Wattwil
Aufrichte Bistro-Kiosk – Bau für Wattwiler Gesamtsportanlage Rietwis ist auf Kurs

Seit März laufen in der Wattwiler Rietwis die Bauarbeiten für die neue Gesamtsportanlage. Die Arbeiten schreiten planmässig voran – aus der Vogelperspektive sind bereits die Grundrisse der dort entstehenden Dreifachturnhalle sichtbar. An der Aufrichte des neuen Bistro-Kiosk-Gebäudes war die Vorfreude auf die neue Anlage deutlich spürbar.

Drucken
Teilen
Aus der Vogelperspektive. Der Bistro-Kiosk kommt auf den weissen Fleck im Vordergrund.

Aus der Vogelperspektive. Der Bistro-Kiosk kommt auf den weissen Fleck im Vordergrund.

Bild: Simon Walther

(gk/uh) Im Mai 2017 stimmte die Wattwiler Stimmbevölkerung mit über 90 Prozent dem Bau der neuen Gesamtsportanlage Rietwis zu. Bereits damals waren verschiedene Zusatzelemente in Aussicht gestellt worden, die separat an die Urne kommen sollten – darunter, quasi als Verbindungsstück zwischen Sportanlage und Schwimmbad, ein multifunktionaler Bistro-Kiosk.

Den Kredit für dessen Bau genehmigten die Wattwilerinnen und Wattwiler Ende Juni 2019. Im November 2019 folgte das klare Ja der St.Galler Stimmbevölkerung zum Bau des Campus Wattwil. Dieses war als Bedingung für den Bau der Gesamtsportanlage notwendig.

Planung, Tempo und Präzision

Seither ging dank der Vorarbeit alles rasch und ohne Einsprachen weiter. Inzwischen konnte der Kanton auch das Siegerprojekt für den Neubau der Kantonsschule auf dem Campus Wattwil präsentieren. Entsprechend spürbar wird mit der Aufrichte des Bistro-Kiosks die Vorfreude auf die Gesamtsportanlage und den Campus. Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner freut sich über diesen ersten Meilenstein: «Der elegante Holzbau wird zum verbindenden Gelenk zwischen der neuen Sport- und der Badianlage. Ich staune über die Geschwindigkeit und Präzision, mit welcher die Handwerker diesen eleganten Holzbau innerhalb von nur drei Wochen hochgezogen haben.»

Blick in den grosszügigen Innenraum des multifunktionalen Bistro-Kiosks.

Blick in den grosszügigen Innenraum des multifunktionalen Bistro-Kiosks.

Bild: Simon Walther

Alois Gunzenreiner lobte die Leistungsfähigkeit der ausgewählten Planer und Unternehmer sowie die Planungsarbeiten von Cukrowicz Nachbaur Architekten. Der beauftragte Gesamtprojektleiter Stefano Ghisleni von der Ghisleni Partner AG dankte mit ein paar markigen Zitaten von Alt Sportminister Adolf Ogi der Bauherrschaft sowie der anwesenden Gästeschar.

Der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner begrüsst die Gäste und erläuterte die Entstehung des Projekts.

Der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner begrüsst die Gäste und erläuterte die Entstehung des Projekts.

Bild: Simon Walthher

Multifunktionales Gebäude als Scharnier

Das Bistro-Kiosk-Gebäude steht an der Kreuzung der Erschliessungsachse der Sportanlage mit dem Thurweg. Der voluminöse Pavillon beinhaltet die gebündelten Funktionen von Badi- und Minigolf-Eingang, einen Kiosk, ein Bistro, Personalräume und Badmeisterbüro, öffentliche WC-Anlagen sowie verschiedene Nebenflächen unter einem gemeinsamen Dach.

Stand der Arbeiten

(gk) Die Holzbaukonstruktion des Bistro-Kiosks ist fertiggestellt. Die Aussenfenster und -türen sowie die Leichtbauwände im Innenbereich sind bereits grösstenteils montiert. Zurzeit erstellen die beauftragten Haustechnikinstallateure die Rohinstallationen für Elektro, Heizung, Lüftung, Sanitär und Kälte. Danach werden die Bedachungsarbeiten und die Unterlagsböden im Innenbereich in Angriff genommen.

Der Bistro-Kiosk fungiert als Treffpunkt und zentrales Gelenk inmitten der neuen Sport- und Freizeitanlage. Er bespielt gastronomisch sowohl die Badi als auch die Sportanlage und den Vorplatz zur Thur. Er soll für möglichst viele Benutzergruppen und individuelle Gäste einladend wirken.

Betriebliche Überlegungen im Vordergrund

Hinter dem neuen Bistro-Kiosk-Gebäude stehen vor allem Überlegungen zu den betrieblichen Abläufen. Mit dem Bistro-Kiosk kann der Zutritt für Schwimmbad und Minigolf zusammengelegt werden. Zwischen Schwimmbad, Gesamtsport­anlage und Thurweg entsteht ein zentraler Zugang. Das Gastronomie-Angebot lässt sich unabhängig von einem Badi- oder Minigolf-Eintritt auch vom Thurweg her nutzen. Das bisherige Schwimmbadrestaurant und das Minigolf-Bistro werden zusammengeführt.

Ganzjährig mit gluschtigem Angebot

Dank der variablen Zugänge zu den verschiedenen Anlagen kann das Bistro grundsätzlich das ganze Jahr über geöffnet sein. Nach den Vorstellungen der Gemeinde könnten beispielsweise in der warmen Jahreszeit im Gartenbeizli nebst kleinen Mahlzeiten hausgemachte Glacés und Erfrischungen serviert werden. Und wenn die Tage kürzer werden, könnte das Bistro mit dem feinen Duft von frischgebackenen Berlinern oder gebratenen Marroni die Thurwegbenutzerinnen und -benutzer anlocken. Die Inbetriebnahme des Bistro-Kiosks ist für das Frühjahr 2022 vorgesehen, jene der Gesamtsportanlage im Herbst 2022.

Gordischer Knoten durchtrennt – Voraussetzung für Campus Wattwil

(gk) Was aktuell mit kontrolliertem Tempo entsteht, musste lange reifen. Die knappen Sportstätten-Ressourcen in Wattwil – für die Kantonsschule, das Berufs- und Weiterbildungszentrum, die Volksschule und die Vereine – hatten eine lange Vorgeschichte über mehrere Jahrzehnte. Die Ursprünge dürften in die Sechzigerjahre zurückreichen. Sie sollen mit der Gesamtanlage im Rietwis definitiv zur Geschichte werden.

Zugleich schaffte die Anlage die Voraussetzung dafür, dass das Rietstein-Areal für den Neubau der Kantonsschule verfügbar wurde. Nach drei Jahren des Planens und Verhandelns stimmte die Wattwiler Stimmbevölkerung am 21. Mai 2017 dem Bau der neuen Gesamtsportanlage in einer historischen Abstimmung mit 90,7 Prozent zu. Basis dafür bildete ein Vorprojektplus. Nach dem anschliessenden Studienwettbewerbsverfahren erteilte der Gemeinderat der ARGE Cukrowicz, Nachbaur, Schällibaum, Vogt am 24. Oktober 2017 den Weiterbearbeitungsauftrag für ihr Siegerprojekt.

Dieser umfasste eine Reihe von Zusatzelementen, die bereits anlässlich der Abstimmung über den Bau der Sporthalle in Aussicht gestellt worden waren: Die Halle sollte eventtauglich ausgestattet und auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage erstellt werden; ebenso sollten Parkierung und Erschliessung verbessert werden. Und schliesslich sollte eine neue Minigolf-Anlage sowie, quasi als Verbindungsstück zwischen Sportanlage und Schwimmbad, ein multifunktionaler Bistro-Kiosk gebaut werden.

Nachdem die Wattwilerinnen und Wattwiler am 30. Juni 2019 auch dem Kredit für die Zusatzelemente zugestimmt hatten, fehlte allerdings noch der kantonale Urnenentscheid zum Campus. Am 17. November 2019 hatte das Zittern ein Ende: Die St.Galler Stimmbevölkerung sagte deutlich Ja zum Campus-Projekt. Jetzt war der Weg frei für den Bau der Sportanlage. Dank der Vorarbeiten ging es nun rasch vorwärts: Bereits am 3. März 2020 konnte der Gemeinderat den Auftrag für die Gesamtleitung und das Baumanagement an Ghisleni Partner AG, Rapperswil, vergeben. Im Mai 2020 wurden das Baubewilligungsverfahren gestartet und der notwendige Teilstrassenplan öffentlich aufgelegt.

Nachdem es weder weder gegen das Projekt noch gegen die Erschliessung Einsprachen gab, konnte der Gemeinderat am 11. August 2020 die Baubewilligung für die Gesamtsportanlage und den Bistro-Kiosk erteilen. Am 24. November 2020 folgten die ersten rund 20 Arbeitsverbagen, inzwischen sind praktisch alle Arbeiten vergeben. Anfang März erfolgte der Spatenstich, im Herbst 2022 wird Wattwil die neue Sportanlage in Betrieb nehmen können.

Aktuelle Nachrichten