Wattwil
Der Nachwuchs kann wieder bauen: Die Kinderbaustelle zieht um und feiert Neueröffnung

Die Kinderbaustelle in Wattwil befindet sich seit dieser Saison an der Churfirstenstrasse und profitiert von einer besseren Infrastruktur. Das Bauprojekt hat überregional grosse Beachtung erzielt und wurde von anderen Gemeinden imitiert.

Felicitas Markoff
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Mit viel Kreativität und Fantasie erschaffen diese zwei kleinen Baumeister ihr Bauprojekt.

Mit viel Kreativität und Fantasie erschaffen diese zwei kleinen Baumeister ihr Bauprojekt.

Bild: PD

Bald geht es wieder los. Ab dem 15. Mai graben, bauen, und basteln auf der beliebten Kinderbaustelle in Wattwil wieder Kinder bis zum zwölften Lebensjahr – und zwar bei Sonne und bei Regen. Der Kreativität der Sprösslinge werden keine Grenzen gesetzt: Sie dürfen frei nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen Bauideen verwirklichen. Dabei werden sie von einem Betreuungsteam unterstützt. Auf dem neuen 2000 Quadratmeter grossen Gelände bietet man den kleinen Handwerkerinnen und Baumeistern ein kostenloses Freizeitangebot.

Der Standortwechsel wurde nötig, weil am alten Ort auf dem Areal Rietwis eine Gesamtsportanlage errichtet wird. Die Kinderbaustelle ist ab dieser Saison bei der Schulanlage Wis an der Churfirstenstrasse zu finden. Der Umzug und Neubau wurden durch die Politische Gemeinde Wattwil und die Schulgemeinde Wattwil-Krinau finanziert. Mit dem Umzug verbessert sich die Infrastruktur: So ist aus einem einfachen Holzpavillon eine Werkstatt entstanden. Die Regionale Zivilschutzorganisation Toggenburg sowie lokale Bauunternehmungen haben dabei mitgeholfen.

Kinderbaustelle kostet 50'000 Franken

Die Kinderbaustelle wurde von regionalen Handwerksbetrieben und Unternehmen während der Vorbereitungsarbeiten in den vergangenen Wochen mit kostenlosem Baumaterial beliefert und unterstützt. Wie die Verantwortlichen an einem Medientermin am Montagabend betonen, wäre das 50'000 Franken teure Projekt ohne die Unterstützung des Zivilschutzes und der Unternehmen nicht möglich gewesen.

Robin Bannwart, Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner, Schulratspräsident Norbert Stieger und Markus Meier zerschneiden das Absperrband und eröffnen die Kinderbaustelle.

Robin Bannwart, Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner, Schulratspräsident Norbert Stieger und Markus Meier zerschneiden das Absperrband und eröffnen die Kinderbaustelle.

Bild: Felicitas Markoff

Schulratspräsident Norbert Stieger ist sich sicher, dass das Bauprojekt grossen Anklang finden wird. Das Projekt hat für ihn einen hohen pädagogischen Wert: «Die Kinderbaustelle ermöglicht es den Kindern, mit den Händen zu arbeiten und ihre Fähigkeiten anzuwenden und weiterzuentwickeln. Es ist eine willkommene Alternative zur sonst eher digitalen Welt.» Zusätzlich sieht er die Kinderbaustelle als Treffpunkt für Eltern und Familien.

Die Kinderbaustelle Wattwil gibt es seit acht Jahren. In dieser Zeit hat das Bauprojekt grosse Aufmerksamkeit in der Ostschweiz erhalten. Das Wattwiler Projekt wurde von mehreren Gemeinden wie Wil, Uzwil, Rorschach und Degersheim imitiert.

Markus Meier begleitet die Sprösslinge und gibt ihnen Tipps.

Markus Meier begleitet die Sprösslinge und gibt ihnen Tipps.

Bild: PD

Markus Meier ist Leiter der Abteilung Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Gemeinde Wattwil. Diese ist für die Kinderbaustelle zuständig. Er erklärt, was die meisten Kinder auf der Baustelle machen:

«Vielfach werden Häuschen oder kleine Villen gebaut.»

Einmal habe jemand sogar ein ganzes Dorf aus Holz bauen wollen. Den Kindern stehen als Baumaterialien Ziegelsteine, Beton und Holz zur Verfügung. Auf der Baustelle ist ein Helm Pflicht. Unfälle habe es in all den Jahren keine gegeben. «Wir machen alles für die Sicherheit», sagt Meier. Es sei aber schon vorgekommen, dass die Kinder ein Häuschen gebaut haben, dass vorübergehend abgesperrt werden musste, weil es nicht sicher war.

Wenn die Bausaison sich im Herbst dem Ende neigt, dürfen beziehungsweise müssen die kleinen Handwerkerinnen und Baumeister ihre Bauten wieder abreissen, damit für die nächste Saison wieder genügend Platz vorhanden ist.

Genug Platz für die kreativen Ideen der Kinder.

Genug Platz für die kreativen Ideen der Kinder.

Bild: Felicitas Markoff