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Was tun bei dieser Hitze?

Schon drei Toggenburger Gemeinden verbieten das Entzünden von Feuern im Freien. Im ganzen Kanton darf im Wald und in Waldnähe kein Feuer gemacht werden. Doch die Hitze sorgt auch für weitere Probleme im Alltag.
Ruben Schönenberger
So wenig Wasser führt die Thur in Wattwil selten. (Bild: Ruben Schönenberger)

So wenig Wasser führt die Thur in Wattwil selten. (Bild: Ruben Schönenberger)

In den Gemeinden Wildhaus-Alt St. Johann und Nesslau darf seit Freitagnachmittag im Freien kein Feuer mehr entzündet werden (das «Toggenburger Tagblatt» berichtete). Die Wald- und Flurbrandgefahr sei erheblich. Auch Feuerwerk ist keines mehr erlaubt, ebenso wenig wie das Wegwerfen von brennenden Zündhölzern oder Raucherwaren. Später am Freitag zog auch Mosnang nach, «aufgrund der extremen Trockenheit und der Wetterprognosen der nächsten Tage». Diese Verbote sind bloss die jüngsten Zeugen der bereits lang anhaltenden Trockenheit. Im ganzen Kanton St. Gallen gilt ein Verbot zumindest im Wald und in Waldesnähe.

Der ausbleibende Regen und die grosse Hitze führen auch zu ganz praktischen Problemen im Alltag. Wie pflege ich meine Blumen? Wie reinige ich mein Auto? Wie kann ich meine Tiere schützen? Und wie kann ich Wasser sparen?

Wasser sparen ist die beste Massnahme

  • Schon seit einiger Zeit rufen sowohl Kanton als auch Gemeinden und Wasserversorger dazu auf, sparsam mit dem Wasser umzugehen. Auf das Waschen von Autos soll verzichtet und das Bewässern von Rasenflächen möglichst reduziert werden. Auch das Füllen von Pools sollte unterlassen bleiben.
  • Urs Oberholzer von der Urs Oberholzer Sanitär GmbH empfiehlt zudem, die Dichtungen der Toiletten zu überprüfen, «damit nicht unnötig Wasser durchläuft». Für Wasserhähne gebe es zudem Sparaufsätze. Das sei aber nur bei alten Modellen nötig, neuere hätten diese Massnahme standardmässig eingebaut.

Autopflege geht auch ohne Wasser

  • Auch ohne den Einsatz von Wasser kann man das eigene Auto sauber halten. «Für die Reinigung des Innenraums ist kein Wasser nötig», sagt Rony Künzle, Geschäftsinhaber und Technischer Betriebsleiter der Schmid Garage AG in Gähwil. Viel lasse sich da mit einem Glasreiniger erledigen.
  • Den Lack sollte man indes nicht ohne Wasser reinigen, weil es so Kratzer geben könnte. Bei der aktuellen Trockenheit verzichte man daher besser aufs Autowaschen. Es gebe jedoch Verunreinigungen, die entfernt werden müssten, damit kein Schaden am Auto entstehe. Das sei zum Beispiel durch Vogelkot möglich. «Man kann dann die betroffene Stelle mit Glasreiniger aufweichen und den Dreck mit einem Mikrofasertuch entfernen», sagt Rony Künzle.
  • Beim Autofahren sei es wichtig, das Kühlsystem im Auge zu behalten, um so eine ansteigende Temperatur rechtzeitig zu erkennen. Ferner sollte auch der Reifendruck stimmen. «Pneus mit zu wenig Luftdruck erhitzen schneller und können platzen», erklärt Rony Künzle.
Die Gemeinde Wattwil macht per Plakat auf das im ganze Kanton geltende Feuerverbot im Wald und in Waldnähe aufmerksam. (Bild: Ruben Schönenberger)

Die Gemeinde Wattwil macht per Plakat auf das im ganze Kanton geltende Feuerverbot im Wald und in Waldnähe aufmerksam. (Bild: Ruben Schönenberger)

Auf Tiere muss man jetzt besonders achten

  • Tiere leiden unter der Hitze ebenso wie Menschen. Bei Hunden kommt erschwerend hinzu, dass sie über keine Schweissdrüsen am Körper verfügen. Carla Leutenegger, Tierärztin der Tierklinik Nesslau, erklärt: «Tiere können die Körpertemperatur deshalb nicht wie wir durch Schwitzen regeln. Sie können das nur über das Hecheln oder über die wenigen Schweissdrüsen an den Pfoten.»
  • «Mit Hunden sollte man aktuell besser früh am Morgen oder abends rausgehen», sagt sie. Auf gar keinen Fall sollte man den Hund in der Hitze im Auto zurücklassen. «Es gibt immer wieder Fälle, wo durch aufmerksame Passanten die Polizei gerufen wurde, weil Hunde in einem Auto eingesperrt waren.» Bereits ab 15 Grad könne ein Auto bei Sonnenschein innert Kürze zur tödlichen Hitzefalle werden. Auch ein offener Fensterspalt ändere daran nichts.
  • Wichtig sei auch, dass alle Tieren immer die Möglichkeit haben, einen schattigen Platz aufzusuchen. «Ein solcher muss zu jeder Zeit zur Verfügung stehen», sagt die Tierärztin. Genügend Wasser sollte ebenfalls jederzeit angeboten werden. Dabei könne man auch an andere Tiere als die eigenen denken. «Auch Igel haben Durst», sagt Carla Leutenegger. Die Igel finden bei der Trockenheit wenig Futter und kaum Wasser. Wenn bekannt ist, dass sich Igel in der Nähe aufhalten, solle daher unbedingt Wasser bereitgestellt werden. Auch Vogeltränken sollten möglichst immer mit Frischwasser gefüllt sein.
  • Zusätzlich müsse auch an die Weidetiere gedacht werden. Auch sie müssen entsprechend der hohen Temperatur ausreichend und mehrmals täglich mit frischem, möglichst kühlem Wasser versorgt werden.
  • Sollte ein Tier dennoch Anzeichen von Überhitzung – Bewusstlosigkeit, hohe Körpertemperatur – zeigen, müsse umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. «Bis dahin kann man das Tier in nasse Tücher einwickeln oder das Fell über den Rücken mit kühlem Wasser nass machen.»
  • Einen Vorteil könnte die anhaltende Trockenheit für die Tierwelt aber haben. Viele Tiere leiden unter der Knallerei der 1.-August-Feuerwerke. Diese dürften 2018 aber weit geringer ausfallen, so sie denn überhaupt stattfinden können.

Für Rasenflächen kann es schnell kritisch werden

  • Der fehlende Niederschlag macht auch die Pflege von Gärten und Rasenflächen schwierig. Lukas Rogger von der Rogger Naturgarten GmbH sagt: «Man sollte Pflanzen im Freien nicht in der grössten Hitze giessen.» Das könnte zu Verbrennungen führen, weil die Wassertropfen eine Art Lupe bilden würden. Besser sei es, am Morgen früh oder am Abend zu giessen. Am besten verwende man sonnengewärmtes Wasser.
  • Insbesondere bei Jungpflanzen müsse man auf die Wasserversorgung achten, weil diese nicht tief verwurzelt seien. Das ist auch dem Wattwiler Bauamt bewusst. Auf der Webseite schreiben die Verantwortlichen: «Aufgrund der Trockenheit müssen die Jungbäume entlang der Bahnhofstrasse dringend bewässert werden. Das Bauamt Wattwil bezieht hierfür das Wasser (gereinigtes Abwasser) von der ARA und nicht aus dem Hydrantennetz, um das Gesamtsystem nicht noch zusätzlich zu belasten.»
  • Die fehlende Verwurzelung könnte auch der einen oder anderen Rasenfläche zum Verhängnis werden, sollte es zum Verbot der Bewässerung kommen. «Ein Rasen auf einer Tiefgarage hat keine grosse Humus-Schicht, der ist in ein bis zwei Wochen braun», sagt Lukas Rogger. Die Fläche könne sich aber auch wieder gut erholen, sollte es zu Niederschlägen kommen.

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