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Interview

Wattwiler Bikeprofi lebt ihren Traum

Die 24-jährige Ramona Forchini hat vor einem Jahr den Schritt zu den Bikeprofis vollzogen. Zwölf Monate später zieht sie ein positives Fazit. Emotionaler Höhepunkt waren die Weltmeisterschaften in Lenzerheide.
Beat Lanzendorfer
Ramona Forchini kann für einmal zu Hause in Wattwil für ein paar Wochen die Beine hoch lagern. Die Vorbereitung zur neuen Saison nimmt sie im November in Angriff. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ramona Forchini kann für einmal zu Hause in Wattwil für ein paar Wochen die Beine hoch lagern. Die Vorbereitung zur neuen Saison nimmt sie im November in Angriff. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ramona Forchini, Sie haben Ihr erstes Jahr als Profibikerin hinter sich. Ist die Saison so verlaufen, wie Sie sich das erhofft hatten?

Absolut. Der Entscheid, mich ganz auf das Biken zu konzentrieren, war der richtige. Dies widerspiegelt sich auch in der Weltrangliste. Ich konnte mich von der 86. auf die 21. Position verbessern.

Hat die verbesserte Ranglistenposition auch finanzielle Auswirkungen?

Ich habe von meinem Team, dem Schweizer Rennstall «jb BRUNEX Felt Factory Team», einen neuen Zweijahresvertrag erhalten. Dieser Vertrauensbeweis steht sicherlich in Zusammenhang mit meinen erzielten Resultaten. Der neue Kontrakt garantiert mir besseres Material, zudem muss ich für die Reisespesen nicht mehr selber aufkommen und habe eine Fahrervergütung.

Was braucht es jetzt noch, um in die absolute Weltspitze vorzustossen?

Ich wollte nicht von Null auf Hundert durchstarten, sondern Schritt für Schritt vorwärtskommen. Nun gilt es mein vorhandenes Potenzial weiter zu fördern und die Trainings nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu steigern. Weitere Verbesserungsmöglichkeiten bestehen in der Technik, aber auch Themen wie Mentaltraining oder Ernährung kann ich jetzt langsam aufgreifen.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt der Saison?

Von der Stimmung war es ohne Zweifel die Weltmeisterschaft in Lenzerheide. Sportlich gehören die Silbermedaille an den Schweizer Meisterschaften, der neunte Rang an der EM, die Plätze 14 und 16 im Weltcup und die Podestplätze am Swiss Cup aber genauso dazu.

Gab es auch Enttäuschungen, die es in den vergangenen Monaten zu verkraften galt?

Die grösste Enttäuschung war das Weltcuprennen in La Bresse, als ich nach eineinhalb Runden auf Platz 8 lag, nach einem Defekt aber ohne Chance blieb, die gute Position zu halten. Auch der krankheitsbedingte Ausfall am Weltcup in Val di Sole war so natürlich auch nicht vorgesehen.

Wo sehen Sie die grössten Unterschiede zwischen den Amateuren und den Profis?

Bei den Profis hat man mehr Regenerationszeit, es bietet sich die Möglichkeit, früher zu den Rennen zu reisen und auch bei den Trainings kann man ganz gezielt Prioritäten setzen. Bei den Amateuren ist es halt sehr schwierig, alles unter einen Hut zu bringen.

Was würden Sie anhand der gemachten Erfahrungen anders machen?

Mir sind keine schwerwiegenden Fehler bewusst. Der Saisonaufbau hat gestimmt, ich bin vor längeren Krankheiten verschont geblieben und die Vorbereitung auf die Rennen ist nach Plan verlaufen.

Gab es einmal einen Moment, in dem Sie Ihren Schritt zu den Profis bereut haben?

Ganz ehrlich: Nein. Das Leben als Profibikerin ist sicher nicht leicht, bisher ist für mich aber alles aufgegangen.

Aber spürt man bei den Profis mehr Druck?

Von aussen sowie vom Team ist mir kein Druck auferlegt worden, zumindest für mich keinen spürbaren. Druck habe ich mir aber selber auferlegt, denn schliesslich möchte ich mich jeden Tag verbessern.

Sie haben vor elf Jahren anlässlich der Radsporttage Bütschwil ihr erstes Rennen bestritten. Bereitet es Ihnen nach so langer Zeit immer noch die gleiche Freude, wenn Sie aufs Rad steigen?

Wenn dem nicht so wäre, müsste ich sofort aufhören. Es gibt doch nichts Schöneres, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann.

Gibt es unter den Bikerinnen eigentlich Freundschaften, die abseits des Renngeschehens Bestand haben?

Ich persönlich komme mit allen gut aus. Privat treffe ich mich oft mit Linda Indergand. Wir kennen uns schon lange, weil wir früher im gleichen Team gefahren sind.

Wie geht es für Sie weiter?

Momentan geniesse ich die Rennpause, wobei ich mich mit Wandern, Joggen, Velofahren und Inlineskating fit halte. Ganz ohne Bewegung geht es nicht. Im Winter kommt noch Langlauf hinzu. Die gezielte Vorbereitung auf die nächste Rennsaison beginnt im November.

Und wie sieht es für die kommende Saison aus?

Weil in Südafrika keine Rennen zur Austragung kommen, startet der Weltcup wohl erst im April. Aber anfangs März beginnt bereits der Swiss Cup. Vorher bringe ich mich mit zwei Trainingslagern sowie mit einem Mehrtagesrennen auf Zypern in Form.

Das Fernziel «Tokyo 2020» bleibt aber dasselbe?

So ist es, sollte es nicht klappen, nehme ich Paris 2024 ins Visier. Die Leistungsdichte bei den Schweizer Bikern ist brutal. Bestes Beispiel sind die Europameisterschaften vom August in Glasgow, als alle vier selektionierten Schweizerinnen einen Top-Ten-Rang erzielten.

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