Austrasse muss weichen

Durch die Verlegung der Austrasse an die Gleisanlagen soll in Bahnhofsnähe Platz entstehen. Ein Ideenwettbewerb könnte aufzeigen, wie dieser genutzt werden kann. Möglich wäre eine Nutzung durch das BWZT.

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Wie sich das Areal nach der Verlegung der Austrasse präsentieren wird, soll ein Wettbewerb im Sinne einer städtebaulichen Testplanung aufzeigen. (Bild: PD)

Wie sich das Areal nach der Verlegung der Austrasse präsentieren wird, soll ein Wettbewerb im Sinne einer städtebaulichen Testplanung aufzeigen. (Bild: PD)

Mit einer Verlegung der nördlichen Austrasse an die Gleisanlagen will der Gemeinderat Wattwil weitere Grundlagen schaffen für die Entwicklung des bahnhofnahen Ortszentrums gemäss der Masterplanung Bahnhofgebiet Süd Plus. In einem Pressecommuniqué von gestern schreibt der Gemeinderat, dass er mit Blick auf die langfristigen Nutzungsabsichten für die Areale entlang der Austrasse im Sinn einer städtebaulichen Testplanung einen Ideenwettbewerb plane.

Die Ortsplanung und die sinnvolle, nachhaltige Entwicklung des Ortszentrums gehören zu den wichtigsten Kernaufgaben jeder Gemeinde. Sie stehen entsprechend im Fokus des Gemeinderates Wattwil, steht in der Mitteilung. Mit dem übergeordneten Master- und dem konkreten Gestaltungsplan Bahnhof Süd Plus habe der Gemeinderat die Grundlagen dafür geschaffen, dass sich das bestehende Potenzial im Gebiet für eine gesunde Entwicklung nach innen nutzen lasse.

Zum Bauprojekt Bahnhof Süd der Pensionskasse ASGA und der SOB AG ist die Auflage inzwischen ohne Einsprache abgelaufen. Nun habe der Gemeinderat den Weg für weitere Entwicklungen geebnet und das Projekt sowie einen zugehörigen Teilstrassenplan für die Verlegung des nördlichen Teils der Austrasse genehmigt. «Mit der Verlegung schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass die angrenzenden Baufelder vergrössert und so optimal genutzt werden können», erklärt Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner.

Strassenplanverfahren notwendig

Die Strassenverlegung steht in engem Zusammenhang mit dem Rückbau der Abstellgleise und der Verladerampe der SOB, die nicht mehr benutzt werden, mit der zweiten Etappe des kantonalen Strassenbauprojekts zum Umbau der Kantonsstrasse Bahnhof Süd und mit der geplanten Sanierung des Hagtobelbach-Durchlasses unter den Gleisanlagen, ergänzt Alois Gunzenreiner: «Das Projekt für die Strassenverlegung war vor über zehn Jahren schon einmal ein Thema und ist mit all diesen Projekten abgestimmt, die zwischenzeitlich entstanden sind. Ebenso ist das Ganze mit dem Tiefbauamt des Kantons und mit den Grundeigentümern koordiniert.»

Voraussichtlich im Oktober folge das notwendige Strassenplanverfahren mit Auflage. «Wir führen das Verfahren zusammen mit demjenigen zum kantonalen Strassenbauprojekt für die zweite Umbau-Etappe der Kantonsstrasse Bahnhof Süd durch», führt Alois Gunzenreiner aus.

Ideenwettbewerb «Werkraum Holz & Energie»

Infolge der Strassenverlegung und der angestrebten Ziele plant der Gemeinderat zudem einen Ideenwettbewerb für das Areal am nördlichen Anfang der Au­strasse. Der Wettbewerb soll im Sinne einer städtebaulichen Testplanung aufzeigen, wie das Areal, so wie es sich nach der Verlegung der Strasse präsentieren wird, künftig genutzt werden kann.

Im Vordergrund stehe hauptsächlich eine öffentliche Nutzung in Form eines Werkraumes als Ausbildungs-, Arbeits-, Tagungs- und Begegnungszentrum und mit einem offenen Fab-Lab rund um die Themen Holz & Energie. Die Holz- und die Energiewirtschaft sind rund um den Säntis stark verankert. Am Standort Wattwil sind die Berufsschule mit den Ausbildungslehrgängen der Holzbauwirtschaft sowie die Energieakademie überregionale Aushängeschilder. «In diesem Zusammenhang sind Ideen dazu entstanden, wie sich damit ­verknüpft zusätzliche Chancen für die Branchen nutzen liessen», erklärt Alois Gunzenreiner. «Es hat sich eine Projektgruppe ‹Regionales Innovationssystem (RIS) Holz & Energie› gebildet, die solche Ideen weiterverfolgen und sich bietende Chancen in ­Zusammenarbeit mit dem ­Energietal Toggenburg nutzen will.»

Weiterer Meilenstein für Campus Wattwil

Der St. Galler Kantonalverband Holzbau Schweiz sowie der Schreinerverband (VSSM), Sektion Thur-Linth, brauchen aufgrund von Kapazitätsengpässen in Wattwil ein neues ÜK-Zentrum für die überbetrieblichen Kurse (üK) im Rahmen der Ausbildungen Zimmermann/Zimmerin (EFZ), Holzbearbeiter/in (EBA) und Schreiner/in (EFZ). Sie sind aktuell im BWZT eingemietet. Dieses bestehende Kurszentrum Holz soll als Folge der geplanten Sanierung der Berufsschule als Teil des Projektes Campus Wattwil in Gehdistanz erhalten werden. Der Ideenwettbewerb dient dazu, zur Diskussion stehende weitere Nutzungen wie Flächen für Dienstleister, Übernachtungsmöglichkeiten oder Bedürfnisse der kommunalen Infrastruktur ebenfalls in ein Konzept einbeziehen zu können. Dafür will der Gemeinderat im Rahmen seiner Möglichkeiten Hand bieten und den Prozess zur Stärkung als Regionalzentrum aktiv begleiten.

Präsentation an den Tagen des Schweizer Holzes

Die Holzbranche ist rund um den Säntis geprägt von zahlreichen Klein- und Kleinstunternehmen. Um am Markt zu bestehen, müssen sie heute und künftig hoch qualifizierten Nachwuchs rekrutieren können. Und sie müssen hoch innovativ sein. Viele sind das – sie können jedoch keine Forschungs- und Entwicklungsabteilungen betreiben, um Innovationen zu entwickeln. Die Unternehmen müssen sich gezielt in praktischen Projekten austauschen können. Dafür wären Vernetzungsplattformen gefragt. Solche will die Projektgruppe Regionales Innovationssystem (RIS) Holz & Energie anstossen.

Die Projektgruppe RIS Holz & Energie wird ihre Projektidee an den Tagen des Schweizer Holzes vom Freitag und Samstag, 15./16. September, in der Markthalle Wattwil präsentieren, wo die Toggenburger Aktion der nationalen Kampagne #woodvetia.ch für das Schweizer Holz stattfindet. (pd)

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