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Wandern bis ins hohe Alter - ein Mitinitiant des Höhenwegs erzählt

Kurt Eppisser aus Bazenheid war 1994 einer der Mitinitianten des Toggenburger Höhenweges. Die 88 Kilometer lange Strecke geht von Wildhaus bis Wil und ermöglicht den Blick von oben auf das Thurtal.
Anina Rütsche
Der 86-jährige Kurt Eppisser hat in den 90er-Jahren zur Schaffung des Toggenburger Höhenwegs beigetragen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Der 86-jährige Kurt Eppisser hat in den 90er-Jahren zur Schaffung des Toggenburger Höhenwegs beigetragen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Wandern gehört in der Schweiz zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Das Wanderwegnetz hierzulande umfasst gut 65'000 Kilometer. Seit 1934 setzt sich der Verband Schweizer Wanderwege dafür ein, dass das weltweit einmalige Angebot erhalten bleibt. Hinter dem Erfolg stehen Menschen, die dafür sorgen, dass die Wege gehegt und gepflegt werden. Durch eine einheitliche und gut sichtbare Signalisation kommen die Wanderer ohne Umwege vom Ausgangs- zum Zielpunkt. Einer, der während Jahrzehnten für die Markierungen des Wanderwegnetzes im Alttoggenburg zuständig war, ist der heute 86-jährige Kurt Eppisser. Er lebt seit sechs Jahren mit Ehefrau Trudy im Kirchberger Sonne­grund, Haus für Betagte.

Wenn einem die RS zum Wandern verhilft

Der im aargauischen Tägerig aufgewachsene Kurt Eppisser kam nach mehreren Stationen in der Ostschweiz 1963 nach Bazenheid, wo er die Stelle des Stationsbeamten bei den SBB übernahm. Wie so oft war eine grosse Portion Liebe im Spiel – seine Ehefrau Trudy kommt aus Wolfikon. Die Liebe zum Wandern hat er schon etwas früher entdeckt. Es war während der Rekrutenschule Anfang der 50er-Jahre.

Irgendwann ist er dann in seiner neuen Heimat angefragt worden, ob er Lust hätte, die Kontrolle der Wanderwege im Bezirk Alttoggenburg zu übernehmen. Er hatte. «Wann dies genau war, kann ich nicht mehr sagen. Es muss Jahrzehnte her sein.» Als Nachfolger des Wilers Hans Rüegg hat er während vieler Jahre zusammen mit Josef Knill (Bazenheid), Hans Schweizer (Kirchberg), Sepp Fäh (Bütschwil-Lütisburg) und Toni Scheuchzer (Mosnang) das Wanderwegnetz auf Schäden untersucht und wo nötig Wegweiser, Richtungszeiger und Rhomben ersetzt.


Die Eröffnung des Toggenburger Höhenweges war 1994

Vor bald einem Vierteljahrhundert, während einer Sitzung des Vorstandes der St. Galler Wanderwege, stellte Beat Häfeli, der damalige Präsident, die Frage in den Raum, wer an der Realisierung eines Toggenburger Höhenwegs Interesse habe. Kurt Eppisser brauchte keine lange Bedenkzeit und stellte sich noch am selben Abend zur Verfügung.

«Es war ein spannender Prozess. Ich konnte die Streckenführung mitbestimmen, führte Gespräche mit den Gemeindebehörden und war so an einem Projekt beteiligt, das viele Freunde gefunden hat.» Viele Jahre später spricht Kurt Eppisser noch immer voller Begeisterung vom Toggenburger Höhenweg und erwähnt, wie viele Freude ihm die Realisierung bereitet habe. Die eigentliche Eröffnung war im Herbst 1994. Die letzten Wander-Grosstaten des Ehrenmitglieds der St. Galler Wanderwege liegen gar nicht so lange zurück.

Zwischen 2005 und 2009 absolvierte er sogenannte Flusslauf-Wanderungen. An neun Flüssen legte er insgesamt 71 Wanderungen zurück. Für die gut 1200 Kilometer benötigte er damals rund 304 Stunden. So lange Wanderungen liegen heute nicht mehr drin, den täglichen Spaziergang lässt er sich aber nicht nehmen. «Wer sein Leben lang wandernd unterwegs war, möchte sich auch im fortgeschrittenen Alter bewegen», sagt er lachend beim Abschied.

Die Etappen des Toggenburger Höhenwegs

Der Toggenburger Höhenweg ist in sechs Etappen gegliedert und umfasst 88 Kilometer. Gesamthaft 4300 Höhenmeter im Aufstieg und 4800 Höhenmeter im Abstieg werden überwunden. Die Technik ist Mittel, die Kondition wird als Schwer definiert.

Die erste Etappe führt von Wildhaus auf die Selunalp. Die zweite von der Selunalp auf die Oberchäseren. Die dritte von der Oberchäseren auf den Tanzboden. Die vierte vom Tanzboden auf die Chrüzegg. Die fünfte von der Chrüzegg auf die Hulftegg und die sechste von der Hulftegg nach Wil.

Der Höhenweg hat immer wieder Verbindungen ins Tal zu typischen Toggenburger Dörfern mit Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Einfache und gastfreundliche Berghütten ermöglichen Übernachtungen. Weitere Informationen gibt es unter www.sg-wanderwege.ch. (pd/lim)

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