Wasserversorgung
Wasserkorporation Oberhelfenschwil sucht Anschluss

Zurzeit finden Inkorporationsgespräche zwischen den Wasserkorporationen Oberhelfenschwil und Neckertal statt. Eine Einigung scheint reine Formsache zu sein.

Urs M. Hemm
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Toni Hässig, Präsident der Wasserkorporation Oberhelfenschwil (links), und Hanspeter Bär, Präsident der Wasserkorporation Neckertal, streben eine gemeinsame Zukunft an.

Toni Hässig, Präsident der Wasserkorporation Oberhelfenschwil (links), und Hanspeter Bär, Präsident der Wasserkorporation Neckertal, streben eine gemeinsame Zukunft an.

Eine gute Wasserversorgung ist nicht nur grundlegend für das tägliche Leben. Sie ist auch unabdingbar im Brandfall, damit genügend Löschwasserreserven vorhanden sind. «Die Bereitstellung von einwandfreiem Trink-, Brauch- und Löschwasser für die Bevölkerung ist die Hauptaufgabe jeder Wasserkorporation, so auch in Oberhelfenschwil», sagt Toni Hässig, Präsident der Wasserkorporation Oberhelfenschwil (WKO). Oberhelfenschwil befinde sich jedoch in einer speziellen Situation.

Zwar habe es auf dem Gemeindegebiet genügend Wasservorkommen, die Konzessions- und Förderrechte würden aber bei den benachbarten Korporationen Necker und Neckertal (WKN) liegen. «So beliefert die WKN Oberhelfenschwil schon seit vielen Jahren täglich mit Wasser», sagt Toni Hässig. Insofern wäre die Integration der WKO in die WKN mit wenig organisatorischem und betrieblichem Aufwand umsetzbar und ein sinnvoller Schritt.

Einnahmen decken Erneuerungsbedarf nicht

Ein Gutachten belegt, dass der Zustand der Anlagen beider Korporationen gut und damit vergleichbar ist. «Es wäre also eine Inkorporation auf gleiche Augenhöhe», sagt Hanspeter Bär, Präsident der WKN.

Damit dieser Zustand erhalten oder verbessert werden kann, müssten jährlich rund 1,5 Prozent des Wiederbeschaffungswertes in das Leitungsnetz investiert werden. «Um den Erneuerungsbedarf finanzieren zu können, reichen die Einnahmen aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus», sagen beide Präsidenten für ihre jeweiligen Korporationen übereinstimmend.

Um dies zu korrigieren, seien einerseits beim Gebäudezuschlag und beim Feuerschutzbeitrag, sprich dem Anteil an fixen Erträgen, Tarifanpassungen vorgesehen. Andererseits sollen die Konsumgebühren der beiden Wasserkorporationen aneinander angeglichen werden. «Die sollte zu den Mehreinnahmen führen, die für Erneuerungsarbeiten benötigt werden», sagt Toni Hässig. Er betont, dass die Tarifanpassungen unabhängig von einer Inkorporation notwendig werden.

Während der technische Unterhalt der Anlagen und der Pikettdienst der WKO bereits seit dem Jahr 2013 durch die Thurwerke AG in Wattwil durchgeführt werden, bestreite die WKN diese Arbeiten durch eigene Angestellte. Daran solle sich auch bei einer Inkorporation nichts ändern. «Die Zusammenarbeit mit der Thurwerke AG hat sich in diesen Jahren bewährt. Mit ihren Brunnenmeistern hat sie viel Wissen eingebracht und sich gute Ortskenntnisse angeeignet, die im Notfall wichtig sind», sagt Toni Hässig.

Ähnlich verhalte es sich mit den vier Brunnenmeistern der WKN, die je für die Gebiete rund um Wald-Schönengrund respektive Brunnadern verantwortlich sind, sagt Hanspeter Bär.

Dem fakultativen Referendum unterstellt

Ob die Inkorporation der WKO und die WKN zu Stande kommt, hängt nun in erster Linie von den Mitgliedern der WKO ab. Zwar haben im Frühjahr gute 94 Prozent der Mitglieder der WKO der Aufnahme von Gesprächen mit der WKN zugestimmt, doch müssen sie am 13. September dieses Jahres dem Verwaltungsrat den endgültigen Auftrag zur Inkorporation erteilen. Die Mitglieder der WKN müssen nicht über die Inkorporation abstimmen, der Beschluss muss aber dem fakultativen Referendum unterstellt werden.

Zudem hat die Versammlung die Erweiterung des Korporationsgebiets zu beschliessen. Der Zustimmung der politischen Gemeinde sind sich sowohl Hanspeter Bär als auch Toni Hässig sicher. Gehe alles seinen normalen Gang, sollte die Inkorporationsvereinbarung per 1. Januar 2022 in Kraft treten.