Wattwil

Neuer Anlauf für Überbauung am Iberg

Zwei Jahre nach dem letzten Baugesuch liegt ein neues Projekt für Terrassenhäuser oberhalb des Spitals Wattwil auf. Der Bauherr ist der gleiche, wenn auch mit einer neuen Firma.

Martin Knoepfel
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Die Bauvisiere stehen auf dem Steilhang oberhalb der Ibergstrasse. Am linken Bildrand sieht man das früher realisierte Terrassenhaus.

Die Bauvisiere stehen auf dem Steilhang oberhalb der Ibergstrasse. Am linken Bildrand sieht man das früher realisierte Terrassenhaus.

Bild: Martin Knoepfel

Noch bis bis heute Dienstag liegen das Baugesuch für fünf Mehrfamilienhäuser und der Teilstrassenplan für die Umlegung des Burgwegs auf der Gemeindeverwaltung Wattwil öffentlich auf. Es geht einmal mehr um die Überbauung des bis zu 45 Grad steilen Abhangs oberhalb der Ibergstrasse zwischen dem Spital Wattwil und dem ehemaligen Restaurant Iberg.

29 Wohnungen in fünf Gebäuden

Diesmal sollen 29 Wohnungen – mit zwei, drei oder vier Zimmern und Wohnküchen – entstehen. Vier sollen Attika-Wohnungen sein. Die Wohnflächen sollen mindestens 57 und maximal 106 Quadratmeter erreichen.

Geplant sind fünf Häuser mit zwei bis fünf Stockwerken. Drei haben einen identischen Grundriss. Alle Häuser erhalten Flachdächer. Die Häuser sind wie in den Projekten von 2015 und 2019 nach Osten orientiert. Sie haben aber raumhohe Fenster oder französische Balkone nach Norden und Süden.

Geplant ist wiederum eine Tiefgarage mit Zufahrt von der Ibergstrasse her. Die Einstellhalle soll 21 Autos beherbergen können. Dazu kommen noch 20 offene Abstellplätze. Als Heizung ist eine Wärmepumpe vorgesehen.

Firmen- und Adresswechsel

Das aktuelle Projekt stammt von den Inform Architekten aus Engelburg. Das Bauvorhaben erfordert die Umlegung des Burgwegs.

Bauherr ist jetzt die Alpen Immoinvest AG. Die Firma wurde 2018 gegründet. Nach eigenen Angaben ist sie eine feste Grösse im Ostschweizer Immobilienmarkt. Auf der Website lautet die Adresse noch auf Herisau. Laut Handelsregister ist die Firma seit diesem Jahr aber in Wila ZH domiziliert. Verwaltungsratspräsident ist Almir Eminovic aus Gossau. Er ist ebenfalls Inhaber eines Architekturbüros.

Er steckt auch hinter der Race Invest AG aus Herisau, der Bauherrin im 2019er-Baugesuch. Die Race Invest ist laut Handelsregister im September nach Bischofszell gezügelt und firmiert jetzt als Alpen Verwaltung AG.

2015 waren 15 Eigentumswohnungen geplant

Es handelt sich um das dritte Bauvorhaben an diesem Ort in fünf Jahren. 2015 wollten drei Investoren aus dem Linthgebiet und dem Zürcher Oberland fünf Terrassenhäuser mit je drei Eigentumswohnungen mit vier- oder fünfeinhalb Zimmern erstellen.

Die Kosten hätten zehn bis zwölf Millionen Franken betragen. Geplant war eine Realisierung in Etappen. Das Baugesuch stiess auf ungewöhnlich viel Interesse seitens der Wattwiler. Im September 2015 wurde die Baubewilligung erteilt.

Realisiert wurde aber nur ein Terrassenhaus. Zudem wurden einige Bäume und Büsche gerodet. Schliesslich verkauften die drei Investoren das Areal an die heutigen Besitzer.

Neues Projekt im Jahr 2019

Im Projekt von 2019 waren es dann 30 Zweieinhalb-, Dreieinhalb- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen. Die Wohnflächen hätten 53 bis 87 Quadratmeter betragen.

Alle Häuser waren dreistöckig geplant. Sie hätten begrünte Flachdächer und weisse Fassaden erhalten, was ein deutlicher Unterschied zum 2015er-Projekt gewesen wäre.

2019 hätten sogar zwei Tiefgaragen für total 45 Autos erstellt werden sollen. Die Baukosten waren 2019 markant tiefer budgetiert als 2015: acht Millionen Franken. Jetzt sollen es noch 7,5 Millionen Franken sein. Vom Gelände her ist bei allen Projekten die Ausrichtung der Häuser nach Osten gegeben.

Restaurant soll abgerissen werden

Weiterhin ist der Abbruch des früheren Restaurants Iberg vorgesehen. Dieses war einst bei Ausflüglern und Einheimischen, aber auch für Firmenessen sehr populär.

Die legendäre letzte Wirtin, Silvia Lameraner, hatte das Restaurant zusammen mit ihrem Mann 1971 gekauft und 1972 angefangen, selber zu wirten, nach Anfangsschwierigkeiten mit grossem Erfolg. Sie starb im Herbst 2008, wobei sie den Restaurantbetrieb schon vorher hatte aufgeben müssen.