Wattwil
Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wattwil werden für eine Woche CEO

Der Traum eines eigenen Unternehmens ging für 48 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wattwil in Erfüllung. Zumindest für fünf Tage. Im Rahmen ihrer Wirtschaftssonderwoche ziehen die Teilnehmenden nach der Generalversammlung Bilanz.

Francesca Stemer
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Mit der Generalversammlung wurde die Projektwoche abgeschlossen.

Mit der Generalversammlung wurde die Projektwoche abgeschlossen.

Bild: Francesca Stemer

Mit «Monsieur Fragrance» die Duftwelt revolutionieren. Das ist das Ziel der Parfümfirma Lussan AG. Am Freitagnachmittag verspricht CEO Sina Amberg ein nach Sanddornholz riechendes Dufterlebnis und ihre Kollegin, CMO Lisa-Sophie Moonen, macht auf die Nachfüllmöglichkeiten der Parfüms und den geplanten Showroom aufmerksam.

Lisa-Sophie Moonen (links) und Sina Amberg vertreten die Lussan AG.

Lisa-Sophie Moonen (links) und Sina Amberg vertreten die Lussan AG.

Bild: Francesca Stemer

Es hört sich vielversprechend an. Doch: die Lussan AG ist ein fiktives Unternehmen, gegründet von fünf Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wattwil. Fünf Tage lang führten sie das Unternehmen, um das Projekt mit der Generalversammlung abzuschliessen. Noch 15 Minuten Konzentration, dann können sie erleichtert aufatmen. Sie haben eine besondere Woche erfolgreich abgeschlossen.

Eine Woche die zusammenschweisst

Eine Woche, in der 48 Schülerinnen und Schüler in die Rollen der Geschäftsleitung, des Controllers, der Personalchefin oder des Marketingleiters schlüpfen konnten. Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Dabei einigten sie sich durch eine Abstimmung im Plenum, welche Produkte sie als zukünftiges Unternehmen herstellen und vertreiben möchten.

Die erste Gruppe fokussierte sich auf Kopfhörer, die zweite auf Parfüm. Innerhalb einer Sechsergruppe ging es dann darum, ein Unternehmen zu gründen und die Aufgaben aufzuteilen. «Unsere Gruppen wurden Klassenübergreifend zusammengestellt, dementsprechend kannten wir uns nicht so gut», erklärt Lisa-Sophie Moonen und fährt fort:

«Die Woche hat uns geholfen, stärker zusammenzuwachsen.»

Ihre Kollegin Sina Amberg nickt: «Wir haben gemerkt, wie wichtig Teamarbeit ist.» Diese Meinung vertreten auch Sarya Eldeniz und Gina Bischof, sie sind die CEO ihrer Kopfhörerunternehmen.

Die schwierige Suche nach passenden Lösungen

Gina Bischof (links) und Sarya Eldeniz sind die CEO einer Kopfhörerunternehmung.

Gina Bischof (links) und Sarya Eldeniz sind die CEO einer Kopfhörerunternehmung.

Bild: Francesca Stemer

Mit Hilfe eines interaktiven Computerprogramms, das die Entscheidungen der Schülerinnen und Schüler umsetzte und die Wirkungen aufzeigte, konnten verschiedene Geschäftsjahre durchlebt werden. Dabei mussten Unternehmensentscheidungen gefällt, Konsequenzen abgeschätzt und Verantwortung für ihre Entscheidungen übernommen werden. Sich dabei zu einigen war nicht immer einfach. «Vor allem am Montag hatte unsere Gruppe eine längere Diskussionsphase. Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen und es war schwierig sich zu einigen», erklärt Gina Bischof. Doch sobald der Gruppe klar wurde, in welche Richtung sie ihr Produkt entwickeln möchten, konnten die Entscheidungen einfacher gefällt werden. Sarya Eldeniz merkt an:

«Wir haben versucht, einen Mittelweg zu finden, der für alle passte.»

Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler und die Lehrpersonen durch wirtschaftliche Fachpersonen. Diese arbeiten mit der IHK St.Gallen-Appenzell, die diese Wirtschaftswochen an Schulen anbieten, zusammen. «Unsere Coaches haben uns mit ihren eigenen Erfahrungen und Tipps sehr geholfen», erklärt Eldeniz. Auf dem Programm der Sonderwoche standen wirtschaftliche Theorieblöcke, Diskussionsrunden, die Besichtigung eines Unternehmens und die ständige Verbesserung der eigenen fiktiven Firma. «Diese Woche war eine interessante Erfahrung und das Gefühl, wenn man Gewinn macht, werde ich wohl nicht so schnell wieder vergessen.» Eldeniz ergänzt: «Auch wenn wir am Ende des Tages ziemlich erschöpft waren, es war ein tolles Erlebnis.» Für die beiden steht fest, diese Woche hat ihnen aufgezeigt, dass sie sich auch in Zukunft als CEO eines Unternehmens sehen.