Wattwil aktualisiert seine Politik für Jung und Alt

Betreffend Alterspolitik sei Wattwil auf dem richtigen Weg. Auch die Jugendarbeit sei sinnvoll aufgebaut. Dies geht aus der Überprüfung und Aktualisierung des Alters- und des Jugendkonzepts hervor.

Sabine Camedda
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Was wollen und brauchen Alt und Jung in der Gemeinde Wattwil – im Bild die drei Hochhäuser am Dorfrand – für die Zukunft? (Bild: PD)

Was wollen und brauchen Alt und Jung in der Gemeinde Wattwil – im Bild die drei Hochhäuser am Dorfrand – für die Zukunft? (Bild: PD)

Eine Gemeinde lebt von ihrer Bevölkerung. Entsprechend wichtig ist es den Behörden, dass sich die Einwohner wohlfühlen. Eine Gemeinde habe diesbezüglich gesetzliche Aufgaben zu erfüllen, erklärt der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner. Sie habe aber auch Wahlaufgaben, um sich besser auf die lokalen Begebenheiten anzupassen.

Die Gemeinde Wattwil beschäftigt sich seit längerem, wie sie die Jugendlichen unterstützen und die älteren Einwohner betreuen könne. Für beide Lebensabschnitte bestehen deshalb seit rund zehn Jahren Konzepte. Diese dienen dazu, das eigene Handeln in einen grösseren, gesamtheitlichen Kontext zu setzen. Zudem ermöglichen sie, die Richtigkeit des eigenen Tuns zu hinterfragen und zu prüfen. In diesen Konzepten ist beispielsweise festgelegt, welche Angebote die Gemeinde – teilweise unterstützt durch externe Partner – bereithalten soll und in welchem Rahmen diese Aufgaben erfüllt werden. Nun wurden das Jugendkonzept und das Alterskonzept überarbeitet. Dabei wurden neue Trends berücksichtigt und teilweise aufgenommen.

«Wattwil ist gut aufgestellt und verfügt über Angebote für eine breite Kundschaft.»

Vernetzung wird gross geschrieben

Das seit 2009 bestehende Jugendkonzept wurde hinsichtlich der Zielsetzung und der inhaltlichen Korrektheit geprüft, sagt Gemeinderat Andreas Stauffacher, Präsident der Jugendkommission. Gerade weil Wattwil vermehrt eine Zentrumsfunktion übernehme und aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung sei eine Prüfung notwendig geworden. «In diesem Papier haben wir nun die strategischen und operativen Grundlagen festgelegt, an denen sich die Jugendarbeit orientiert», sagt Andreas Stauffacher.

Dabei werde am bestehenden Modell mit aufsuchender, treffbezogener und projektbezogener Jugendarbeit festgehalten. «Wir ergänzen das Konzept aber mit einem Betriebskonzept für den Treff und mit einer Hausordnung für den Jugendschopf», sagt Andreas Stauffacher weiter. Wichtig ist dem Präsidenten der Jugendkommission ausserdem, dass ein verstärktes Augenmerk auf die Vernetzung aller Akteure in der Jugendarbeit gelegt wird.

Positive Situation, trotzdem Handlungspotenzial

Vernetzung wird auch bei der Betreuung von älteren Menschen gross geschrieben. Dies geht aus dem überarbeiteten Alterskonzept hervor. Die älteren Bewohner Wattwils finden die Situation insgesamt gut, fasst Gemeinderat Thomas Merz, Präsident der Kommission Alter und Gesundheit, die Ergebnisse einer Umfrage zusammen. Dennoch wird im Alterskonzept Handlungspotenzial festgestellt. Der Gemeinderat hat deshalb Massnahmen in Bereichen wie Prävention, Freiwilligenarbeit, stationäre Pflege und Betreuung oder Information festgelegt. «Diese werden in den nächsten Jahren verfolgt und umgesetzt», sagt Thomas Merz. Dafür setzt Wattwil auf die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern.

Die Lebensphasen Jugend und Alter werden nicht durch die Tätigkeit der Gemeinde geprägt, hält Alois Gunzenreiner fest. Sie stellt Angebote bereit und bietet den Akteuren ein Fundament, damit diese ihrerseits Möglichkeiten für Unterstützung erstellen können.