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Wattwil: Gemeinderat wirbt für Wasserbauprojekt

Der Gemeinderat möchte verschiedene Bäche im Raum Bleiken zusammenführen. Er verspricht sich von der Vorlage einen besseren Hochwasser- und Moorschutz und Gewinne für die Grundbesitzer. Am Informationsabend wurde keine Opposition laut.
Martin Knoepfel
Bachführung ist gegenwärtig in Wattwil ein grosses Thema. (Symbolbild: Petra Waelti)

Bachführung ist gegenwärtig in Wattwil ein grosses Thema. (Symbolbild: Petra Waelti)

Firmen fusionieren, Gemeinden fusionieren, Kantone fusionieren noch nicht, aber dafür tun es Vereine. Und nun in Wattwil neuerdings auch die Bäche.

Der Gemeinderat legt den Stimmbürgern das Wasserbauprojekt Sanierung Sedelbäche vor. Am 23. September stimmen die Wattwilerinnen und Wattwiler neben der kantonalen und neben den eidgenössischen Vorlagen auch über den Kredit für dieses Projekt ab. Am Donnerstagabend informierte der Gemeinderat Wattwil im Thurpark vor etwas mehr als 40 Personen über das Bauvorhaben.

Ein neues offenes Gerinne soll gegraben werden

Es geht um ein Gebiet von gut einem Quadratkilometer Fläche unterhalb der Kantonsstrasse, die von Wattwil auf den Ricken führt. Das Gebiet und das Flachmoor Bleiken werden von sechs Bächen entwässert. Das Flachmoor hat nationale Bedeutung.

Die Vorlage sieht im Wesentlichen vor, den Hummelwaldbach nach Norden umzuleiten und entlang des Ostrandes des Moors in einem offenen Gerinne zu führen. In dieses Gerinne sollen auch der Chatzenschwanzbach Nord und der Chatzenschwanzbach Süd einmünden. Die Dämme des neuen Bachlaufs sind auf der moor-abgewandten Seite höher, damit bei Hochwassern das Moor überflutet wird.

Zwischen dem Punkt, an dem der Hummelwaldbach umgeleitet wird und den Gleisen der Südostbahn wird dieser aufgehoben. Weiter werden die Sedelbäche zwischen der Südecke des Moors und der Bahnlinie aufgehoben. Am Nordende des Moors werden der Brendibach und der Brendi-Riedbach in einem offenen Gerinne am Rand der Bauzone nach Osten geführt und münden in den neuen Sedelbach.

Die Pläne des Bauprojekts im Überblick.

Die Pläne des Bauprojekts im Überblick.

Es gebe in diesem Gebiet Defizite beim Hochwasserschutz. Seit 1937 habe es sechs Überschwemmungen oder Hochwasserereignisse im Gebiet Bleiken gegeben, sagte Alois Gunzenreiner. In der Naturgefahrenkarte ist der Grossteils des Gebietes mit «mittlere Gefährdung» eingezeichnet. In solchen Gebieten werde auf Einzonungen verzichtet oder die Gebäudeversicherung verlange von Hausbesitzern bei Bauvorhaben Schutzmassnahmen an Gebäuden, schreibt der Gemeinderat in der Abstimmungsbotschaft. Die Arbeiten am Projekt hätten 2014 begonnen. Wegen anderer Bauvorhaben sei es vorteilhaft, das Projekt jetzt zu realisieren, sagte der Gemeindepräsident.

«Projekt bringt dem Quartier viele Vorteile»


Die Zusammenfassung kleinerer Gewässer sei hier sinnvoll. Bei der Realisierung des vorliegenden Projekts könne Industrieland besser genutzt werden, sagte der Gemeindepräsident. Heute verlaufen Bäche teils mitten durch die Grundstücke. Bei einem Neubau muss man die vorgeschriebenen minimalen Gewässerabstände beachten. Das gilt auch bei eingedolten Gewässern, etwa an der Brendistrasse. Viele Grundstücke am Brendibach, am Hummelwaldbach und an der Bleikenstrasse würden deshalb von Einschränkungen befreit, sagte Alois Gunzenreiner. Es handle sich um ein Projekt, das dem Quartier viele Vorteile bringe.


Die Verlegung des Riedbachs bringe eine Verbesserung für das Moor. Der Bach fliesse heute ins Moor und bringe Nährstoffe mit. Die Vorlage sei auch aus der Optik des Moorschutzes sinnvoll. Schliesslich ermögliche es die Bereitstellung von Land für Unternehmen, sagte der Gemeindepräsident und erinnerte daran, dass das Gebiet Bleiken im kantonalen Richtplan als wirtschaftliches Schwerpunktgebiet eingestuft ist.


In der Diskussion wurden verschiedene Fragen zu Details gestellt. Eine grundsätzliche Ablehnung der Vorlage war aus den Fragen allerdings nicht herauszuhören.

Gemeindeanteil von gut zwei Millionen

Das Projekt Sedelbäche soll gut acht Millionen Franken kosten. Bund und Kanton hätten Subventionen von 2,7 respektive 1,8 Millionen Franken – total 4,5 Millionen Franken – in Aussicht gestellt, sagte Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner. Definitive Zusagen gebe es erst, wenn das Projekt bewilligt sei.

Weiter werden Beiträge Dritter in Höhe von 874 000 Franken an die Baukosten erwartet. Unter diesem Titel sind mehrheitlich Ausgaben der Gemeinde Wattwil zusammengefasst. Es geht unter anderem um die Verlegung von Werkleitungen, die der Gemeinde gehören. Von den Restkosten von 2,6 Millionen Franken soll die Gemeinde nach dem Willen des Gemeinderats die Hälfte tragen. Der Rest von 1,3 Millionen Franken wird auf die Perimeterpflichtigen – zu denen auch die Gemeinde gehört, da sie Land in diesem Gebiet besitzt – aufgeteilt. Unter dem Strich kommen auf die Gemeinde Wattwil Kosten von 2,05 Millionen Franken zu.

Der frühere Goldacher Gemeindepräsident Thomas Würth ist der Präsident der Perimeter-Kommission. Er erläuterte, nach welchen Kriterien die Perimeter-Beiträge berechnet wurden, die beim Bau fällig werden. Wenn Grundstücke, Bauten und Anlagen im Erosions- oder im Überflutungsbereich lägen, bedinge das die Erhebung von Perimeterbeiträgen. Das bedeute, dass auch Grundstücke betroffen seien, die nicht unmittelbar an Gewässern liegen würden, sagte er.
Laut Thomas Würth sind drei Punkte massgeblich für den Perimeterbeitrag.

Es handelt sich um den Umfang und um die Nutzungsmöglichkeiten der gefährdeten Flächen sowie um die Intensität der Gefährdung. Konkret müssten die Besitzer von Grundstücken, die einen besonders grossen Nutzen von den Massnahmen hätten, Perimeterbeiträge bezahlen. Der Beitragsplan werde wie das Bauprojekt öffentlich aufgelegt. Einsprachen dagegen seien möglich, versicherte Thomas Würth. (mkn)

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