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Wattwiler auf Weltreise (Folge 2): Abgeführt – und die Nacht auf dem Polizeipräsidium verbracht

Maurice Grob aus Wattwil ist im September 2018 zu einer Weltreise aufgebrochen, die fünf Jahre dauern soll. Unterwegs wird er zudem ein Fernstudium in Mathematik absolvieren. In loser Folge berichtet der Toggenburger von seinen Erlebnissen.
Maurice Grob
Maurice Grob inmitten einer Gruppe Musiker aus Gambia, die ihm die gambische Küche näher bringen. (Bild: PD)

Maurice Grob inmitten einer Gruppe Musiker aus Gambia, die ihm die gambische Küche näher bringen. (Bild: PD)

Der erste Monat ist vorbei und die Schweiz liegt bereits weit hinter mir, doch die Reise hat erst angefangen. Nach dem ich mich in Witten, Deutschland, eingelebt hatte, ist die Zeit wie im Flug vergangen. Der Tagesablauf gestaltete sich von da an etwas ruhiger als auf der Reise. Auch wenn mir das Abenteuerleben auf der Strasse gefällt, tat es doch gut, für eine Zeit einen sicheren Hafen zu haben.

Die Abwechslung kam jedoch keineswegs zu kurz, da mein Gastgeber, trotz seinen 70 Jahren, ein absolut aktives Leben führt. Nachdem ich von ihm über den Hambacher Forst, ein Braunkohleabbau in Nordrhein-Westfalen, informiert wurde, war ich sofort dabei, gemeinsam mit anderen die Demonstranten im Wald zu besuchen. Dass die Polizei vor Ort den Wald abgesperrt hatte, hielt uns nicht davon ab diesen zu betreten, und so kamen wir, als Journalist und Student getarnt, ohne Probleme durch die Polizeiabsperrung. Erst als wir am Abend zum zehnten Mal kontrolliert wurden, bemerkte ein Polizist, dass mein Taschenmesser einen Zentimeter zu lang sei. Ich wurde abgeführt, um die Nacht mit den anderen Demonstranten auf dem Polizeipräsidium zu verbringen.

Von Trommeln, Musikern und Hühnern

Über die Gastfreundschaft der Aachener Polizei kann ich übrigens nur Positives berichten. So wurde ich gut verpflegt und für die kalte Nacht im «Zwinger» bekamen wir sogar Turnmatten und Wolldecken. Um 3 Uhr nachts ging dann plötzlich alles schnell und ich wurde entlassen. Die Überraschung war gross, als ich vor dem Polizeiposten ein Camp der Demonstranten vorfand, wo ich mit Jubel in die Arme genommen und mit Tee und Suppe verköstigt wurde und sogar einen Schlafplatz bekam.

Die Demonstranten haben ein Camp eingerichtet. Nach seinem unfreiwilligen Aufenthalt in der Zelle wurde Maurice Grob dort verköstigt. (Bild: PD)

Die Demonstranten haben ein Camp eingerichtet. Nach seinem unfreiwilligen Aufenthalt in der Zelle wurde Maurice Grob dort verköstigt. (Bild: PD)

Ein paar Tage später besuchte ich eine Gruppe Musiker aus Gambia, mit denen ich kochen und trommeln lernte und an einem afrikanischen Konzert einen super Abend verbrachte. Anschliessend durfte ich für meinen Gastgeber alte Legehennen vor dem Schlachthof retten und von der Organisation «Rettet das Huhn» 17 Hühner abholen. In dem Zusammenhang traf ich zwei ältere Weltenbummler, von denen ich zum Grillieren eingeladen wurde. Schliesslich traf ich noch zwei Studenten des Waldorf-Instituts in Witten und bekam durch sie einen Einblick in die pädagogische Lehre von Rudolf Steiner, was mich durchaus positiv überrascht hatte.

Obwohl ich es hier noch länger aushalten würde, wird es Zeit für mich, mein Zelt zu packen und mich wieder auf die Strasse zu begeben. Mal schauen wohin mich der Wind führt und woher der nächste Bericht herkommt.

Hinweis

In seinem Blog berichtet Maurice Grob in englischer Sprache über seine Erlebnisse.

Hier finden Sie alle Einträge des Weltenbummlers

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