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Warum einer Lütisburgerin Kenia am Herzen liegt

Vor fünf Jahren hat die in Lütisburg aufgewachsene Nelly Näf den Verein «Freunde Kenias und seiner Menschen» gegründet. Ihr Engagement soll mithelfen, die Not Benachteiligter im afrikanischen Land zu lindern.
Beat Lanzendorfer
Nelly Näf (Zweite von links) bei der Übergabe von Schulbüchern in der Schule Empaash in Suswa, Riftvalley, Kenia. (Bild: PD)

Nelly Näf (Zweite von links) bei der Übergabe von Schulbüchern in der Schule Empaash in Suswa, Riftvalley, Kenia. (Bild: PD)

Bäume gibt es im Slum Kibera schon lange nicht mehr, höchstens Bretter, mit denen die meisten Häuser gebaut worden sind. Der Name des Elendsviertels im Südwesten von Nairobi, der Hauptstadt von Kenia mit seinen vier Millionen Einwohnern, leitet sich ab von Kibra, was Wald oder Dschungel bedeutet.

Das Treiben kommt eher einem Grossstadtdschungel gleich. Je nach Zählweise leben hier zwischen 300000 und mehr als eine Million Menschen.

Hilfe in der Stadt und auf dem Land

Wer die Verhältnisse dort kennt, dem bieten sich zwei Möglichkeiten. Erstens: Die stillschweigende Kenntnisnahme. Zweitens: Der Not entgegenzuwirken. Nelly Näf hat sich für das Zweite entschieden und vor fünf Jahren in der Schweiz den Verein «Freunde Kenias und seiner Menschen» ins Leben gerufen.

Der Verein unterstützt in einem der grössten Slums der südlichen Hemisphäre Kinder bei deren Ausbildung, übernimmt Patenschaften und lanciert Projekte wie «Hilfe zur Selbsthilfe» oder im Gesundheitswesen. Dies in enger Zusammenarbeit mit örtlichen Hilfsorganisationen, welche sich in erster Linie für die Rechte der Frauen und Kinder einsetzen.

Nelly Näf. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Nelly Näf. (Bild: Beat Lanzendorfer)

«Die öffentlichen Schulen in Kenia geniessen keinen guten Ruf. Um ihnen die Ausbildung an einer privaten Schule zu ermöglichen, unterstützen wir zurzeit etwa 20 Waisen oder Kinder aus sehr armen Verhältnissen, indem wir für die Bezahlung der Schulgelder aufkommen», erzählt die 68-Jährige.

In die Heimat zurückgekehrt

Die 68-jährige Nelly Näf ist im Moos, Unterrindal, aufgewachsen, das zur Gemeinde Lütisburg gehört. Nach der Schulzeit in Lütisburg und Bazenheid absolvierte sie eine Verwaltungslehre bei der Gemeinde Lütisburg. Danach war sie während vieler Jahre im Personalwesen diverser Unternehmen tätig.

So etwa bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza). Diese ist zuständig für die Umsetzung der aussenpolitischen Strategie der Schweizerischen Eidgenossenschaft in den Bereichen humanitäre Hilfe, globale und regionale Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit. Ihr Vorgesetzter war der in Mosnang aufgewachsene Botschafter Walter Fust. Ihr letztes Engagement führte sie Ende 2007 über die Bethlehem Mission Immensee nach Kenia, wo sie im Auftrag der Kirche und Nichtregierungsorganisationen (NGO) den Aufbau von Hilfsprojekten unterstützte.

Die erlebte Not trug dazu bei, den Verein «Freunde Kenias und seiner Menschen» zu gründen. Nelly Näf verbrachte rund zehn Jahre in Afrika. Vor zwei Jahren ist sie dorthin zurückgekehrt, wo sie aufgewachsen ist. Sie lebt im Haus ihrer verstorbenen Eltern und koordiniert von dort die Hilfsprojekte in Kenia. (bl)

www.cotrr-africa.org

Mit wenig eine Schulbildung ermöglichen

Mit wenigen hundert Franken im Jahr ist es möglich, einem Kind eine gute Schulbildung zu ermöglichen. «Wir suchen nach der achtjährigen Primarschule auch nach geeigneten Anschlusslösungen, weil ansonsten die Gefahr besteht, vor allem bei Mädchen, dass sie zwangsverheiratet werden.» Nebst dem Engagement in der Hauptstadt, führt der Verein in enger Zusammenarbeit mit «Cotrr», einer Organisation, die im Rift Valley, einer Provinz im Westen des Landes, und in Zentralkenia tätig ist, verschiedene Projekte durch.

Dazu zählen die Aufzucht von Milchziegen, die Schulung im Stallbau oder das Installieren von Wassertanks. «Das Milchziegenprojekt ist vom katholischen Konfessionsteil des Kantons St. Gallen unterstützt worden», ergänzt Näf.

Hilfsprojekte werden durch Spenden finanziert

Sie erzählt auch von einer Müttergruppe mit Kindern mit Beeinträchtigung. Durch den Aufbau einer Art Spitexorganisation, der unter anderem Physio- und Ergotherapeuten angehören, sind sie in ihrer Not nicht allein. Erst kürzlich konnten dank einer Spende aus Bazenheid vier massgefertigte Rollstühle angeschafft werden.

Der Verein «Freunde Kenias und seiner Menschen» besteht seit 2013. Er wird von Nelly Näf, Präsidentin, Hedy Raths, Finanzen, Anni Rösli, Sekretariat, Philip Ochiengh und Vreni Scherrer, Revison, geführt. Die Hilfsprojekte werden durch Spenden, Patronate oder Legate finanziert. «Die Einnahmen kommen vollumfänglich den notleidenden Menschen zu Gute. Wir unterhalten keinen Verwaltungsapparat», sagt Näf.

Nächste Kenia-Reise im November

Alle Reisen nach Kenia bezahlen die Vorstandsmitglieder selber. Die nächste hat Nelly Näf Ende Jahr geplant. «Die langen Ferien dauern in Kenia von November bis Januar. Es ist jeweils ein guter Zeitpunkt, das weitere Vorgehen zu koordinieren, da macht es durchaus Sinn, wenn ich persönlich vor Ort bin», sagt sie. «Es gibt so viel Not in Kenia, unsere Hilfe ist lediglich ein Tropfen auf den heissen Stein.

Es erfüllt mich aber immer wieder mit Freude, wenn ich bei meinen Besuchen sehe, was alles erreicht worden ist. Mir liegt Kenia am Herzen», erklärt sie die Gründe ihres Engagements.

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