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Bräker-Freilichtspiel am Originalschauplatz

Nächsten Sommer zeigt die «Bühne Thurtal» aus Wil das eigens für sie geschriebene Freilichtspiel «Ueli Bräker – der arme Mann im Tockenburg». Aufgeführt wird es im Dreyschlatt bei Wattwil, wo Bräker einst lebte.
Anina Rütsche
Das Jugendhaus von Ueli Bräker im Dreyschlatt wird nächstes Jahr als Kulisse für das Freilichttheater der «Bühne Thurtal» dienen. (Bild: PD)

Das Jugendhaus von Ueli Bräker im Dreyschlatt wird nächstes Jahr als Kulisse für das Freilichttheater der «Bühne Thurtal» dienen. (Bild: PD)

Gespielt wird erst nächsten Juli und August. Doch bereits jetzt macht das Organisationskomitee der Wiler «Bühne Thurtal» auf das Freilichtspiel «Ueli Bräker – der arme Mann im Tockenburg» aufmerksam. «Die Vorbereitungen sind schon seit einigen Monaten im Gange», hebt Präsident Willy Hollenstein anlässlich einer Medienkonferenz im Wattwiler Thurpark hervor. An seiner Seite engagieren sich sieben weitere Mitglieder für die Produktion rund um die Erlebnisse des Toggenburger Schriftstellers Ueli Bräker (1735–1798) zur Zeit der Französischen Revolution. Auf dem kürzlich erschienenen Flyer zur Produktion steht: «Ein spannendes Stück Weltgeschichte aus der Sicht des kleinen Mannes im Toggenburg – und eine gefühlvolle Lebensgeschichte, uns allen aus dem Herzen geschrieben.»

Vier von acht Mitgliedern des Organisationskomitees (von links): Willy Hollenstein, Präsident; Jacqueline Gübeli, künstlerische Leitung; Ruth Breitenmoser, Catering; Willy Schönenberger, Dokumentation. (Bild: Anina Rütsche)

Vier von acht Mitgliedern des Organisationskomitees (von links): Willy Hollenstein, Präsident; Jacqueline Gübeli, künstlerische Leitung; Ruth Breitenmoser, Catering; Willy Schönenberger, Dokumentation. (Bild: Anina Rütsche)

Für die Schauspielerinnen und Schauspieler – allesamt Laiendarsteller – geht es demnächst los: Ihre Proben beginnen im Januar. Verteilt sind die rund 45 Sprechrollen bereits. «Bei gewissen Charakteren gibt es eine Mehrfachbesetzung», erklärt Willy Hollenstein. Beispielsweise brauche es insgesamt drei Personen, welche Ueli Bräker verkörpern, dies in unterschiedlichen Altersstufen. Noch gesucht werden Statistinnen und Statisten, auch Kinder. «Wer daran interessiert ist, kann sich bei mir melden», sagt Jacqueline Gübeli, die für die künstlerische Leitung verantwortlich ist.


Ein Ferienhaus wird zur Theaterbühne

Aussergewöhnlich und doch äusserst passend ist der Ort, an dem die «Bühne Thurtal» das Stück zeigen wird: Im Dreyschlatt bei Wattwil, am hintersten Ende des Rotenbachtal. Dort, wo Ueli Bräker seine Jugend verbracht hat, umgeben von steilen Hängen, Schluchten und finsteren Wäldern. «Das Bräkerhaus atmet noch die Stille, die Einfachheit und bittere Armut der Bräkers», heisst es im Projektbeschrieb. Präsident Willy Hollenstein sagt: «Dieses Haus und sein einfacher Vorplatz – authentischer könnte ein Spielort kaum sein.»

Das Bauernhaus, in dem die Familie Bräker im 18. Jahrhundert gewohnt hat, gehört heute Bea und Mathias Ammann. Sie vermieten es in der Regel an Feriengäste. Nächstes Jahr wird dies etwas anders ablaufen als gewohnt, denn von Ende Mai bis Ende August ist die «Bühne Thurtal» im und um das Gebäude zu Gast. Vor dem Haus wird gemäss Willy Hollenstein eine überdachte Tribüne mit 550 Plätzen aufgebaut. Der Catering-Bereich, der optisch nicht in die Zeit vor 200 Jahren passt, kommt auf der anderen Seite des Hauses zu stehen. Unterhalb des Spielorts werden gemäss Angaben der «Bühne Thurtal» rund 300 Parkplätze eingerichtet. Zudem ist ein Shuttlebus in Planung.

«Das Budget orientiert sich an unseren früheren Produktionen», erklärt Willy Hollenstein. Er verweist unter anderem auf «Idda von Toggenburg» aus dem Jahr 2011 und auf «Die Stickerin aus dem Thurtal» von 2016. Man habe wie damals rund 500000 bis 600000 Franken zur Verfügung, wobei sich alleine die Ausstattung für Tribüne, Technik und Ton auf etwa 250000 Franken belaufen werde. «Unsere Haupteinnahmequelle sind die Tickets, für die bereits jetzt Gutscheine reserviert werden können», sagt Willy Hollenstein.


Zum ersten Mal mit Livemusik

Paul Steinmann, Autor (Bild: PD)

Paul Steinmann, Autor (Bild: PD)

Stefan Camenzind, Regisseur (Bild: PD)

Stefan Camenzind, Regisseur (Bild: PD)

«Ueli Bräker – der arme Mann im Tockenburg» wird am 6. Juli ab 20 Uhr erstmals gezeigt. Es handelt sich hierbei um die Uraufführung, denn der erfahrene Autor Paul Steinmann aus dem Tösstal hat das Stück eigens fürs Ensemble der «Bühne Thurtal» geschrieben. Willy Hollenstein sagt dazu: «Uns gefällt Paul Steinmanns Konzept sehr gut, denn er hat die historischen Fakten gekonnt mit Spannung angereichert.» Als Regisseur konnte erstmals der Zürcher Stefan Camenzind engagiert werden. Er hat bereits mehrere grosse Freilichtspiele inszeniert. Dazu gehören «D’Gotthardposcht» in Andermatt und Göschenen und auch «Das dritte Gleis» in Winterthur.
Nicht bloss betreffend Lokalität, auch musikalisch wartet die «Bühne Thurtal» im kommenden Jahr mit einer Besonderheit auf. «Erstmals arbeiten wir mit Livemusik», verrät Jacqueline Gübeli. Gespielt werden Instrumente, wie es sie zu Bräkers Zeit gab, darunter Hackbrett, Sackpfeifen und Flöten.

Für die Inszenierung wird, wie die Mitglieder des Organisationskomitees ausführen, auf eine «intensive Zusammenarbeit mit interessierten Partnern aus Krinau, Wattwil, Lichtensteig und Umgebung» gesetzt. «Ohne diese Unterstützung wäre es uns nicht möglich, einen solchen Grossanlass auf die Beine zu stellen», fasst Willy Hollenstein zusammen.

Der Einsatz der «Bühne Thurtal» rund um die Geschichte von Ueli Bräker geht übrigens über das Freilichtspiel hinaus. Wie der Projektdokumentation zu entnehmen ist, wollen die Mitglieder den bestehenden Bräkerweg mit Infotafeln ergänzen. Dieser führt von Krinau aus zu Ueli Bräkers Jugendhaus, das 2018 zur Theaterbühne wird.

Die Aufführungen finden zwischen 6. Juli und 10. August im Dreyschlatt bei Wattwil statt. Gutscheine für die Vorführungen sowie weitere Informationen sind unter www.buehnethurtal.ch zu finden.

Wer als Statistin oder Statist beim Freilichtspiel mitwirken möchte, kann sich per E-Mail an jguebeli@bluewin.ch wenden.

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