrheit unserer Schülerinnen und Schüler bestreitet in den einzelnen Stilrichtungen keine Wettkämpfe», sagt Steinkellner. «Wir wollen uns zu keinem reinen Leistungssportzentrum entwickeln. In der Durchmischung liegt weiterhin die Stärke.»